Lo­gi­tech klickt sich durch

PC-Zu­be­hör­her­stel­ler macht mehr «Mäu­se» in Chi­na – Ro­bus­ter Weih­nachts­ver­kauf – Ak­ti­en reiz­voll

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - CHRIS­TOPH GISIGER

Lo­gi­tech kommt im­mer bes­ser in Form. Der Her­stel­ler von Zu­be­hör für Com­pu­ter so­wie Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik legt in Chi­na ein ho­hes Wachs­tums­tem­po vor und re­vi­diert die Pro­gno­se für das Ge­samt­jahr be­reits zum drit­ten Mal nach oben. Um am Puls des Mark­tes zu blei­ben, muss er sich künf­tig aber noch mehr an­stren­gen.

Kon­zern­chef Ge­rald Quind­len kann vor­läu­fig zu­frie­den zu sein. Spe­zi­ell in der Wachs­tums­re­gi­on Asi­en läuft es Lo­gi­tech der­zeit rund. Der welt­gröss­te Her­stel­ler von Com­pu­ter­mäu­sen hat im drit­ten Quar­tal (per En­de De­zem­ber) die Ein­nah­men in Chi­na mehr als ver­dop­pelt und ist gut un­ter­wegs, das Reich der Mit­te zu ei­nem sei­ner drei gröss­ten Ab­satz­märk­te zu ma­chen. Er­folg­reich ver­lief auch das Weih­nachts­ge­schäft in Ame­ri­ka. Nur in Eu­ro­pa sta­gnier­te der Um­satz.

Um­satz­pro­gno­se er­höht

Die Zah­len spie­geln das Ex­pan­si­ons­tem­po. Ge­mes­sen an der Vor­jah­res­pe­ri­ode hat Lo­gi­tech den Ver­kauf gut 20% auf mehr als 750 Mio. $ ge­stei­gert, was ei­nem Quar­tals­re­kord ent­spricht. Der Ge­winn nahm von 57 auf 65 Mio. $ zu und be­wegt sich im Rah­men der Er­war­tun­gen. Für das En­de März aus­lau­fen­de Ge­schäfts­jahr rech­net die Füh­rung neu mit 2,4 bis 2,42 Mrd. $. Ein­nah­men, nach­dem sie bis­lang 2,35 bis 2,4 Mrd. $ in Aus­sicht ge­stellt hat­te. Ope­ra­tiv wer­den wei­ter­hin 170 bis 180 Mio. $ Be­triebs­ge­winn (Ebit) an­vi­siert. Wir er­war­ten un­ver­än­dert knapp 165 Mio. $ Ge­winn bzw. gut 90 Rp. pro Ak­tie.

Die In­ves­to­ren gou­tier­ten die Nach­rich­ten wohl­wol­lend. Die di­vi­den­den­lo­sen Ak­ti­en Lo­gi­tech rück­ten am Don­ners­tag in ei­nem schwa­chen Ge­samt­markt vor. Auf den Lor­bee­ren aus­ru­hen kann sich der Kon­zern je­doch nicht. Sein Geld ver­dient er in ers­ter Li­nie mit ka­bel­lo­sen Com­pu­ter­mäu­sen, Web-Ka­me­ras so­wie Spiel­kon­so­len, die auf Desk­top-Com­pu­ter, Lap­tops oder Note­books aus­ge­rich­tet sind. Wenn der Markt für Tablet-Com­pu­ter wie das iPad rich­tig in Schwung kommt, braucht es sol­che Pe­ri­phe­rie­ge­rä­te je­doch zu­se­hends we­ni­ger, denn an den neu­en Ge­rä­ten wer­den Be­feh­le mit den blos­sen Fin­gern di­rekt auf dem Bild­schirm aus­ge­führt, und Ka­me­ras sind meist in­te­griert. Das setzt Lo­gi­tech un­ter Zug­zwang, selbst wenn ein Vier­tel des Sor­ti­ments bald mit Tablet-Com­pu­tern kom­pa­ti­bel sein soll.

Mit Goog­le ins Wohn­zim­mer

Das Ma­nage­ment sieht sich da­her nach neu­en Märk­ten um. Be­reits im Herbst 2009 hat Lo­gi­tech mit Li­fe Si­ze ei­nen Spe­zia­lis­ten für Vi­deo­kon­fe­ren­zen über­nom­men und rech­net sich fer­ner mit Uni­ver­sal-Fern­be­die­nun­gen für TV, Com­pu­ter, DVD etc. Chan­cen aus.

Weil Fern­se­hen und In­ter­net im­mer mehr mit­ein­an­der ver­schmel­zen, ar­bei­tet das Un­ter­neh­men aus­ser­dem mit Goog­le zu­sam­men, was – vor al­lem in den Me­di­en – für viel Auf­merk­sam­keit sorgt. Sich auch im Wohn­zim­mer ein­zu­quar­tie­ren, wird für Goog­le je­doch nicht ein­fach. Die TVOf­fen­si­ve läuft in­zwi­schen seit Ok­to­ber in den USA und hat Lo­gi­tech im drit­ten Quar­tal rund 25 Mio. $ Um­satz ein­ge­bracht. Bis En­de Jahr sol­len sich die Ein­nah­men auf 40 Mio. $ be­lau­fen, was nicht ge­ra­de für ei­nen ra­schen Durch­bruch spricht. Auch sper­ren sich die mäch­ti­gen TV-Netz­wer­ke bis­lang ge­gen ei­ne Ko­ope­ra­ti­on.

Ob der Kon­zern wirk­lich auf dem rich­ti­gen Weg ist, wird sich erst auf mitt­le­re Sicht zei­gen. Vor­läu­fig bleibt Lo­gi­tech ei­ne gut ge­öl­te Wachs­tums­ma­schi­ne. So­lan­ge sich die Kon­junk­tur wei­ter er­holt, be­hal­ten die Ak­ti­en mit der Mi­schung aus ITund Kon­sum­gü­ter­cha­rak­ter ih­ren Reiz.

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