Ap­plaus für La Caixa

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La Caixa, Spa­ni­ens zweit­gröss­te Spar­kas­se, wan­delt sich in ein bör­sen­no­tier­tes Un­ter­neh­men. Die Re­gie­rung von Mi­nis­ter­prä­si­dent Jo­sé Lu­is Za­pa­te­ro, die die öf­fent­lich­recht­li­chen Kas­sen zur Ka­pi­tal­auf­nah­me über pri­va­te Ka­nä­le drängt (vgl. FuW vom 22. Ja­nu­ar), hat da­mit of­fen­kun­dig Be­we­gung in die­sem Sek­tor aus­ge­löst.

Die ka­ta­la­ni­sche La Caixa ist mit Ak­ti­ven von 275 Mrd. € die zweit­gröss­te Spar­kas­se Spa­ni­ens hin­ter Ban­ca­ja Ma­drid. Der Weg an die Bör­se fällt ihr mit Si­cher­heit leich­ter als den meis­ten Kon­kur­ren­ten. So lie­gen ih­re not­lei­den­den Kre­di­te mit 3,7% deut­lich un­ter dem Lan­des­durch­schnitt von 5,6%. Nicht zu­letzt ist La Caixa wei­ter­hin über­durch­schnitt­lich ren­ta­bel, auch wenn sich der Ge­winn im ver­gan­ge­nen Ge­schäfts­jahr um 13,4% auf 1,3 Mrd. € zu­rück­bil­de­te.

Kon­kret wird sich die Pu­bli­kums­öff­nung von La Caixa durch ei­nen Tausch von Ak­ti­va mit der ko­tier­ten Hol­ding Cri­te­ria ab­spie­len – die zu 79,5% von La Caixa kon­trol­liert wird. Cri­te­ria wird al­le na­tio­na­len und in­ter­na­tio­na­len Be­tei­li­gun­gen im Bank-und Ver­si­che­rungs­ge­schäft über­neh­men. Hin­zu kom­men Ka­pi­tal­an­tei­le am Tele­com­kon­zern Te­le­fó­ni­ca und der Öl­ge­sell­schaft Rep­sol. Im Ge­gen­zug er­hält La Caixa Be­tei­li­gun­gen an ver­schie- de­nen – auch ko­tier­ten – Un­ter­neh­men; dar­un­ter fin­den sich Gas Na­tu­ral, Aber­tis, Ag­bar und Me­tro­va­ce­sa.

Der in ei­ne Bank re­struk­tu­rier­ten Hol­ding Cri­te­ria – die künf­tig un­ter dem Na­men Caix­abank auf­tre­ten wird – soll­te es leich­ter fal­len, die von der Re­gie­rung de­fi­nier­ten Ka­pi­ta­li­sie­rungs­an­for­de­run­gen zu er­fül­len: Die Kas­sen, die sich nicht dem Bör­sen­pu­bli­kum ge­öff­net ha­ben, müs­sen künf­tig auf ei­ne Kern­ka­pi­tal­quo­te von we­nigs­tens 9 bis 10% (nach Ba­sel III) kom­men; für die Ge­sell­schaf­ten, die Zu­gang zu Pri­vat­in­ves­to­ren über die Ka­pi­tal­märk­te ha­ben, gilt in­des ei­ne Li­mi­te von 8%. Caix­abank hofft bis nächs­tes Jahr ei­ne Kern­ka­pi­tal­quo­te von 8,7% zu er­rei­chen; die­ser Ori­en­tie­rungs­wert um­fasst ei­ne Wan­del­an­lei­he über 1,5 Mrd. €, die im nächs­ten Mo­nat über das Fi­li­al­netz von La Caixa pla­ziert wer­den soll.

Am Ma­dri­der Ak­ti­en­markt ist die Re­struk­tu­rie­rung der La-Caixa-Grup­pe gut auf­ge­nom­men wor­den. Die Ak­ti­en von Cri­te­ria avan­cier­ten am Frei­tag bis in den spä­te­ren Nach­mit­tag hin­ein rund 17% auf 5.20 €. Of­fen­kun­dig ist die Be­wer­tung der Bank­ak­ti­va aus der Per­spek­ti­ve der Hol­ding Cri­te­ria zu ei­nem at­trak­ti­ven Preis er­folgt. Vor al­lem aber dür­fen die Ver­ant­wort­li­chen von La Caixa da­von aus­ge­hen, dass der Markt den Bör­sen­gang die­ser Spar­kas­se gou­tiert. Das ist vi­el­leicht ein gu­tes Omen für die Re­struk­tu­rie­rung des spa­ni­schen Spar­kas­sen­sek­tors – al­ler­dings auch nicht viel mehr.

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