Prio­ra mischt den Markt für Im­mo­bi­li­en-Di­enst­leis­tun­gen auf

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ -

Der Bünd­ner Im­mo­bi­li­en­in­ves­tor Re­mo Stof­fel, ge­gen den ein Steu­er­ver­fah­ren läuft, über­trägt den ope­ra­ti­ven Be­reich und die Lie­gen­schaf­ten sei­ner vier Un­ter­neh­men Avi­re­al, Bau­en­gi­nee­ring, Swiss­buil­ding und Wins­to in die neu ge­grün­de­te Prio­ra. Un­ter ih­rem Hol­ding­dach sind die Be­rei­che De­ve­lop­ment, Fa­ci­li­ty Ma­nage­ment, Ge­ne­ral­un­ter­neh­mung und In­vest­ment Ser­vices zu­sam­men­ge­fasst. Mit 400 Mit­ar­bei­ten­den wer­den 620 Mio. Fr. Um­satz er­wirt­schaf­tet. Der Markt­wert der Im­mo­bi­li­en (37 Ge­schäfts­häu­ser, dar­un­ter der ehe­ma­li­ge Swis­sair-Haupt­sitz Bals­berg, und elf Ent­wick­lungs­area­le im und um den Flug­ha­fen Zü­rich) be­trägt 500 Mio. Fr. Er ist be­las­tet mit rund 300 Mio. Fr. Hy­po­the­ken.

Die Prio­ra Hol­ding wird zu 100% von der Chu­rer Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft Pro­fec­tio ge­hal­ten, de­ren Al­lein­ak­tio­när Re­mo Stof­fel ist. Pro­fec­tio hält al­le Ak­ti­vi­tä­ten von Stof­fel, dar­un­ter den Avi­re­alUn­ter­neh­mens­man­tel und die Win­stoAk­ti­en­be­tei­li­gun­gen. Stof­fel hat kei­nen Sitz im Ver­wal­tungs­rat von Pro­fec­tio und Prio­ra. Ge­gen ihn und Avi­re­al ist ein Ver­fah­ren der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung hän­gig.

Hans-Pe­ter Do­ma­nig, Ge­schäfts­füh­rer und VR-De­le­gier­ter Prio­ra, er­klär­te an der Vor­stel­lung der Grup­pe, dass in der Un­ter­neh­menst­ren­nung «gröss­te Sorg­falt an­ge­wandt wur­de und hin­rei­chend Si­cher­hei- ten ge­bil­det sind», da­mit das Ver­fah­ren kei­ne Aus­wir­kun­gen auf den Ge­schäfts­gang ha­ben wird. Für even­tu­el­le Nach­steu­ern – im Ex­trem­fall 15 Mio. Fr. – wur­den 9 Mio. Fr. zu­rück­ge­stellt.

Prio­ra ist ein Im­mo­bi­li­en­dienst­leis­ter, der sämt­li­che Be­rei­che über den Le­bens­zy­klus ei­ner Lie­gen­schaft ab­deckt, von der Pro­jek­tie­rung über die Er­stel­lung bis zum Be­trieb und dem Port­fo­lio­ma­nage­ment. Sie po­si­tio­niert sich hin­ter Im­ple­nia, St­ei­ner und HRS im glei­chen Rang wie All­re­al, de­ren Ge­schäfts­mo­dell (GU und Im­mo­bi­li­en­be­sitz) als Vor­bild dient.

Ob Prio­ra so er­folg­reich ar­bei­tet wie die ko­tier­te Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaft All­re­al, hat das pri­va­te Un­ter­neh­men nicht of­fen­ge­legt. Aus­ge­wie­sen wur­de ein Be­triebs­er­trag vor Steu­ern und Zin­sen von 40 Mio. Fr. Die Ge­sell­schaft hat Bank­dar­le­hen von rund 200 Mio. Fr. Un­ter der Lei­tung von VR-Prä­si­dent Chris­ti­an Bubb, ehe­mals CEO von Im­ple­nia, wur­de ein Fünf­jah­res­plan aus­ge­ar­bei­tet, auf dem auch die Ma­nage­ment­be­tei­li­gung ba­siert. Ziel sind ein Um­satz von über 900 Mio. Fr. und ein Im­mo­bi­li­en­be­stand von 1 Mrd. Fr. Für Bubb ist wäh­rend der Auf­bau­pha­se ein Bör­sen­gang «ab­so­lut kein The­ma». Be­reits ha­ben je­doch zwei eu­ro­päi­sche In­ves­to­ren, die Fuss im Schwei­zer Markt fas­sen möch­ten, für Prio­ra ge­bo­ten. Über Un­ab­hän­gig­keit und Bör­sen­gang oder Ver­kauf wird Al­lein­ak­tio­när Stof­fel ent­schei­den.

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