Der­by Cy­cle ist gut ge­rüs­tet

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - CB

Die Aus­zeich­nung für den ers­ten Bör­sen­gang des Jah­res 2011 im Pri­me Stan­dard des re­gu­lier­ten Mark­tes in Frank­furt geht an den deut­schen Fahr­rad­her­stel­ler Der­by Cy­cle. Der Schluss­spurt ist be­reits im Gan­ge: Der ers­te Han­dels­tag ist für nächs­ten Frei­tag ge­plant. Der Bör­sen­gang schliesst ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung mit ein, de­ren Er­lös an die Ge­sell­schaft fliesst (vgl. Ta­bel­le). Die üb­ri­gen Mit­tel ge­hen an die ab­ge­ben­den Ak­tio­nä­re: den Fi­nanz­in­ves­tor Fi­na­tem, den Vor­stands­chef Ma­thi­as Seid­ler, der von 13 auf 8% ab­baut, so­wie ein wei­te­res Ma­nage­ment­mit­glied. Wird die Mehr­zu­tei­lungs­op­ti­on voll aus­ge­übt, wird das Ma­nage­ment nach dem IPO noch 8,8% der Ak­ti­en hal­ten.

Der­by Cy­cle ist in man­cher­lei Hin­sicht ei­ne klei­ne­re Ver­si­on der Ac­cell Group (vgl. Haupt­text). Die Ge­sell­schaft ver­folgt ei­ne Mehr­mar­ken­stra­te­gie und ver­fügt über ein brei­tes Sor­ti­ment, das sich auf das mit­tel-und hoch­prei­si­ge Seg­ment aus­rich­tet. Ge­mes­sen am Um­satz sieht sie sich als gröss­ten Fahr­rad­bau­er Deutsch­lands und als ei­nen der füh­ren­den An­bie­ter in Eu­ro­pa. Im Ge­schäfts­jahr 2009/10 setz­te die Grup­pe 430 000 Ve­los der Mar­ken Kalk­hoff, Fo­cus, Ral­eigh (Nut­zungs­rech­te für Deutsch­land, Ös­ter­reich und die Schweiz), Uni­ve­ga und Ri­xe ab. Mehr als 10% des Ge­samt­ab­sat­zes ent­fie­len auf Elek­tro­rä­der.

Laut Wert­pa­pier­pro­spekt soll der Der­by zu­flies­sen­de Emis­si­ons­er­lös für In­ves­ti­tio­nen ver­wen­det wer­den. Nach Prio­ri­tät sind das die Fi­nan­zie­rung des wei­te­ren or­ga­ni­schen und ak­qui­si­to­ri­schen Wachs­tums, der Aus­bau der Ent­wick­lungs­ak­ti­vi­tä­ten, un­ter an­de­rem im Be­reich der Elek­tro­rä­der, und die In­ter­na­tio­na­li­sie­rung des Ge­schäfts. Heu­te stam­men über 70% des Um­sat­zes aus Deutsch­land. Weil klar das Wachs­tum im Vor­der­grund steht, sei es wi­der­sin­nig, im ers­ten Jahr nach dem Bör­sen­gang über ei­ne Di­vi­den­de nach­zu­den­ken, stell­te der Fi­nanz­chef auf der Road­show klar.

Ge­sell­schaft­li­che Trends wie Um­welt­schutz und Ge­sund­heit, ei­ne gu­te Auf­stel­lung und ei­ne be­deu­ten­de Po­si­ti­on im Ge­schäft mit Elek­tro­rä­dern ver­lei­hen Der­by Cy­cle gu­te Per­spek­ti­ven. Nimmt man das Vo­r­or­der­vo­lu­men als In­di­ka­tor für den zu er­war­ten­den Um­satz, darf im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr von kräf­ti­gem Wachs­tum aus­ge­gan­gen wer­den. Per 30. Sep­tem­ber be­trug es 103,3 (i. V. 75,9) Mio. €, und bis 30. No­vem­ber zog es wei­ter auf 129 Mio. € an.

Der Auf­bau ent­spre­chen­der Vor­rä­te und ein hö­he­rer Ma­te­ri­al­auf­wand wirkt sich zu­nächst be­las­tend auf die Er­trags­la­ge aus und hat auch die Net­to­ver­schul­dung in den ers­ten Mo­na­ten des Ge­schäfts­jah­res weit nach oben ge­trie­ben. Im Ge­samt­jahr ist den­noch mit ei­nem deut­li­chen Ge­winn­an­stieg zu rech­nen: Die den Bör­sen­gang be­glei­ten­de Equi­net Bank rech­net ge­mäss «Bör­sen-Zei­tung» mit 9,5 Mio. €. Auf die­ser Ba­sis er­gibt sich je nach Emis­si­ons­preis ein Kurs-Ge­win­nVer­hält­nis von 9 bis 12. Güns­tig ist das nicht. Aber ein Aus­ga­be­preis in der Mit­te der Span­ne wä­re noch ak­zep­ta­bel.

An­ga­ben zum Bör­sen­gang

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.