Trou­ble in Pa­ra­di­se

HONG­KONG Fa­mi­li­en­streit um St­an­ley Hos Ka­si­no­im­pe­ri­um – Glen­co­re un­ter­wegs nach Hong­kong

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An Hong­kongs Bör­se mach­ten sich die am 3. Fe­bru­ar be­gin­nen­den Fest­lich­kei­ten zum chi­ne­si­schen Neu­jahr be­merk­bar, so­dass der Han­del et­was lust­los ver­lief. Der Hang-Seng-In­dex ver­ab­schie­de­te sich mit ei­nem Mi­nus von 1,1% auf 23 617,02 ins Wo­che­n­en­de. Im Ram­pen­licht stan­den die Fi­nanz-und Im­mo­bi­li­en­bran­che. Aber we­der die mehr­heit­lich gu­ten Un­ter­neh­mens­er­geb­nis­se noch die Ein­schät­zung des IWF, dass sich die Welt­wirt­schaft im­mer bes­ser er­holt, konn­ten die Stim­mung son­der­lich be­ein­flus­sen.

Aus­ge­zeich­net war das Ge­schäfts­jahr 2010 für Chi­na Mo­lyb­de­num (+3,1%). Der zweit­gröss­te För­de­rer des Me­talls, das für har­te Stahl­le­gie­run­gen ver­wen­det wird, konn­te den Ge­winn mit 147 Mio. $ fast ver­dop­peln. Ge­mäss Un­ter­neh­mens­pro­gno­se wird Chi­nas Nach­fra­ge für Mo­lyb­dän in den nächs­ten fünf Jah­ren durch­schnitt- lich 9% p. a. wach­sen. Zu den Ge­win­nern ge­hör­ten auch Ak­ti­en von Un­ter­neh­men, die vom glo­ba­len Han­del pro­fi­tie­ren. Da­zu zählt der Ha­fen­be­trei­ber Chi­na Mer­chants (+4,6%), der mit sei­nen Ter­mi­nals stark in Chi­nas Con­tai­ner­ge­schäft ver­an­kert ist.

An­de­rer­seits wur­de der Han­del von der Sor­ge über­schat­tet, Chi­na wer­de we­gen In­fla­ti­ons­ängs­ten an der Zins­schrau­be dre­hen. Ei­ni­ge In­ves­to­ren er­war­ten in den Neu­jahrs­fe­ri­en ei­nen Zins­schritt. Der Im­mo­bi­li­en­markt ist wie­der im Vi­sier der Be­hör­den. So wur­de die An­zah­lung für den Kauf von Zweit­woh­nun­gen von 50 auf 60% er­höht. Zu­dem ha­ben Schang­hai und Chong­qing test­wei­se ei­ne Im­mo­bi­li­en­steu­er ein­ge­führt. Ziel der Steu­er ist, die Käu­fer zu brem­sen, die meh­re­re Im­mo­bi­li­en er­wer­ben und sie zu Spe­ku­la­ti­ons­zwe­cken leer­ste­hen las­sen. Zu den Ver­lie­rern zähl­ten chi­ne­si­sche Im­mo­bi­li­en­ti­tel, die na­tur­ge­mäss sen­si­bel auf Mass­nah­men zur Steue­rung des Im­mo­bi­li­en­mark­tes re­agie­ren. Chi­na Over­seas Land & In­vest­ment fie­len 3,5%.

Von Ten­cent (+7%), Chi­nas gröss­ter In­ter­net-Ge­sell­schaft, wur­de be­rich­tet, das Un­ter­neh­men hal­te 759 Mio. $ in ei­nem Fonds be­reit, um in Tech­no­lo­gie­und In­ter­net-Be­tei­li­gun­gen zu in­ves­tie­ren. Ziel ist, den Kun­den ei­ne grös­se­re Di­enst­leis­tungs­pa­let­te an­zu­bie­ten. Schlag­zei­len schrieb der Streit zwi­schen dem 89-jäh­ri­gen Ka­si­no-Ty­coon St­an­ley Ho und sei­nen Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen. Be­tei­ligt sind vier Ehe­frau­en und 17 Kin­der, von de­nen Ho ei­ni­ge im Streit um An­tei­le an der SJM Hol­dings in Ma­cao ver­klag­te. Auf dem Spiel steht ein Ver­mö­gen von 10 Mrd. $. Ver­wir­ren­de Äus­se­run­gen von Ho, sei­nem An­walt und ei­ner PR-Fir­ma sorg­ten in SJM für ei­nen Kurs­rutsch von 6,4%. Der welt­gröss­te Roh­stoff­händ­ler, Glen­co­re, plant ein Go­ing Pu­b­lic in London und Hong­kong. Das IPO in Hong­kong soll bis zu 2,5 Mrd. $ schwer sein, im­mer­hin ein Vier­tel des ge­plan­ten Emis­si­ons­vo­lu­mens.

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