Ju­ras­si­sche KB er­höht Di­vi­den­de

Pen­si­ons­kas­se be­las­tet nicht mehr – Bank­prä­si­dent mit Blick auf 2011 zu­ver­sicht­lich – Ak­ti­en höchs­tens für An­le­ger in Re­gi­on ge­eig­net

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - RE­TO GY­SI VON WART­BURG

Die Ban­que Can­to­na­le du Ju­ra (BCJ) – die jüngs­te und kleins­te der 24 Kan­to­nal­ban­ken – prä­sen­tiert ei­nen gu­ten Jah­res­ab­schluss. Der um die Zu­wei­sung an die Re­ser­ven für all­ge­mei­ne Ban­k­ri­si­ken be­rei­nig­te Ge­winn ver­bes­ser­te sich 19%, was der Bank er­laubt, ei­ne Di­vi­den­den­er­hö­hung von 1.54 auf 1.70 Fr. pro Ak­tie vor­zu­schla­gen.

Die er­freu­li­che Ge­winn­ent­wick­lung ist kos­ten­sei­tig zu be­grün­den. Der Ge­schäfts­auf­wand fiel 4,5 Mio. Fr. oder 16% nied­ri­ger aus als im Vor­jahr (vgl. Ta­bel­le). Dies ist zum ei­nen auf den Son­der­auf­wand für die Pen­si­ons­kas­se zu­rück­zu­füh­ren, der den Vor­jah­res­auf­wand um 2,8 Mio. Fr. auf­ge­bläht hat­te. Zum an­de­ren hat­te die Mi­gra­ti­on auf die neus­te Ge­ne­ra­ti­on der Ibis-In­for­ma­tik­platt­form ge­mäss der Bank be­deu­ten­de Kos­ten­sen­kun­gen zur Fol­ge.

Der Er­trag der BCJ war rück­läu­fig. Das Zin­s­er­geb­nis ver­schlech­ter­te sich 1,1%, wo­bei eben­falls ein Son­der­ef­fekt zu be­ach­ten ist. Die Bank ver­rech­ne­te die Ab­gel­tung der Staats­ga­ran­tie erst­mals für ein vol­les Jahr über den Zins­sal­do. 2010 lie­fer­te sie dem Kan­ton da­für fast 600 000 Fr. ab. Oh­ne die­sen Ef­fekt wä­re der Zins­er­folg sta­bil ge­blie­ben, das al­ler­dings mit ei­nem we­sent­lich grös­se­ren Ge­schäfts­vo­lu­men. Dar­in zei­ge sich, dass die BCJ «den Kun­den wei­ter­hin be­son­ders gu­te Kon­di­tio­nen an­bie­tet», sag­te Bank­prä­si­dent Paul-André Sang­lard ge­mäss Re­de­text vor den Me­di­en. Die Kun­den­aus­lei­hun­gen wur­den 6,7% aus­ge­wei­tet, die Kun­den­gel­der 7,9%. Für 2011 stell­te Sang­lard ein «leich­tes Wachs­tum» des Zin­s­er­geb­nis­ses in Aus­sicht. Er zählt zu­dem dar­auf, dass auch der Er­folg aus dem Kom­mis­si­ons-und Di­enst­leis­tungs­ge­schäft zu­neh­men wird, weil sich die Fi­nanz­märk­te wei­ter er­ho­len dürf­ten. Kos­ten­sei­tig soll sich die neue ITPlatt­form noch­mals in Ein­spa­run­gen nie­der­schla­gen.

Die BCJ steht auf ei­nem so­li­den Fun­da­ment. Der Fin­ma-Ei­gen­mit­tel­de­ckungs­grad er­reich­te En­de Jahr 198% (2009: 197%) und da­mit fast das Ziel, das ge­setz­li­che Mi­ni­mum um den Fak­tor zwei zu über­tref­fen. Ei­ne gu­te Ka­pi­ta­li­sie­rung sei für die BCJ be­son­ders wich­tig, weil sie in ei­nem klei­nen, we­nig dif­fe­ren­zier­ten Markt ak­tiv und da­mit zu­sätz­li­chen Ri­si­ken aus­ge­setzt sei, er­klär­te Sang­lard.

Die Ak­ti­en der BCJ wer­den un­ter ih­rem Buch­wert ge­han­delt und er­schei­nen da­mit at­trak­tiv. Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 14 (Ba­sis ge­schätz­ter Ge­winn 2011) und die Di­vi­den­den­ren­di­te von 2,9% sind im Bran­chen­ver­gleich al­ler­dings nicht her­aus­ra­gend. Der Han­del in den Ti­teln ist zu­dem aus­ser­or­dent­lich dünn, an man­chen Bör­sen­ta­gen kommt kein ein­zi­ger Ab­schluss zu­stan­de. Die Va­lo­ren sind des­halb höchs­tens für An­le­ger in­ter­es­sant, die be­wusst in die Re­gi­on Ju­ra in­ves­tie­ren wol­len.

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