Uran­preis wei­ter im Hoch

TO­RON­TO

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - HEINZ ISLER,

Der S&P/TSX-Com­po­si­te-In­dex ge­wann in der Be­richts­wo­che bis Don­ners­tag 0,6% auf 13 410,2. Trotz vie­ler Be­rich­te über ei­ne mög­li­che Ab­schwä­chung des Wirt­schafts­wachs­tums in Chi­na und ei­ne da­mit ver­bun­de­ne Kor­rek­tur der Roh­stoff­prei­se ge­wann der Me­tall-und Mi­nen-Teil­in­dex 1,1%. Chi­na im­por­tier­te im De­zem­ber 2010 218 000 Ton­nen ver­edel­tes Kup­fer. Die Zahl liegt zwar 4,8% tie­fer als im No­vem­ber, ist aber im­mer noch hoch. Das Ma­te­ri­al wird vor al­lem für elek­tri­sche Dräh­te, Ka­bel und Röh­ren be­nö­tigt. Chi­na baut jähr­lich ein Elek­tri­zi­täts­netz­werk in der Grös­se des­je­ni­gen Gross­bri­tan­ni­ens. Die Kup­fer­nach­fra­ge dürf­te al­so kaum un­ter ei­ner wirt­schaft­li­chen Ab­küh­lung lei­den.

Ka­na­das gröss­te Kup­fer­va­lo­ren, First Quan­tum Mi­ne­rals, stie­gen 6,7% auf 120 kan. $. Der Berg­bau­kon­zern will die För­de­rung in der Kans­an­shi-Mi­ne von jähr­lich 250 000 Ton­nen Kup­fer bis 2015 auf 400 000 Ton­nen er­hö­hen. Aus­ser­dem for­ciert First Quan­tum Pro­jek­te, die den Ab­bau bis 2017 auf über 2 Mio. Ton­nen Kup­fer aus­wei­ten könn­ten. Qua­dra FNX Mi­ning ver­lo­ren 14,1% auf 13.85 kan. $. Die Ge­sell­schaft mel­de­te für das vier­te Quar­tal 2010 ei­ne un­ter den Er­war­tun­gen lie­gen­de Kup­fer­för­der­men­ge und senk­te die Ab­bau­pro­gno­se für 2011 um 15% auf 240 Mio. Pfund Kup­fer. Qua­dra nann­te Pro­ble­me in den Mi­nen Ro­bin­son, Car­lo­ta und Franke als Grün­de. Der Urans­pot­preis stieg er­neut (+2 $ auf 70 $ je Pfund). Ge­mäss in­of­fi­zi­el­len An­ga­ben soll Chi­na im De­zem­ber 3000 Ton­nen Uran im­por­tiert ha­ben, 38% mehr als im No­vem­ber. Im Ge­samt­jahr 2010 soll es über 17 000 Ton­nen Uran ein­ge­führt ha­ben – ei­ne Men­ge, die 24% der für 2011 ge­schätz­ten Nach­fra­ge von 72 269 Ton­nen ent­spricht. Ex­per­ten er­war­ten für die nächs­ten Mo­na­te wei­ter stei­gen­de Prei­se, weil sich Ver­sor­ger in Eu­ro­pa, Nord­ame­ri­ka und Asi­en Ur­an­lie­fe­run­gen für die Zu­kunft si­chern wol­len.

Uran­erz Ener­gy (+9,1% auf 5.15 kan. $) er­reich­ten ein All­zeit­höchst: Die Ge­sell­schaft er­hielt von den Be­hör­den die Nach­richt, dass ihr Ni­chols-Ran­ge-Uran­pro­jekt im US-Bun­des­staat Wyo­ming kei­ne grös­se­ren Um­welt­pro­ble­me mit sich brin­ge. Nun könn­te der Ab­bau 2012 auf­ge­nom­men wer­den. Die Zu­stim­mung der Be­hör­den ist auch güns­tig für den Wett­be­wer­ber Ur-Ener­gy (+4% auf 2.87 kan. $), der zur­zeit um ei­ne Li­zenz für das eben­falls in Wyo­ming ge­le­ge­ne Lost-Cree­kPro­jekt er­sucht. Fes­ter wa­ren Ura­ni­um One (+7,1% auf 5.85 kan. $) und De­ni­son Mi­nes (+4,3% auf 3.42 kan. $).

Uran­erz er­hielt grü­nes Licht

Po­tash über­zeugt

Der S&P/TSX-Glo­bal-Gold-In­dex ver­lor 2%. Das Kurs-Buch­wert-Ver­hält­nis (KBV) von 1,1 für gros­se und mitt­le­re Gold­ak­ti­en zeigt, dass die Ti­tel nie mehr so bil­lig wa­ren, seit es zu Be­ginn der Fi­nanz­kri­se im Herbst 2008 zu Mas­sen­ver­käu­fen ge­kom­men und das KBV auf knapp un­ter 1 ge­fal­len war. Nor­ma­ler­wei­se han­deln die Wer­te zu ei­nem KBV zwi­schen 1,3 und 1,6.

South Ame­ri­can Sil­ver ge­wan­nen 15,6% auf 1.85 kan. $. Die Ge­sell­schaft be­rei­tet ei­ne Vor-Mach­bar­keits­stu­die für das Sil­ber-In­di­um-Pro­jekt in Bo­li­vi­en vor. Rund 70% des ge­för­der­ten In­di­ums wer­den für Flach­bild­schir­me ver­wen­det. Aus­ser­dem treibt South Ame­ri­can Sil­ver das Es­ca­lo­nes-Kup­fer-Gold-Mo­lyb­dän-Pro­jekt in Chi­le vor­an. Das Ge­län­de liegt nur 35 km ent­fernt von ei­ner der gröss­ten Mi­nen der Welt, El Te­ni­en­te. Bohr­ar­bei­ten von 1998 zeig­ten ei­nen Kup­fer­ge­halt von 1,3%.

Der welt­gröss­te Ka­li­her­stel­ler Po­tash (+6,9% auf 172.26 kan. $) prä­sen­tier­te bes­se­re Zah­len zum Ab­schluss­quar­tal als er­war­tet. Die Ka­li­prei­se stei­gen: Kürz­lich wur­den in Chi­na 400 $ pro Ton­ne be­zahlt, 50 $ mehr als 2010. Der ge­gen­wär­ti­ge Ak­ti­en­kurs von Po­tash liegt we­sent­lich über dem ge­schei­ter­ten An­ge­bot von BHP Bil­li­ton. Die Ge­sell­schaft will im Fe­bru­ar die Ak­tie im Ver­hält­nis drei zu eins split­ten.

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