Zä­he Ban­ken­re­struk­tu­rie­rung

Finanz und Wirtschaft - - KONJUNKTURSPIEGEL - DM

Deutsch­land, Mus­ter­land der Eu­ro­zo­ne, hat ein schwe­len­des Ban­ken­pro­blem. Dar­über täuscht nicht hin­weg, dass die ro­bus­te Kon­junk­tur den In­sti­tu­ten der­zeit kräf­tig Rü­cken­wind ver­schafft. Die Bun­des­bank weist auf an­hal­ten­de struk­tu­rel­le Schwä­chen im deut­schen Ban­ken­sys­tem hin. Den an­ge­schla­ge­nen Lan­des­ban­ken et­wa fehlt meist ein trag­fä­hi­ges Ge­schäfts­mo­dell. Ih­re mit po­li­ti­schen In­ter­es­sen­kon­flik­ten ver­bun­de­ne Re­struk­tu­rie­rung kommt seit Jah­ren nicht vor­an. Dar­an hat nicht ein­mal die Fi­nanz­kri­se et­was ge­än­dert. Die Schwie­rig­kei­ten ei­ner West LB, ei­nen Käu­fer zu fin­den, sind ex­em­pla­risch. Im­mer­hin ist der Ka­pi­tal­be­darf bes­ser ab­schätz­bar als bei den (noch in­trans­pa­ren­te­ren) spa­ni­schen Spar­kas­sen (vgl. FuW vom Mitt­woch), de­nen die Re­struk­tu­rie­rung auch noch be­vor­steht. Fitch glaubt, dass sich deut­sche Ban­ken an die De­cke stre­cken müs­sen, um die schär­fe­ren Ei­gen­ka­pi­tal­an­for­de­run­gen (Ba­sel III) frü­her als bis 2018 zu er­fül­len. Nö­tig sei­en «ab­so­lu­te Dis­zi­plin» in der Ge­winnthe­sau­rie­rung, ein Ab­bau ri­si­ko­ge­wich­te­ter Ak­ti­va so­wie die Um­wand­lung stil­ler Ein­la­gen. Ge­ne­rell ist Fitch «we­ni­ger op­ti­mis­tisch» in punc­to Re­fi­nan­zie­rungs­be­din­gun­gen für eu­ro­päi­sche Ban­ken. Soll­ten Bank­gläu­bi­ger künf­tig im Zu­ge ei­nes Re­struk­tu­rie­rungs­ge­set­zes in Haf­tung ge­nom­men wer­den, wird sich ei­ne «be­trächt­li­che Zahl» Ra­tings ver­schlech­tern. Klei­ne­re Häu­ser so­wie Ban­ken aus Län­dern mit Schul­den­kri­se sind hier im Fo­kus.

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