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Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - JB,

Der gröss­te TruckS­pe­di­teur der Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist zur rech­ten Zeit an die Bör­se zu­rück­ge­kehrt. Nach der schlimms­ten Fracht­re­zes­si­on, an die sich die Bran­che er­in­nern kann, stei­gen die Prei­se wie­der. Die Nach­fra­ge ist dank der Kon­junk­tur­er­ho­lung ro­bust – be­son­ders nach Leis­tun­gen ei­nes Spe­di­teurs wie Swift Trans­por­ta­ti­on (SWFT, 14.75 $ am Don­ners­tag, 2 Mrd. $ Bör­sen­wert), der über­wie­gend Kon­sum­gü­ter für den Ein­zel­han­del trans­por­tiert.

Schul­den ver­kraft­bar

Seit dem 15. De­zem­ber sind die Ti­tel an der Bör­se ko­tiert. Der Aus­ga­be­preis be­trug 11 $ je Ak­tie. Haupt­ak­tio­när mit ei­nem An­teil von 43% ist Jer­ry Moyes, der Un­ter­neh­mens­grün­der, zu­sam­men mit sei­ner Fa­mi­lie. Er be­gann sein Le­bens­werk 1966 mit nur ei­nem ein­zi­gen Truck; bis heu­te hält er als Kon­zern­chef das Steu­er fest in der Hand.

Durch die Pu­bli­kums­öff­nung schloss die Ge­sell­schaft ein eher un­rühm­li­ches Ka­pi­tel ab, das 2007 mit ei­nem kre­dit­fi­nan­zier­ten Buy­out be­gon­nen hat­te. Aus die­ser Zeit trägt Swift ei­ne be­trächt­li­che Schul­den­last von rund 1,9 Mrd. $ mit sich her­um. Bis En­de 2011 soll­te es ge­lin­gen, die Ver­bind­lich­kei­ten auf 1,7 Mrd. $ zu re­du­zie­ren, schätzt Ci­ti­group-Ana­lyst Chris­ti­an We­ther­bee. Er emp­fiehlt die Ak­ti­en zum Kauf, vor al­lem mit Blick auf das Mar­gen­stei­ge­rungs­po­ten­zi­al.

Den Ge­winn pro Ak­tie 2011 ver­an­schlagt We­ther­bee auf 1.15 $. Auf die­ser Ba­sis ver­keh­ren die Ti­tel der­zeit zum Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) von 13. Ver­gli­chen mit Kon­kur­ren­ten wie J. B. Hunt (KGV 2011: 21), Land­star (20) und Werner En­ter­pri­ses (19) ist das ei­ne be­schei­de­ne Be­wer­tung und bringt zum Aus­druck, dass Swift erst noch das Ver­trau­en der In­ves­to­ren zu­rück­ge­win­nen muss.

Dem Zy­klus aus­ge­lie­fert

Zu den Ri­si­ken ge­hö­ren aus­ser der im Bran­chen­ver­gleich ho­hen Ver­schul­dung die Ab­hän­gig­keit von re­la­tiv we­ni­gen gros­sen Kun­den wie Wal-Mart Sto­res, Cost­co, Ge­ne­ral Mills, Proc­ter & Gam­ble und Ho­me De­pot. Da­zu kommt die un­ver­meid­li­che Zykli­zi­tät des Trans­port­ge­schäfts. Ei­ne ge­wis­se Ge­fahr be­steht aus­ser­dem dar­in, dass die Treib­stoff­prei­se stei­gen könn­ten, wo­bei es dem Un­ter­neh­men we­gen des har­ten Wett­be­werbs kaum ge­lin­gen wür­de, die Mehr­kos­ten voll auf die Kun­den ab­zu­wäl­zen.

Swift ver­fügt über ei­ne Flot­te von 16 200 Fahr­zeu­gen und be­treibt lan­des­weit 35 Ver­la­de­ter­mi­nals. Das Di­enst­leis­tungs­netz geht so­gar über die Staats­gren­zen hin­aus nach Me­xi­ko und Ka­na­da, ist aber in ers­ter Li­nie auf kur­ze bis mitt­le­re Trans­port­stre­cken aus­ge­rich­tet. Ein Wachs­tums­trei­ber ist der Trans­port von Con­tai­nern, wo­bei Swift hier mit Ei­sen­bahn­ge­sell­schaf­ten wie Bur­ling­ton Nort­hern San­ta Fe und CSX ko­ope­riert. Als füh­ren­der Truck­loa­der Nord­ame­ri­kas nimmt die Ge­sell­schaft am Auf­schwung teil. Das ist – in ei­nem Satz – das Haupt­ar­gu­ment für ein En­ga­ge­ment.

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