Erics­son pro­fi­tiert vom mo­bi­len In­ter­net

Der schwe­di­sche Tele­com­aus­rüs­ter über­rascht an­ge­nehm – Di­vi­den­de soll er­höht wer­den

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - HST,

Die Ak­tio­nä­re des welt­weit gröss­ten Mo­bil­funk­netz-Her­stel­lers Erics­son kön­nen auf­at­men: Der schwe­di­sche Kon­zern gab für das vier­te Quar­tal 2010 ei­nen Vor­steu­er­ge­winn von 7,8 Mrd. sKr. (1,1 Mrd. Fr.) be­kannt. Im Vor­jah­res­zeit­raum be­trug er nur 6,7 Mrd. sKr. Der Um­satz stieg 8% auf 62,8 Mrd. sKr.

Bör­sen­ap­plaus

An der Bör­se wur­den die Zah­len er­freut auf­ge­nom­men. Die Ak­ti­en stie­gen zwi­schen­zeit­lich um 3,4%. Die Ak­tio­nä­re dür­fen sich auch über ei­ne Di­vi­den­den­er­hö­hung auf 2.25 ( Vor­jahr: 2) sKr. freu­en. Erics­son-Chef Hans Vest­berg er­klär­te, dass der Aus­bau der mo­bi­len Breit­band­net­ze deut­lich an Fahrt ge­won­nen ha­be. Es ist vor al­lem die Be­liebt­heit der Smart­pho­nes, die die Tele­com-Ge­sell­schaf­ten zwin­gen, ih­re Mo­bil­funk­net­ze auf­zu­rüs­ten. Die deut­li­che Um­satz­stei­ge­rung liegt auch an der erst­mals aus­ge­wie­se­nen Netz­spar­te von Nor­tel, die Erics­son für 1,3 Mrd. $ über­nom­men hat­te.

«Er­freu­lich war die Um­satz­stei­ge­rung. Al­ler­dings spie­gelt sie sich nicht im Er­geb­nis», be­dau­ert Gre­ger Jo­hans­son, Ana­lyst beim Markt­for­schungs­un­ter­neh­men Re­deye in Stock­holm und weist auf die ge­sun­ke­nen Brut­to­mar­gen hin. Zu­ver­sicht­lich äus­ser­te sich der Erics­son-Chef: «Ich rech­ne da­mit, dass sich das Wachs­tum im Be­reich mo­bi­les Breit­band in die­sem Jahr fort­set­zen wird», sag­te Vest­berg.

Sei­ne Hoff­nung ist be­rech­tigt. Denn im Lau­fe des Jah­res wer­den neue Ta­blet­Com­pu­ter und güns­ti­ge­re Smart­pho­nes auf den Markt kom­men. Da­mit wird der Be­darf an neu­en Netz­ka­pa­zi­tä­ten im­mer grös­ser, denn die Ge­rä­te sind nur mit ei­nem mo­bi­len In­ter­net-An­schluss voll nutz­bar. Erics­son geht da­von aus, dass 2011 die Zahl der Mo­bil­funk­abon­ne­ments welt­weit um 800 ( Vor­jahr: 700) Mio. auf ins­ge­samt 6,1 Mrd. zu­neh­men wird.

In der ers­ten Jah­res­hälf­te 2010 hat­te Erics­son un­ter ei­nem Man­gel an be­stimm­ten Kom­po­nen­ten ge­lit­ten. Man hät­te mehr ver­kau­fen kön­nen, wenn al­le Tei­le vor­han­den ge­we­sen wä­ren, be­ton­te Vest­berg. Mitt­ler­wei­le sei­en die Eng­päs­se gröss­ten­teils über­wun­den. Be­son­ders gut hat sich das Ge­schäft mit der Ver­wal­tung von Tele­com­met­zen ent­wi­ckelt. In die­ser Spar­te stieg der Um­satz 5%.

Har­ter Wett­be­werb

Die USA und Ka­na­da wa­ren auch 2010 der gröss­te Markt für den schwe­di­schen Kon­zern. Al­ler­dings spürt Erics­son wie auch die Kon­kur­ren­ten No­kia Sie­mens Net­works und Al­ca­tel Lu­cent den Preis­druck durch die chi­ne­si­schen An­bie­ter Hua­wei und ZTE. An­ge­sichts der stär­ker wer­den­den Kon­kur­renz und der sin­ken­den Brut­to­mar­ge er­for­dert ein En­ga­ge­ment in Erics­son star­ke Ner­ven.

Hin­zu kommt, dass Erics­son ein Sor­gen­kind hat: Der Han­dy-Her­stel­ler So­ny Erics­son lei­det un­ter ei­nem ver­al­te­ten Pro­dukt­port­feuille. Das Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men des ja­pa­ni­schen Elek­tronik­rie­sen So­ny und Erics­son wies En­de ver­gan­ge­ner Wo­che zwar erst­mals nach län­ge­rer Zeit ei­nen Ge­winn aus, ver­fehl­te die Er­war­tun­gen aber deut­lich. Im vier­ten Quar­tal be­trug der Rein­erlös 8 Mio. €. Ein Jahr zu­vor hat­te So­ny Erics­son mit ei­nem Mi­nus von 167 Mio. € noch tief­ro­te Zah­len ge­schrie­ben.

Ana­lys­ten wa­ren den­noch ent­täuscht, weil sie mit ei­nem Ge­winn von et­wa 56 Mio. € ge­rech­net hat­ten. Zu­dem sank der Quar­tals­um­satz ge­gen­über dem Vor­jahr von 1,6 auf 1,5 Mrd. €. Das Pro­blem des Ge­mein­schafts­un­ter­neh­mens, das in die­sem Jahr das zehn­jäh­ri­ge Be­ste­hen fei­ert, ist die zu lang­sa­me Er­neue­rung der Pro­dukt­pa­let­te. Der Welt­markt­an­teil sank in­zwi­schen auf 3%.

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