Me­tall Zug ist Fran­ken­pro­fi­teur

AKTIENEXPOSÉ Kern­ge­schäft im In­land schützt vor Eu­ro­baisse – Zy­kli­sche Be­rei­che er­holt – Ho­he In­ves­ti­tio­nen in Im­mo­bi­li­en

Finanz und Wirtschaft - - KAPITALANLAGEN - ERICH BÜRGLER

Die Schwei­zer Un­ter­neh­men lei­den un­ter dem star­ken Fran­ken. Es gibt aber auch sol­che, die von der Wäh­rungs­si­tua­ti­on pro­fi­tie­ren. Da­zu ge­hört das Kon­glo­me­rat Me­tall Zug. Im gröss­ten Be­reich Haus­halts­ap­pa­ra­te ver­kauft die Ge­sell­schaft ih­re Ge­rä­te für Kü­che und Wa­sch­raum vor al­lem in der Schweiz. Die zur Her­stel­lung be­nö­tig­ten Ma­te­ria­li­en stam­men in­des zu ei­nem gu­ten Teil aus der Eu­ro­zo­ne, was den Ein­kauf ver­bil­ligt und da­mit die Mar­gen­ent­wick­lung be­güns­tigt.

Im Kern­ge­schäft läuft es wei­ter­hin gut, wie die am Di­ens­tag ver­öf­fent­lich­ten Zah­len der Toch­ter V-Zug zei­gen. Der Um­satz stieg 2010 knapp 9% auf 481 Mio. Fr., wo­bei das Un­ter­neh­men of­fen­bar Markt­an­tei­le ge­win­nen konn­te. Neu lan­cier­te Pro­duk­te wa­ren er­folg­reich, aber auch die Bau­kon­junk­tur in der Schweiz spielt wei­ter­hin mit. Me­tall Zug er­zielt rund zwei Drit­tel der Ein­nah­men mit Wasch­ma­schi­nen, Tum­blern, Back­öfen und an­de­ren Haus­halt­ge­rä­ten. Was die Aus­sich­ten an­be­langt, ist das Un­ter­neh­men für V-Zug zu­rück­hal­tend und spricht von ei­nem rück­läu­fi­gen Neu­woh­nungs­bau. «Un­se­re Pro­gno­sen für V-Zug sind eher vor­sich­tig. Wir wer­den aber al­les dar­an set­zen, um auch 2011 zu wach­sen», kom­men­tier­te Me­tall-Zug-Ge­schäfts­lei­ter Ste­phan Wintsch ge­gen­über «Fi­nanz und Wirt­schaft».

Noch nicht wie vor der Kri­se

Wäh­rend die Haus­halts­ap­pa­ra­te auch wäh­rend der Re­zes­si­on so­li­de Zah­len aus­wie­sen, wur­de das zy­kli­sche Ge­schäfts­seg­ment Ka­bel­ver­ar­bei­tung mit der seit 2008 kon­so­li­dier­ten Ge­sell­schaft Schleu­ni­ger stark von der Flau­te in der Au­to­in­dus­trie ge­trof­fen. Im letz­ten Jahr ver­kauf­ten sich Fahr­zeu­ge wie­der viel bes­ser, wo­von Schleu­ni­ger mit rund 50% der Ein­nah­men aus der Au­to­bran­che pro­fi­tiert. Trotz der deut­li­chen Er­ho­lung im ver­gan­ge­nen Jahr konn­ten die wäh­rend der Re­zes­si­on er­lit­te­nen Ein­bus­sen noch nicht ganz wett­ge­macht wer­den. Auf­wärts geht es auch im auf Ste­ri­li­sa­ti­ons­ge­rä­te spe­zia­li­sier­ten Be­reich In­fec­tion Con­trol, wo die US-Kun­den wie­der mehr Mit­tel für neue Pro­jek­te zur Ver­fü­gung ha­ben. Me­tall Zug strebt für den Be­reich über die Jah­re durch­schnitt­lich zwei­stel­li­ge Wachs­tums­ra­ten an, 2010 wa­ren es wohl et­was we­ni­ger.

Das Im­mo­bi­li­en­port­fo­lio soll mit­tel­fris­tig ei­nen Markt­wert von über 1 Mrd. Fr. er­rei­chen. 2009 war es 643 Mio. Fr. wert. In den Bü­chern ste­hen die Im­mo­bi­li­en aber zum An­schaf­fungs­wert von 263 Mio. Fr. Me­tall Zug be­rich­tet nach dem Stan­dard Swiss Gaap Fer. Ei­ne ers­te Etap­pe ei­ner Gross­über­bau­ung in Ro­tk­reuz ist im Bau und soll An­fang 2012 be­zugs­be­reit sein.

Ins­ge­samt sind die Aus­sich­ten von Me­tall Zug gut. Im Kern­ge­schäft hält das Un­ter­neh­men die Kon­kur­renz in Schach. Dank in­no­va­ti­ver Pro­duk­te dürf­te das auch 2011 so blei­ben. Der Preis­druck könn­te sich in ei­nem sta­gnie­ren­den Markt al­ler­dings er­hö­hen. Zu­dem wird die an­ge­kün­dig­te Aus­land­ex­pan­si­on wohl noch zä­her vor­an­kom­men. Die üb­ri­gen Ak­ti­vi­tä­ten er­ho­len sich von der Re­zes­si­on und in der Wäh­rungs­fra­ge über­wie­gen die po­si­ti­ven Ef­fek­te. «Der Ein­fluss des Wäh­rungs­ef­fekts ist auf das Er­geb­nis von Me­tall Zug für 2010 leicht po­si­tiv», kom­men­tier­te CEO Wintsch.

Zu­kauf wür­de Ak­ti­en gut­tun

Die Ak­ti­en Me­tall Zug ent­wi­ckel­ten sich im ver­gan­ge­nen Jahr mit ei­nem Plus von 40% ein­drück­lich. Der Spiel­raum nach oben wird en­ger, an­ge­sichts des Markt­werts der Im­mo­bi­li­en und der reich­lich vor­han­de­nen Mit­teln für Über­nah­men ha­ben die Va­lo­ren aber wei­ter­hin Auf­wärts­po­ten­zi­al. Ei­ne er­gän­zen­de Ak­qui­si­ti­on könn­te den Ti­teln Auf­trieb ver­lei­hen. Die­se wür­de den ho­hen Wert­schrif­ten­be­stand und da­mit auch die Vo­la­ti­li­tät des Ge­winn­aus­wei­ses re­du­zie­ren. Me­tall Zug will sich für Zu­käu­fe aber Zeit las­sen.

MZ-Un­ter­neh­mens­lei­ter Ste­phan Wintsch.

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