Die Uh­ren­in­dus­trie wird Wachs­tums­spit­zen­rei­ter sein

Finanz und Wirtschaft - - KONJUNKTURSPIEGEL - AN

Al­le Schwei­zer Bran­chen sind in die Wachs­tums­zo­ne zu­rück­ge­kehrt. Sie pro­fi­tie­ren vom glo­ba­len Auf­schwung, be­son­ders der Bes­se­rung in Deutsch­land, dem wich­tigs­ten Han­dels­part­ner der Schweiz, und von der gu­ten Kon­sum­lau­ne im In­land, die wie­der­um auf der an­hal­ten­den Zu­wan­de­rung und der Sta­bi­li­sie­rung am Ar­beits­markt ba­siert. Die­se Er­ho­lung wird sich im lau­fen­den Jahr fort­set­zen, al­ler­dings in ei­nem ab­ge­schwäch­ten Tem­po. Das sa­gen die Öko­no­men von Cre­dit Suis­se in ih­rem am Mitt­woch er­schie­ne­nen Bran­chen­hand­buch 2011 vor­aus.

Die Ver­brau­cher wer­den künf­tig vor­sich­ti­ger agie­ren. Das be­kommt der De­tail­han­del zu spü­ren, für den die CS-Ana­lys­ten «ei­ne po­si­ti­ve, aber ab­fla­chen­de Dy­na­mik» pro­phe­zei­en. Die Wirt­schafts­for­scher von Bak Ba­sel Eco­no­mics ka­men am Mon­tag zu ei­nem ver­gleich­ba­ren Er­geb­nis und pro­gnos­ti­zie­ren ein rea­les Um­satz­wachs­tum von 1,4% – halb so viel wie im Vor­jahr.

Auch das Gast­ge­wer­be wird Fe­dern las­sen. Nor­ma­ler­wei­se re­agiert die­se Bran­che zeit­lich ver­zö­gert auf Kon­junk­tur­zy­klen, wo­bei die Be­her­ber­gungs­in­dus­trie dies­be­züg­lich am kon­junk­tur­emp­find­lichs­ten ist. 2011 wird vor al­lem die un­güns­ti­ge Wech­sel­kurs­re­la­ti­on die Um­satz­aus­sich­ten schmä­lern. Denn mehr als die Hälf­te der Ho­tel­über­nach­tun­gen geht auf das Kon­to aus­län­di­scher Gäs­te. Nach­dem die ers­te Auf­wer­tungs­wel­le dank der gu­ten in­ter­na­tio­na­len Kon­junk­tur kaum Aus­wir­kun­gen ge­habt ha­be, rech­net CS mit ver­zö­ger­ten Fol­gen des Kurs­an­stiegs des Fran­kens ab dem Früh- jahr 2010. Vor al­lem die Nach­fra­ge aus dem Eu­ro­raum und aus Gross­bri­tan­ni­en wer­de 2011 sin­ken.

Das Gast­ge­wer­be ist der ein­zi­ge der 32 un­ter­such­ten Wirt­schafts­zwei­ge, des­sen Kon­junk­tur­aus­sich­ten die CS-Öko­no­men ne­ga­tiv be­ur­tei­len. Für zwölf wei­te­re wer­den sie nur als sta­bil bzw. sta­gnie­rend ein­ge­stuft. Zu den pro­mi­nen­tes­ten zäh­len Ban­ken und Ver­si­che­run­gen so­wie das Im­mo­bi­li­en­we­sen, die Bau­wirt­schaft ein­schliess­lich Ar­chi­tek­ten und In­ge­nieu­re.

Wachs­tums­spit­zen­rei­ter wird hin­ge­gen die Uh­ren­in­dus­trie sein. Nach dem re­zes­si­ons­be­ding­ten Ex­port­ein­bruch lie­gen die Um­sät­ze be­reits wie­der auf dem Ni­veau von 2007, dem zweit­bes­ten Jahr der Bran­chen­his­to­rie. Die welt­wei­te Nach­fra­ge nach Lu­xus­gü­tern sei ent­schei­dend: Im­mer­hin ex­por­tie­ren die hel­ve­ti­schen An­bie­ter 95% der pro­du­zier­ten Wa­ren und macht das obers­te Preis­seg­ment wert­mäs­sig rund 70% des Bran­chen­um­sat­zes aus.

Ge­ne­rell wer­den ex­port­ori­en­tier­te In­dus­tri­en, be­son­ders sol­che mit ei­nem star­ken Stand­bein in den boo­men­den Schwel­len­län­dern, 2011 äus­serst güns­tig ab­schnei­den. Da­zu zählt CS Che­mie und Phar­ma so­wie die Me­tall-, Ma­schi­nen-und Elek­tro­in­dus­trie. Ein­zi­ger Wer­muts­trop­fen ist auch hier der Fran­ken. Zwar sei die Aus­land­kon­junk­tur von we­sent­lich grös­se­rer Be­deu­tung, aber soll­te die Fran­ken­stär­ke an­hal­ten, neh­me der Druck auf die Mar­gen zu. Ein­spa­run­gen und Pro­duk­ti­ons­ver­la­ge­run­gen ins Aus­land wür­den dann ver­mehrt ge­prüft.

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