Ein Markt für Tak­ti­ker

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - RO­LAND VOGT

Es ist nur 51 Ta­ge her, seit Giv­au­dan den höchs­ten Kurs­stand seit dreis­sig Mo­na­ten er­reich­te. In der Zwi­schen­zeit hat der Ti­tel kei­ne mar­kan­te, neue Kur­stief­punk­te ge­schrie­ben. Woll­ten wir un­ver­fäng­lich über den Ti­tel ur­tei­len, könn­ten wir uns nach dem Ist-Zu­stand rich­ten. Der wür­de zei­gen, dass mit Giv­au­dan noch al­les in Ord­nung ist. Da­mit lö­sen wir kei­ne Re­ak­tio­nen aus.

Giv­au­dan

Wenn wir mehr bie­ten wol­len, gilt es zu über­le­gen, was ein En­ga­ge­ment bie­ten könn­te und wel­ches Ri­si­ko da­für ein­ge­gan­gen wer­den müss­te. Giv­au­dan no­tie­ren wie­der auf dem­sel­ben Kurs­ni­veau wie vor sie­ben Mo­na­ten. Da­für, dass sol­che Kurs­rück­schlä­ge mög­lich sind, sorgt die qua­li­ta­ti­ve Markt­ver­fas­sung. In­ves­to­ren, die ei­nen ab­so­lu­ten Re­turn an­stre­ben, soll­te die­se so wich­tig sein wie der ak­tu­el­le Kurs und des­sen Zu­ord­nung in ei­nem Trend­mo­dell.

Trends lau­fen im­mer ir­gend­wann aus. Sind die Po­si­tio­nen be­zo­gen, ver­mö­gen auch die al­ler­bes­ten Mel­dun­gen kei­ne neu­en In­ves­to­ren mehr zu mo­bi­li­sie­ren. Der Preis­auf­trieb lässt nach, die Kurs­ge­win­ne wer­den auf pro­zen­tua­ler Ba­sis zu­se­hends ge­rin­ger. Mo­men­tu­min­di­ka­to­ren mes­sen den Kurs­vor­trieb re­la­tiv. (Glos­sar zu Be­grif­fen der tech­ni­schen Ana­ly­se un­ter www.in­vest.ch/tap). Wäh­rend ein Auf­wärts­trend noch ak­tiv ist, fal­len die­se ab, so­bald ein ge­wis­ser Sät­ti­gungs­grad er­reicht ist. Der Pro­zess kann sich hin­zie­hen – ein pas­sen­der Aus­lö­ser kann durch­aus die Din­ge kurz­fris­tig ver­bes­sern. Ei­ne ne­ga­ti­ve Mel­dung hin­ge­gen trifft die in die­sem Zu­stand be­find­li­che Ak­tie auf der Breit­sei­te. Und ne­ga­ti­ve Mel­dun­gen blei­ben nicht dau­er­haft aus. Wir ha­ben im Chart mar­kiert, ab wann die Mo­men­tumwer­te bei Giv­au­dan zu sin­ken be­gon­nen ha­ben.

Wie dar­auf zu re­agie­ren ist, hängt von den ei­ge­nen Prä­fe­ren­zen ab. Es gibt ver­schie­de­ne Ver­fah­ren, wie man zu ei­ner Ent­schei­dung ge­lan­gen kann. Der ei­ne In­ves­tor wird sei­ne Stopps en­ger zie­hen. Der an­de­re trennt sich von ei­ner Ak­tie di­rekt, wenn der Trend ge­wis­se Qua­li­täts­merk­ma­le nicht mehr er­füllt. Von Giv­au­dan er­war­ten wir, dass sich die Kur­se wäh­rend der kom­men­den zwei bis fünf Wo­chen wie­der ver­bes­sern. Kur­se um 1010 Fr. lie­gen drin, so­dass der Ti­tel für Tak­ti­ker in­ter­es­sant sein kann. Aus stra­te­gi­scher Sicht ist die­ses Po­ten­zi­al ir­re­le­vant: Das Preis­mo­men­tum fällt auch im lang­fris­tig wich­ti­gen Wo­chen­chart.

Swiss­com

Bes­ser ab­ge­stützt sind Swiss­com Na­men. Der ih­nen zu­grun­de lie­gen­de Auf­wärts­trend hat zwar im No­vem­ber eben­falls ei­ne Über­sät­ti­gung er­reicht. Die nur kurz­fris­tig über­sät­tig­ten Ver­hält­nis­se wur­den aber durch ei­ne drei­eck­för­mi­ge Seit­wärts­be­we­gung kor­ri­giert.

Der vor­aus­sicht­li­che Um­fang ei­ner er­war­te­ten Preis­be­we­gung kann an­satz­wei­se durch die Grös­se ei­ner Struk­tur er­mit­telt wer­den. Für Swiss­com führt das zu ei­nem Schätz­wert von 432 Fr. Um die po­ten­zi­ell aus­sichts­rei­che Si­tua­ti­on zu er­hal­ten, muss der Ti­tel über 410/412 Fr. blei­ben. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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