Ho­he Be­wer­tung und In­fla­ti­on brem­sen Ral­ly

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - EH

Die stei­gen­de Kauf­kraft der Be­völ­ke­rung in den jun­gen Wachs­tums­märk­ten hat Ak­ti­en von Kon­sum­gü­ter­pro­du­zen­ten in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren kräf­ti­gen Auf­wind ver­lie­hen. Mit­tel-und lang­fris­tig bleibt das Auf­wärts­po­ten­zi­al in­takt. Denn Län­der wie Chi­na, Bra­si­li­en, In­di­en oder Ägyp­ten kom­men in den Ge­nuss ei­nes de­mo­gra­fi­schen Ge­schenks. Die Be­völ­ke­rung ist ver­gleichs­wei­se jung. Da­mit ste­hen im Ver­gleich zu den tra­di­tio­nel­len In­dus­trie­staa­ten über­durch­schnitt­lich vie­le Men­schen im Ar­beits­pro­zess. Weil vor al­lem die Frau­en heu­te bes­ser aus­ge­bil­det und auf­ge­klärt sind, fällt die Ge­bur­ten­ra­te. Da­mit ha­ben die Haus­hal­te ein deut­lich hö­he­res frei ver­füg­ba­res Ein­kom­men als noch vor ei­ner Ge­ne­ra­ti­on.

Doch das Auf­wärts­po­ten­zi­al von Kon­sum­wer­ten er­scheint auf kur­ze Sicht aus­ge- reizt. Zum ei­nen ha­ben die Be­wer­tun­gen mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von teil­wei­se deut­lich über 20 ein his­to­ri­sches Höchst er­reicht. Zum an­de­ren zeich­net sich in den Schwel­len­län­dern im Sog ei­ner an Fahrt ge­win­nen­den Teue­rung ei­ne Kurs­kor­rek­tur ab.

Der von den Ver­ein­ten Na­tio­nen er­mit­tel­te Le­bens­mit­tel­preis­in­dex für die Ent­wick­lungs­län­der hat im De­zem­ber ein All­zeit­hoch er­reicht. Gleich­zei­tig ver­harrt der Erd­öl­preis auf ei­nem ho­hen Ni­veau. Mit den stei­gen­den Prei­sen für Gr­und­nah­rungs­mit­tel, Trans­port und Brenn­stof­fe ver­rin­gert sich das frei ver­füg­ba­re Ein­kom­men der in den Schwel­len­län­dern le­ben­den Men­schen. Ein gu­tes Bei­spiel da­für ist das ge­gen­wär­tig von po­li­ti­schen Un­ru­hen er­schüt­ter­te Ägyp­ten, wo der Durch­schnitts­haus­halt mo­nat­lich die Hälf­te des Ein­kom­mens für Le­bens­mit­tel aus­gibt.

Der Um­satz vie­ler nicht strikt auf die Gr­und­ver­sor­gung aus­ge­rich­te­ter Kon­sum­gü­ter­un­ter­neh­men dürf­te in nächs­ter Zeit lang­sa­mer wach­sen als in den letz­ten Jah­ren. Weil zu­dem in Ent­wick­lungs­län­dern Le­bens­mit­tel im Teue­rungs­korb weit mehr ins Ge­wicht fal­len als in den rei­chen In­dus­trie­staa­ten, ist der in­fla­tio­nä­re Druck weit stär­ker zu spü­ren als im Wes­ten. Zen­tral­ban­ken von Chi­na über In­di­en bis nach Bra­si­len sind da­mit ge­zwun­gen, die Zin­sen her­auf­zu­set­zen. Da­mit stei­gen auch die Fi­nan­zie­rungs­kos­ten der Un­ter­neh­men, die sie im ge­gen­wär­ti­gen Markt­um­feld nur teil­wei­se auf die Kon­su­men­ten ab­wäl­zen kön­nen. All das dürf­te die Un­ter­neh­mens­ge­win­ne und da­mit auch die Ak­ti­en­kur­se be­las­ten.

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