US-High-Yield-Bonds at­trak­tiv

IN­TER­NA­TIO­NA­LE AN­LEI­HEN Ho­her Re­fi­nan­zie­rungs­be­darf – Schlech­te Bo­ni­tä­ten vor Schwie­rig­kei­ten

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN/DEVISEN - JO­SÉ MACHI,

Re­kor­de­mis­sio­nen 2010

Seit der An­kün­di­gung des zwei­ten Sti­mu­lie­rungs­pa­kets der ame­ri­ka­ni­schen No­ten­bank im No­vem­ber zei­gen US-Staats­an­lei­hen­ren­di­ten nach oben. Des ei­nen Leid, des an­de­ren Freud: Pro­fi­teu­re vom Ver­kaufs­druck in den Staats­pa­pie­ren sind hoch­ver­zins­li­che Ob­li­ga­tio­nen (High Yield Bonds). Die­se ha­ben be­reits ei­ne zwei­jäh­ri­ge Ral­ly hin­ter sich, 2009 mit ei­ner Ren­di­te von 57,5%, 2010 mit 15,2% (Mer­rill Lynch US High Yield In­dex). Ge­trie­ben wur­de der Markt von rück­läu­fi­gen Kre­dit­ri­si­ko­prä­mi­en (Spreads). Al­lein 2010 san­ken sie zu US-Tre­a­su­ries 86 Ba­sis­punk­te – ein­her­ge­hend mit ei­nem ge­wal­ti­gen Schul­den­ab­bau der US-Un­ter­neh­men. Zahl­rei­che Grün­de spre­chen da­für, dass sich die­se Ent­wick­lung auch 2011 fort­set­zen wird – al­ler­dings we­ni­ger aus­ge­prägt. Die US-Wirt­schaft hat wie­der Fahrt auf­ge­nom­men und sorgt für kon­junk­tu­rel­len Rü­cken­wind. Der Kon­sum zeigt Er­ho­lungs­an­zei­chen, ob­schon die Ar­beits­lo­sig­keit noch im­mer hoch ist und die Kon­su­men­ten an­hal­tend Schul­den ab­bau­en. Für kon­sum­ori­en­tier­te Bran­chen stel­len sich da­her noch ei­ni­ge Fra­gen. Eben­so wird es den Un­ter­neh­men kaum mög­lich sein, die Mar­gen noch­mals aus­zu­deh­nen, da die Roh­stoff­prei­se ge­stie­gen sind.

Das bes­se­re Wirt­schafts­um­feld wirkt sich vor­teil­haft auf die Zah­lungs­fä­hig­keit von Un­ter­neh­men aus. Ge­mäss Moo­dy’s ist die Aus­fall­ra­te von 14,1% (En­de 2009) auf 3,3% (En­de 2010) ge­fal­len. Sie soll­te sich bis En­de 2011 auf 2,1% re­du­zie­ren. Die Ge­sell­schaf­ten nutz­ten die Gunst der St­un­de, um die nied­ri­gen Zin­sen an­zu­bin­den und Mit­tel auf Vor­rat zu be­schaf­fen. Ent­spre­chend er­reich­te der US-High-Yiel­dMarkt 2010 mit ei­nem Emis­si­ons­vo­lu­men von 250 Mrd. $ ei­nen Re­kord.

Im Ja­nu­ar durch­ge­star­tet

Im ers­ten Mo­nat des neu­en Jah­res setz­te sich die­ser Trend un­ge­bremst fort. In den ers­ten zwan­zig Ta­gen gin­gen 36 Emis­sio­nen mit ei­nem Vo­lu­men von 18 Mrd. $ über die Büh­ne – ge­gen­über 25 Emis­sio­nen bzw. 10 Mrd. $ im glei­chen Zei­t­raum des Vor­jah­res.

In der ver­gan­ge­nen Wo­che die gröss­ten an­ge­kün­dig­ten Deals wa­ren 1,5 Mrd. $ von Del Monte Foods mit ei­ner Preis­in­di­ka­ti­on von 8 bis 8,25%, 1 Mrd. $ der Ver­pa­ckungs­grup­pe Reynolds (In­di­ka­ti­on: 6,875 bis 7%), 750 Mio. $ in ei­ner 6,5-und 6,75%-Tran­che des Au­to­zu­lie­fe­rers Da­na, 700 Mio. $ des Fi­nanz­dienst­leis­ters Rea­lo­gy (In­di­ka­ti­on 8 bis 8,25%) so­wie 650 Mio. $ von Fre­se­ni­us zu 5,75%.

Für das gan­ze Jahr dürf­te für ge­nü­gend Nach­schub ge­sorgt sein, um ein ähn­li­ches Vo­lu­men wie im Vor­jahr zu er­rei­chen. Al­lein für Re­fi­nan­zie­run­gen müs­sen 2011 rund 66 Mrd. $, im Fol­ge­jahr 75 Mrd. auf­ge­bracht wer­den. En­ger könn­te es in den fol­gen­den Jah­ren wer­den: 2013 wer­den 89 Mrd. $ und da­nach je­des Jahr über 100 Mrd. $ High Yield Bonds fäl­lig. Hin­zu kom­men Be­trä­ge in ähn­li­cher Hö­he im Markt für Le­ver­a­ged Lo­ans.

Spe­zi­ell Un­ter­neh­men der tie­fe­ren Ra­ting­ka­te­go­ri­en (No­te B und tie­fer)mit Fäl­lig­kei­ten in 2013 und 2014 und zu­sätz­lich schwa­cher Bi­lanz könn­ten dann in Schwie­rig­kei­ten ge­ra­ten. Das zeigt sich auch an den Ab­si­che­rungs­in­stru­men­ten (Cre­dit De­fault Swaps): Der Mar­kit CDX North Ame­ri­can High Yield In­dex für BSchuld­ner stieg seit En­de Sep­tem­ber 2010 von 99 auf 106,6 in der ver­gan­ge­nen Wo­che. Hö­he­re Wer­te zei­gen an, dass die Zah­lungs­fä­hig­keit kri­ti­scher be­ur­teilt wird. An­le­ger soll­ten des­halb nur in breit di­ver­si­fi­zier­te und ak­tiv ge­ma­nag­te High-Yiel­dPort­fo­li­os in­ves­tie­ren, um das Aus­fall­ri­si­ko zu mi­ni­mie­ren.

Für 2011 wer­den die Spreads von ame­ri­ka­ni­schen High Yield Bonds noch­mals leicht zu­rück­ge­hen. Ein Teil da­von dürf­te al­ler­dings durch stei­gen­de Zin­sen ab­sor­biert wer­den. Zwei­stel­li­ge Ren­di­ten sind da­her nicht rea­lis­tisch, sie dürf­ten aber knapp dar­un­ter lie­gen. Denn auch auf der Nach­fra­ge­sei­te se­hen In­ves­to­ren an­ge­sichts stei­gen­der Zin­sen für US-Tre­a­su­ries und re­kord­ho­her Staats­ver­schul­dung in hoch­ver­zins­li­chen An­lei­hen gu­te Ren­di­ten mit ver­tret­ba­ren Ri­si­ken. Des­halb sind die Ka­pi­tal­zu­flüs­se in High Yield Bonds Funds nach wie vor hoch.

Die gröss­ten Ge­fah­ren lau­ern in exo­ge­nen Fak­to­ren, u. a. in ex­tre­men Wäh­rungs­schwan­kun­gen. Ge­fahr droht aber auch von ei­nem wirt­schaft­li­chen Rück­schlag in der Volks­re­pu­blik Chi­na oder von ei­nem geo­po­li­ti­schen Kri­sen­herd.

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