Mr. Burck­hardt wird Mr. Pre­si­dent

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE - MR

Burck­hardt Com­pres­si­on ist ei­ne der er­folg­reichs­ten Pu­bli­kums­öff­nun­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re, und das Ge­sicht des Un­ter­neh­mens, «Mis­ter Burck­hardt», ist Va­len­tin Vogt. Nun wird er Prä­si­dent: Per 1. April des Ver­wal­tungs­rats von Burck­hardt Com­pres­si­on, wie seit De­zem­ber be­kannt; per 1. Ju­li des Schwei­ze­ri­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bands, wie die­se Wo­che mit­ge­teilt wur­de. In gut zwei Mo­na­ten wird Mar­cel Paw­licek ope­ra­ti­ver Chef des Kol­ben­kom­pres­sor­bau­ers sein. Dann wird Vogt mehr Zeit ha­ben für Tä­tig­kei­ten aus­ser­halb des Ge­sell­schafts­sit­zes in Win­ter­thur – wo er auch kein Bü­ro mehr ha­ben wird. Dass der Voll­blut­in­dus­tri­el­le die­ses Ver­bands­amt über­nimmt, un­ter­streicht zu­sätz­lich sei­nen Wil­len, dem Nach­fol­ger Platz zu ma­chen. Va­len­tin Vogt ist über­dies Vi­ze­prä­si­dent des Ver­wal­tungs­rats des Ma­schi­nen­bau­ers Star­rag He­ckert so­wie Mit­glied des Vor­stands­aus­schus­ses von Swiss­mem (Ma­schi­nen-, Elek­tro-und Me­tall­in­dus­trie). Va­len­tin Vogt hat ge­mein­sam mit sei­nem Team aus ei­nem Pro­blem­fall ei­ne Per­le ge­macht. Der HSG-Öko­nom mit Fach­rich­tung Fi­nanz-und Rech­nungs­we­sen trat 1985 in die Di­ens­te von Sul­zer. Der Kon­zern wur­de in den Jah­ren 2000 und 2001 gründ­lich um­ge­baut; Vogt und sei­ne Ge­schäfts­lei­tungs­kol­le­gen er­war­ben, un­ter­stützt vom Zwi­schen­fi­nan­zie­rer Zur­mont, über ein Ma­nage­ment Buy­out das da­mals lei­den­de Kom­pres­sor­ge­schäft. Vogt re­struk­tu­rier­te die nun selb­stän­di­ge Burck­hardt Com­pres­si­on zü­gig – na­ment­lich wur­de der Be­trieb in Ba­sel ge­schlos­sen und die Pro­duk­ti­on auf den Stand­ort Win­ter­thur kon­zen­triert. Das Un­ter­neh­men ent­wi­ckel­te sich er­freu­lich. Im Ju­ni 2006 ka­men die Ak­ti­en zu 85 Fr. ins Pu­bli­kum. Ge­gen En­de 2007 kos­te­ten Burck­hardt über 350 Fr., heu­te liegt der Preis über 260 Fr. Die Ge­sell­schaft, die rund 350 Mio. Fr. Um­satz er­wirt­schaf­tet, hat stets Di­vi­den­de be­zahlt und im­mer sehr be­acht­li­che zwei­stel­li­ge Be­triebs­ge­winn­mar­gen aus­ge­wie­sen. Die Re­zes­si­on ging zwar nicht spur­los an Burck­hardt Com­pres­si­on vor­bei – 2009 muss­ten Stel­len ab­ge­baut wer­den –, doch die Er­trags­kraft blieb im­mer weit über­durch­schnitt­lich. Das Ma­nage­ment ist nach wie vor be­tei­ligt; Vogt hält nach letz­tem Kennt­nis­stand 6,5%. Da kommt al­so ein Ma­cher ans Ru­der des Ar­beit­ge­ber­ver­bands, je­mand, der kla­re Mei­nun­gen ver­tritt und rasch ent­schei­det. Mit Jahr­gang 1960 ist Va­len­tin Vogt auch noch längst frisch ge­nug, um die­se Auf­ga­be, die et­wa ei­nen bis an­dert­halb Ta­ge Ein­satz pro Wo­che for­dert, nicht bloss als ze­re­mo­ni­el­les Se­nio­ren­pöst­chen zu be­trach­ten. In wel­che Rich­tung er wir­ken will, lässt Vogt noch of­fen; bis zum 1. Ju­li ist Ru­dolf Stämpf­li Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent.

Vogt ist of­fen, un­kom­pli­ziert und zu­pa­ckend, von ge­sun­dem Men­schen­ver­stand – und kein Freund ex­or­bi­tan­ter Löh­ne: Die mit ihm zwölf­köp­fi­ge Ge­schäfts­lei­tung er­hielt 2009 gut 3,3 Mio. Fr. aus­be­zahlt. Das wird Vogt be­son­ders im Um­gang mit den Ge­werk­schaf­ten Glaub­wür­dig­keit ver­lei­hen. Er ist par­tei­los und strebt auch kei­ne po­li­ti­sche Kar­rie­re an, was sei­ne Un­ab­hän­gig­keit zu­sätz­lich stützt. Va­len­tin Vogt fasst sei­ne Be­reit­schaft, et­was für ei­ne brei­te­re Öf­fent­lich­keit zu leis­ten, so zu­sam­men: «Die Schweiz ist ein Er­folgs­mo­dell. Es geht dar­um, dass sie das bleibt und kein Aus­laufmo­dell wird.»

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