As­tra Ze­ne­ca re­du­ziert Er­war­tun­gen leicht

Schluss­quar­tal bes­ser als er­war­tet – Ge­hal­te­ner Jah­res­ge­winn – Ver­hal­te­ner Aus­blick – Zwei­stel­li­ge Di­vi­den­den­er­hö­hung

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - HO

Das bes­ser als er­war­tet aus­ge­fal­le­ne Ge­schäfts­jahr von As­tra Ze­ne­ca hat den Ak­ti­en des bri­tisch-schwe­di­schen Phar­ma­kon­zerns am Don­ners­tag zu­erst ge­gen den Trend in London Schub ver­lie­hen: Sie ge­wan­nen in der Spit­ze bis 1,9%. Der vor­sich­ti­ge­re Aus­blick und ei­ne ge­naue­re Ana­ly­se der Zah­len für 2010 stimm­ten dann aber rasch vor­sich­ti­ger. Bis Frei­tag­nach­mit­tag ver­lo­ren die Ti­tel 0,8% auf 3049,5 p. Die Ge­sund­heits­re­for­men in den In­dus­trie­staa­ten und der här­te­re Wett­be­werb durch Ge­ne­ri­ka­her­stel­ler so­wie der Ablauf von Pa­ten­ten für wich­ti­ge Me­di­ka­men­te be­las­ten das künf­ti­ge Er­geb­nis.

Ent­ge­gen den Er­war­tun­gen der Bran­chen­ana­lys­ten ver­moch­te As­tra Ze­ne­ca den Um­satz in den zwölf Mo­na­ten 2010 um 1,4% auf 33,3 Mrd. $ zu stei­gern. Der be­rei­nig­te Ge­winn konn­te trotz der ge­rin­ge­ren Nach­fra­ge nach dem Grip­pe­vi­rus­H1N1-Mit­tel fast ge­hal­ten wer­den. Je Ak­tie wird ein Er­trag von 6.71 $ oder um­ge­rech­net 421,2 p aus­ge­wie­sen. Das Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gramm soll 2011 auf 4 Mrd. $ er­höht wer­den nach 2,1 Mrd. $ im Vor­jahr. Die Di­vi­den­de wird über 10,8% auf 160 p ge­ho­ben, wo­mit die Ti­tel 5,3% ren­tie­ren.

Für 2011 ist As­tra Ze­ne­ca zu­rück­hal­tend. Der Um­satz kön­ne um ei­nen tie­fen ein­stel­li­gen Pro­zent­wert sin­ken. Der Ablauf des Pa­tent­schut­zes für das Krebs­mit­tel Ari­mi­dex ( Ver­kaufs­vo­lu­men von 1,5 Mrd. $ im ver­gan­ge­nen Jahr, –21%) wird spür­bar sein. Der Ge­winn dürf­te rund 5% fal­len – nicht zu­letzt, weil die Be­las­tung durch die US-Ge­sund­heits­re­form auf 700 Mio. $ ge­schätzt wird.

Die mit­tel­fris­ti­gen Zie­le bis 2014 lässt As­tra Ze­ne­ca weit­ge­hend un­ver­än­dert. Der Um­satz soll in die­ser Zeit zwi­schen 28 und 34 Mrd. $ lie­gen. Vor­sich­ti­ger ist As­tra Ze­ne­ca mit Blick auf die Pro­dukt­pipe­line. Für Arz­nei­mit­tel, de­ren Ent­wick- lung weit fort­ge­schrit­ten ist, wird nur noch ein Um­satz­bei­trag von ins­ge­samt 3 bis 5 Mrd. $ er­war­tet – vor ei­nem Jahr war je­weils ei­ne Mil­li­ar­de mehr vor­her­ge­sagt wor­den. Der Kon­zern muss­te in den ver­gan­ge­nen zwei Mo­na­ten für we­gen des Aus­lau­fens wei­te­rer Pa­ten­te wich­ti­gen neu­en Mit­tel drei Rück­schlä­ge hin­neh­men. Für das Blut­ver­dün­nungs­mit­tel Bril­in­ta, das in der EU zu­ge­las­sen ist, hat As­tra Ze­ne­ca die von der US-Me­di­ka­men­ten­auf­sichts­be­hör­de ver­lang­ten zu­sätz­li­chen Un­ter­la­gen ein­ge­reicht. Ein Ent­scheid ist frü­hes­tens in drei Mo­na­ten zu er­war­ten. Fällt er po­si­tiv aus, dürf­ten die Ti­tel zu­le­gen. Er­war­tet wird ein jähr­li­cher Er­lös von über 1 Mrd. $. Dar­auf zu set­zen ist ge­wagt. Für die An­le­ger heisst die De­vi­se: Ab­war­ten.

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