Steu­er­ver­wal­tung will «Päck­li»

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - PK

Dass der Bun­des­rat mit der Too-big-to-failVer­nehm­las­sung vor­schlägt, die Emis­si­ons­ab­ga­be für in­län­di­sche Schuld­ner auf­zu­he­ben (was aus vie­len Grün­den längst über­fäl­lig ist), ist be­kannt (vgl. FuW Nr. 101 vom 29. De­zem­ber 2010). Da­mit will er die Ba­sis für Co­co le­gen, ein ei­gen­ka­pi­tal­stär­ken­des In­stru­ment (vgl. letz­te Aus­ga­be).

We­ni­ger be­kannt ist, dass auf Be­trei­ben der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung (ESTV) die Ab­schaf­fung des Emis­si­ons­stem­pels zu­min­dest für Fremd­ka­pi­tal mit ei­nem Sys­tem­wech­sel in der Ver­rech­nungs­steu­er (VST) ver­knüpft wer­den soll. Dar­auf wies Urs Ka­pal­le, Lei­ter Fi­nanz­po­li­tik und Steu­ern der Schwei­ze­ri­schen Ban­kier­ver­ei­ni­gung, auf Ein­la­dung der Ob­li­ga­tio­nen­kom­mis­si­on Schweiz am Mitt­woch hin.

Bis­lang wird die auf Cou­pons ge­schul­de­te VST vom emit­tie­ren­den Un­ter­neh­men

Kenn­zif­fern Zin­sen Schweiz di­rekt an die ESTV ab­ge­führt. Die­se er­stat­tet sie aus­län­di­schen ( je nach bi­la­te­ra­lem Steu­er­ar­ran­ge­ment) und steu­er­ehr­li­chen in­län­di­schen In­ves­to­ren zu­rück. Aus­län­di­sche Emit­ten­ten zah­len kei­ne VST, der Er­lös darf aber nicht in der Schweiz ver­wen­det wer­den. Neu soll das Zahl­stel­len­prin­zip gel­ten – die De­pot­bank in der Schweiz, nicht mehr der Emit­tent, über­weist die VST.

Da­mit wür­den auch Zin­s­er­trä­ge aus Ob­li­ga­tio­nen von Aus­land­schuld­nern er­fasst, die in De­pots von Schwei­zer Pri­vat­an­le­gern lie­gen. Sol­che Er­trä­ge sind schon heu­te steu­er­pflich­tig, aber nicht mit der Si­che­rungs­steu­er be­legt. Miss­trau­ens­vo­tum oder ur­al­ter Kom­pen­sa­ti­ons­re­flex der ESTV? Gleich­wohl be­grüsst Ka­pal­le den Sys­tem­wech­sel, for­dert aber ei­ne Ab­kop­pe­lung vom Stem­pel­teil, ei­ne Über­ar­bei­tung und ei­ne kos­ten­be­wuss­te Im­ple­men­tie­rung.

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