«Ri­si­ko­fä­hig­keit er­höht»

Su­va ist ab­ge­si­chert und pro­fi­ta­bel – CFO Ernst Mä­der sieht lang­fris­ti­ges Den­ken als Er­folgs­trei­ber

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - TM

Die So­zi­al­ver­si­che­rungs­an­stalt Su­va un­ter­schei­det sich von Pri­vat­ver­si­che­rern dar­in, dass ihr An­la­ge­ho­ri­zont noch län­ger ist. Sie ver­gleicht sich da­her lie­ber mit Pen­si­ons­kas­sen (PK). Dies­be­züg­lich hat sie so­wohl ku­mu­liert seit 2000, als auch im ver­gan­ge­nen Jahr mit Blick auf die re­le­van­ten Bench­marks Pic­tet BVG 25 plus und CS PK-In­dex die Na­se vorn – «dank ak­ti­vem Ma­nage­ment und ho­her Wäh­rungs­ab­si­che­rungs­quo­te» –, er­klärt Ernst Mä­der. Der CFO ist zu­frie­den: «Die Per­for­mance im Jahr 2010 liegt mit 5,5% dank Bei­trä­gen al­ler An­la­ge­klas­sen über dem lang­fris­ti­gen Mit­tel­wert.» Die Jah­res­rech­nung 2010 wer­de po­si­tiv ab­schlies­sen.

Agi­le An­stalt setzt auf Ak­ti­en

Die Su­va legt ih­re rund 39 Mrd. Fr. breit di­ver­si­fi­ziert an: 24% in ko­tier­te Ak­ti­en, 12% in Im­mo­bi­li­en, 14% in Al­ter­na­tiv­an­la­gen, den Rest in An­lei­hen. Ak­ti­en ha­ben von der glo­ba­len Er­ho­lung be­son­ders pro­fi­tiert. Der re­la­tiv ho­he An­teil ha­be sich aus­be­zahlt, vor al­lem im Fall von Schwel­len­län­der­ak­ti­en und da­mit as­so­zi­ier­te Ak­ti­en ent­wi­ckel­ter Län­der.

Fest­ver­zins­li­che Pa­pie­re konn­ten dank sin­ken­der Zin­sen noch Kurs­ge­win­ne ver­zeich­nen. «Die Luft für Bonds ist in­des dünn ge­wor­den», räumt Mä­der ein, «die di­rek­ten Er­trä­ge sind tief.» Die Su­va hält re­la­tiv we­nig fest­ver­zins­li­che An­la­gen für ei­nen Ver­si­che­rer. Die Du­ra­ti­on ist zu­dem kür­zer, die Zins­sen­si­ti­vi­tät mit­hin klei­ner. «Auf lan­ge Sicht wür­den wir uns aber hö­he­re Zin­sen wün­schen, da­mit wir künf­ti­ge Er­trä­ge und Rück­flüs­se auf ei­nem hö­he­ren Zins­ni­veau an­le­gen könn­ten.»

Die lan­ge Lauf­zeit der Ver­bind­lich­kei­ten (vor­wie­gend Ren­ten) und die in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren er­ar­bei­te­te ho­he Ri­si­ko­fä­hig­keit er­lau­ben es der Su­va, lang­fris­tig zu den­ken und von den hö­he­ren Ri­si­ko­prä­mi­en auf Ak­ti­en zu pro­fi­tie­ren. «Die­se Stra­te­gie hat sich bis­her be­währt. Die Ka­pi­tal­er­trä­ge ha­ben im Durch­schnitt der letz­ten zehn Jah­re rund 25 bis 30% der Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen fi­nan­ziert.» Ob­schon ein Ak­ti­en­en­ga­ge­ment in der letz­ten De­ka­de kaum Freu­de be­rei­tet ha­ben dürf­te, glaubt Mä­der an ih­re lang­fris­ti­ge Über­ren­di­te: «Ge­ra­de in ei­nem Tief­zins­um­feld und mit In­fla­ti­ons­ri­si­ken am län­ger­fris­ti­gen Ho­ri­zont ist ein glo­bal di­ver­si­fi­zier­tes Port­fo­lio von Sach­wer­ten und ins­be­son­de­re Ak­ti­en ein Er­folgs­fak­tor.»

In­sti­tu­tio­nel­le In­ves­to­ren ste­hen im Ver­dacht, re­la­tiv ri­gi­de An­la­ge­me­cha­nis­men zu ha­ben: Die Ak­ti­en­quo­te wird er­höht, wenn sich ei­ne Baisse er­här­tet hat bzw. hoch­ge­fah­ren, wenn die Hausse schon breit ab­ge­stützt ist. Dem wi­der­spricht Mä­der. «Wir ori­en­tie­ren uns an kon­stan­ten An­la­ge­quo­ten pro An­la­ge­klas­se und füh­ren mo­nat­lich ein kon­se­quen­tes Re­ba­lan­cing durch. Dies führt da­zu, dass in ei­ner Baisse, wenn die Ak­ti­en­quo­te fällt, zu güns­ti­gen Kur­sen zu­ge­kauft wird. Dies war auch 2009 der Fall und si­cher ein wich­ti­ger Fak­tor, dass wir die Fi­nanz­kri­se gut ge­meis­tert ha­ben.»

Wäh­run­gen im Griff

Ei­nen über­durch­schnitt­li­chen Bei­trag ha­ben Su­va Al­ter­na­tiv­an­la­gen ge­bracht. Su­va in­ves­tiert seit vie­len Jah­ren in Hedge Funds, Roh­stof­fe und Edel­me­tal­le. En­ga­ge­ments in Wan­del­an­lei­hen lau­fen pri­mär über Con­ver­ti­ble Ar­bi­tra­ge Hedge Funds. Die Per­for­mance die­ser An­la­gen sei ins­ge­samt er­freu­lich, auch wenn durch die glo­bal deut­lich ge­stie­ge­nen Kor­re­la­tio­nen die Di­ver­si­fi­ka­ti­ons­ei­gen­schaf­ten nicht mehr ganz so at­trak­tiv sei­en. Wich­tig ist Mä­der auch hier ei­ne kon­se­quen­te Wäh­rungs­ab­si­che­rung des Dol­lar­ex­po­sure, be­son­ders in den Roh­stof­fen.

Die Wäh­rungs­ri­si­ken si­chert Su­va gröss­ten­teils ab. Der Kurs­ein­bruch des Eu­ros und an­de­rer Wäh­run­gen hat­te da­her kaum Aus­wir­kun­gen. «80% al­ler Wäh­rungs­ri­si­ken sind ab­ge­deckt», er­klärt Mä­der. «Die­se Quo­te kann si­tua­tiv er­höht oder ge­senkt wer­den, was uns grund­sätz­lich zu ei­nem gros­sen Teil vor Wäh­rungs­schwan­kun­gen schützt. Im letz­ten Jahr war dies be­son­ders vor­teil­haft, weil prak­tisch al­le wich­ti­gen An­le­ge­wäh­run­gen zum Fran­ken schwä­cher no­tier­ten.»

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