Kein Geld in Eu­ro­zo­ne

Finanz und Wirtschaft - - KONJUNKTURSPIEGEL - CP

Der Schwei­zer Guy de Blo­nay ge­hört un­ter Lon­dons Fonds­ma­na­gern zur Crè­me de la Crè­me. Nicht erst seit Be­ginn des Jah­res, als er die Ver­ant­wor­tung für den Glo­balFi­nan­ci­al-Op­por­tu­nities-Fonds des As­se­tMa­na­gers Ju­pi­ter mit ei­nem Ver­mö­gen von gut 1 Mrd. £ (1,5 Mrd. Fr.) über­nom­men hat. De Blo­nay ge­hör­te einst zu den Aus­hän­ge­schil­dern von New Star, wo er den auf Fi­nanz­ti­tel spe­zia­li­sier­ten Fonds führ­te. Nach der Über­nah­me von New Star durch Hen­der­son heu­er­te er je­doch wie­der bei Ju­pi­ter an, wo er sei­ne Kar­rie­re be­gon­nen hat­te.

Der Gen­fer de Blo­nay sucht sich die bes­ten An­la­gen in Ban­ken und Ver­si­che­run­gen durch die Kom­bi­na­ti­on ei­ner ma­kro­öko­no­mi­schen Sicht mit der ei­nes Stock Pi­cker. Das er­klärt, wes­halb er kei­ne Bank­ti­tel aus der Eu­ro­zo­ne im Port­fo­lio hat. «Un­se­re Po­si­tio­nen in der Eu­ro­zo­ne sind fast gleich null», sagt er im Ge­spräch. «Die Schul­den­kri­se in der Eu­ro­zo­ne macht es sehr schwie­rig für uns, dort zu in­ves­tie­ren.» Die Kur­se sei­en zu ei­nem gu­ten Stück da­von ab­hän­gig, was die Po­li­ti­ker als Nächs­tes be­schlös­sen. Wer BNP Pa­ri­bas oder Uni­credit kau­fe, müs­se hof­fen, dass die nächs­te po­li­ti­sche Ent­schei­dung in der Eu­ro­zo­ne ei­ne po­si­ti­ve sei, wie er sagt.

Ti­tel aus Eu­ro­pa hat er im Port­fo­lio, na­ment­lich aus Gross­bri­tan­ni­en. Da be­vor­zugt er HSBC und Stan­dard Char­te­red, die bei­de ihr Geld zu ei­nem gu­ten Teil in rasch wach­sen­den Märk­ten ver­die­nen. Die Po­si­ti­on in Stan­dard Char­te­red hat er je­doch ge­kürzt. In HSBC sieht er Po­ten­zi­al, da die Si­tua­ti­on in den USA dank güns­ti­ger Wirt­schafts­la­ge ra­scher be­rei­nigt wer­den kann.

Weil die Fi­nanz­la­ge des Staa­tes die Kur­se der Staats­an­lei­hen treibt und so­mit die Qua­li­tät der Ak­ti­ven der Ban­ken so­wie de­ren Fi­nan­zie­rungs­kos­ten, fo­kus­siert er auf dem eu­ro­päi­schen Fest­land auf In­sti­tu­te aus Län­dern mit so­li­dem Fi­nanz­haus­halt. Ent­spre­chend setzt er be­vor­zugt auf DnB Nor (Nor­we­gen), SEB (Schwe­den) und Cre­dit Suis­se. Cre­dit Suis­se hat er ge­gen En­de des letz­ten Jah­res zu­ge­kauft, weil der Kurs nach­ge­ge­ben hat und stei­gen­de Märk­te das Er­geb­nis im Pri­va­te Ban­king ver­bes­sern. Sei­ne Fa­vo­ri­tin un­ter Schwei­zer Ban­ken ist seit län­ge­rem die Waadt­län­der Kan­to­nal­bank (BCV), und das nicht aus sen­ti­men­ta­len Grün­den.

Den­noch: «Mo­men­tan fa­vo­ri­sie­ren wir US-Ban­ken», sagt de Blo­nay. Der US-Ban­ken­sek­tor sei dem eu­ro­päi­schen «sechs bis zwölf Mo­na­te vor­aus». Da die US-Wirt­schaft in Fahrt kommt und die Zin­sen im­mer noch nied­rig sind, will er sich Ge­winn­wachs­tum und mög­li­che hö­he­re Aus­schüt­tun­gen ins Port­fo­lio ho­len, et­wa mit Ci­ti­group und J. P. Mor­gan. Der Auf­bau des Ge­wichts in den USA geht zu­las­ten der Po­si­tio­nen in Asi­en, wo er we­gen Zins­er­hö­hun­gen vo­r­erst zu­rück­hal­tend ist.

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