«Em­mi sol­len Wachs­tums­ak­ti­en blei­ben»

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - IN­TER­VIEW: WOLF­GANG GAM­MA

Um sie zu be­schleu­ni­gen, ha­ben wir die Ko­ope­ra­ti­on auf­ge­kün­digt. Ein de­fi­ni­ti­ves Aus ist nicht aus­zu­schlies­sen. Ei­ne Aus­wei­tung ist nicht an­zu­neh­men, weil Da­no­ne mit ei­ge­nen Kon­zep­ten den Uni­milk-Ka­nal be­schi­cken wird. In­so­fern ist die stra­te­gi­sche Op­ti­on Russ­land vo­r­erst auf Eis ge­legt.

Das Wachs­tum muss auch fi­nan­ziert wer­den. Wel­chen Weg schla­gen Sie ein? Wir wol­len min­des­tens 40% Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te hal­ten. En­de 2010 wer­den es et­wa 55% ge­we­sen sein. Die Dif­fe­renz von 15% könn­ten wir ein­set­zen, was sich mit dem Ein­satz von Fremd­ka­pi­tal ver­dop­peln lies­se. Das heisst, wir kön­nen für meh­re­re hun­dert Mil­lio­nen Fran­ken ak­qui­rie­ren, oh­ne ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung vor­zu­neh­men. Sich­ten wir et­was am Ho­ri­zont, das teu­rer wä­re, schlies­se ich ei­ne Auf­sto­ckung des Ka­pi­tals nicht aus.

Wel­che Plä­ne ha­ben Sie auf dem Heim­markt Schweiz? Wir kön­nen uns mit dem be­ste­hen­den Mar­ken­port­fo­lio wei­ter ver­bes­sern. In Er­gän­zung zum Mar­ken­fo­kus wer­den wir Voll­sor­ti­men­t­an­bie­ter blei­ben und uns wie bis­her als Ei­gen­mar­ken­pro­du­zent an­bie­ten. Da­zu wol­len wir un­se­ren Han­dels­part­nern In­no­va­tio­nen und gu­te Leis­tun­gen bie­ten. Das ist ein gu­tes Trai­nings­la­ger für un­se­re in­ter­na­tio­na­len Plä­ne. Wir ha­ben in der Kon­so­li­die­rung früh­zei­tig ei­ne ak­ti­ve Rol­le über­nom­men und uns da- durch in­dus­tri­ell op­ti­mie­ren kön­nen. Nur so ha­ben wir die Chan­ce er­hal­ten, in­ter­na­tio­nal er­folg­reich zu wer­den.

In Sa­chen In­no­va­ti­on hat Em­mi in den letz­ten Jah­ren merk­lich Tem­po zu­rück­ge­nom­men. Wird das so blei­ben? Die Ver­gan­gen­heit hat uns ge­lehrt, dass es ris­kant ist, vie­le Kon­zep­te gleich­zei­tig zu ver­fol­gen. Der Hys­te­rie Markt­neu­hei­ten zu ver­fal­len, ist das fal­sche Re­zept. Un­se­re Pro­duktran­ge lässt ei­ne in­ter­ne Ent­wick­lung zu. Die Fra­ge ist: Wie brin­gen wir Schub in die be­ste­hen­den Li­ni­en? 2010 ha­ben wir die rich­ti­gen Ant­wor­ten ge­fun­den, denn die Stra­te­gie wur­de mit deut­lich zwei­stel­li­gen Wachs­tums­ra­ten in Kalt­bach, Caf­fè Lat­te und der Em­mi-Dach­mar­ke ge­krönt. Wir wer­den auch im lau­fen­den Jahr kei­ne Ver­suchs­bal­lo­ne star­ten mit ei­ner neu­en Platt­form, son­dern die be­ste­hen­den wei­ter­ent­wi­ckeln.

Die Ak­ti­en Em­mi ha­ben im Herbst 2010 in Kür­ze gut 35% ge­won­nen. Das In­ves­to­ren­in­ter­es­se hat deut­lich zu­ge­nom­men. Wor­auf ist das zu­rück­zu­füh­ren? Ein so­li­der Halb­jah­res­ab­schluss war die Aus­gangs­la­ge. Un­se­re ge­ziel­ten Zu­käu­fe wie zu­letzt On­ken und Cy­press Grove fan­den An­er­ken­nung. Das Durch­stos­sen von 1 Mrd. Fr. Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung er­mög­lich­te den Zu­gang neu­er An­le­ger. Da­zu kommt, dass Em­mi ten­den­zi­ell un­ter­be­wer­tet wa­ren und da­durch ein Auf­hol­po­ten­zi­al bo­ten.

Ist die Un­ter­be­wer­tung nach dem Spurt vor Jah­res­en­de nun aus­ge­gli­chen? Das wird der Markt be­ur­tei­len. Wir kön­nen mit un­se­rer Stra­te­gie und Wei­ter­ent­wick­lung die Ar­gu­men­te zur Ein­schät­zung lie­fern. Vie­le Ana­lys­ten ha­ben die Ti­tel auf «Kau­fen» oder «Hal­ten», was Kur­s­po­ten­zi­al auf­zeigt.

Hat sich das Ak­tio­na­ri­at ver­än­dert? Wir ha­ben kei­nen neu­en Gross­ak­tio­när. Ver­mehrt in­ter­es­sie­ren sich aber auch aus­län­di­sche In­ves­to­ren aus den Märk­ten, in de­nen wir tä­tig sind.

Wird Em­mi we­gen der neu­en In­ves­to­ren die Aus­schüt­tungs­po­li­tik über­den­ken? Wir ha­ben die Aus­schüt­tung bis­her am Er­trag ori­en­tiert und kon­ti­nu­ier­lich er­höht. Der Ent­scheid für 2010 steht noch aus. Ei­ne Än­de­rung der Po­li­tik ist aber nicht ge­plant, weil wir ge­nü­gend Mit­tel für Ak­qui­si­tio­nen be­reit­hal­ten wol­len. Em­mi sol­len Wachs­tums­ak­ti­en blei­ben.

Ist Em­mi auf dem Ra­dar aus­län­di­scher Kon­zer­ne? Von In­vest­ment­ban­ken er­hal­ten wir im­mer wie­der In­ter­es­se si­gna­li­siert. Ge­sprä­che ha­ben wir noch nie ge­führt. Wir sind über­zeugt, dass wir uns aus ei­ge­ner Kraft bes­ser ent­wi­ckeln und aus dem At­tri­but Swiss­ness selbst den ge­wünsch­ten Pro­fit schla­gen kön­nen.

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