SAP will Tem­po ma­chen

Op­ti­mis­ti­scher Aus­blick über 2011 hin­aus – Mehr Soft­ware­um­satz – Hö­he­re Mar­ge

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - ADRI­AN BLUM

Re­kord­ni­veau

Mit SAP geht es end­lich wie­der rich­tig auf­wärts. Nach Jah­ren ent­täu­schen­der Un­ter­neh­mens­nach­rich­ten und ei­nes sehr schwie­ri­gen Bran­chen­um­felds sind die Vor­aus­set­zun­gen für an­sehn­li­che Um­satz-und Ge­winn­stei­ge­run­gen ge­schaf­fen. Die­sen Ein­druck hin­ter­lässt zu­min­dest die am Mitt­woch vom Ma­nage­ment an der Jah­res­pres­se­kon­fe­renz ver­brei­te­te Zu­ver­sicht. Der Wall­dor­fer Soft­ware­rie­se stellt in Aus­sicht, 2011 den Soft­ware-und War­tungs­er­lös wech­sel­kurs­be­rei­nigt 10 bis 14% zu stei­gern. Im Vor­jahr er­reich­ten die­se bei­den Ein­nah­men zu­sam­men 9,8 Mrd. € oder knapp 80% des Kon­zern­um­sat­zes. Hoch­ge­rech­net auf den Ge­samt­um­satz hat SAP da­mit im lau­fen­den Jahr ei­nen Ge­samt­um­satz von et­wa 14 Mrd. € im Vi­sier, nach 12,5 Mrd. € im Vor­jahr. Das be­rei­nig­te Be­triebs­er­geb­nis soll zwi­schen 4,45 und 4,65 Mrd. € (2010: 4 Mrd. €) lie­gen. Dem­ent­spre­chend soll sich die be­rei­nig­te ope­ra­ti­ve Mar­ge um 0,5 bis 1 Pro­zent­punk­te ver­bes­sern, aus­ge­hend von 31,9% im Jahr 2010. Ein­zi­ges Haar in der Sup­pe ist die An­kün­di­gung, dass die Steu­er­quo­te von 22% vor­aus­sicht­lich in Rich­tung 28% steigt, was ei­ni­ges der ope­ra­ti­ven Ver­bes­se­rung auf­fres­sen wird.

Die vor zwei Wo­chen pu­bli­zier­ten Eck­da­ten zum vier­ten Quar­tal und zum Ge­samt­jahr (vgl. FuW Nr. 4 vom 15. Ja­nu­ar) wur­den be­stä­tigt. Fi­nanz­chef Werner Brandt sag­te, SAP ha­be 2010 mit dem höchs­ten Soft­ware­um­satz ei­nes vier­ten Quar­tals der Un­ter­neh­mens­ge­schich­te be­en­det. Die Zu­ver­sicht drückt sich auch in dem Vor­schlag aus, die Di­vi­den­de 2010 um 20% auf 0.60 € je Ak­tie zu er­hö­hen.

Die bei­den Co-CEO, Bill McDer­mott und Jim Ha­ge­mann Sn­a­be, sind nicht we­ni­ger op­ti­mis­tisch: SAP sei wie­der ein Wachs­tums­un­ter­neh­men, heisst es. Die Ge­sell­schaft ha­be in al­len Re­gio­nen sehr gu­te und so­li­de Er­geb­nis­se er­zielt, vor al­lem aber in den ra­pi­de wach­sen­den Schwel­len­län­dern, wo Kun­den noch die gröss­te Wahl­mög­lich­keit hät­ten und schnell ex­pan­dier­ten. McDer­mott sag­te, er sei «für 2011 und dar­über hin­aus zu­ver­sicht­lich». In­no­va­ti­on und Aus­wahl sei­en die Grund­la­ge für ein nach­hal­ti­ges Ge­schäfts­mo­dell, füg­te Jim Ha­ge­mann Sn­a­be an. Man ha­be ei­ne Rei­he von In­no­va­tio­nen in der Pi­pe­line und ex­pan­die­re in neue Märk­te für Mo­bi­le Com­pu­ting, On De­mand und In Me­mo­ry Com­pu­ting. Dies al­les hel­fe SAP, zwei­stel­lig zu wach­sen und bis 2015 wie ge­plant ei­ne Mil­li­ar­de An­wen­der zu er­rei­chen.

Ak­ti­en nicht zu teu­er

Ein Blick auf die Ent­wick­lung des Soft­ware­er­lö­ses der ver­gan­ge­nen Quar­ta­le zeigt, dass SAP den jüngs­ten Rück­schlag ge­gen­über Ora­cle aus dem Jahr 2009 wett­ge­macht hat (vgl. Gra­fik). Die­ser Sprung ist vor al­lem der Re­gi­on Ame­ri­cas zu ver­dan­ken, die üb­ri­gen hin­ken noch et­was hin­ter­her. An­ge­sichts der Wachs­tums­fan­ta­sie, der Markt­po­si­ti­on und der fi­nan­zi­el­len Ver­fas­sung ist ein Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von der­zeit 16, ba­sie­rend auf Schät­zun­gen für 2011, nicht zu hoch. In der Fra­ge der Rück­stel­lun­gen für die Bus­se aus dem Rechts­streit mit Ora­cle sind eher po­si­ti­ve als ne­ga­ti­ve Über­ra­schun­gen wahr­schein­lich.

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