Die UBS ver­liert in Bra­si­li­en ei­nen Spit­zen­ban­ker

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In Bra­si­li­en kommt die UBS im In­vest­ment Ban­king nicht vom Fleck. Das hat ver­mut­lich auch Edu­ar­do Cen­to­la ge­stört. Je­den­falls ver­lässt der Chef des In­vest­ment Ban­kings in Bra­si­li­en das Un­ter­neh­men nach nur fünf­zehn Mo­na­ten im Amt. Auf An­fra­ge be­grün­det die UBS den Ab­gang nicht, be­tont aber, es wer­de – des­sen un­ge­ach­tet – am Wie­der­ein­stieg in Bra­si­li­en als in­te­grier­te Bank ge­ar­bei­tet.

Im Ok­to­ber 2010 hat­te Cen­to­las Ab­wer­bung von Stan­dard Bank Group im bra­si­lia­ni­schen Ban­ken­sek­tor für Fu­ro­re ge­sorgt. Der eins­ti­ge Gold­man-sachs-mann soll­te die Gross­bank in Bra­si­li­en – und von dort aus in ganz Latein­ame­ri­ka – wie­der in die obers­te Li­ga füh­ren. Dar­aus wird nun so schnell nichts. Das schmerzt die UBS um­so mehr, als sie 2009, in­mit­ten der Kri­se, die erst drei Jah­re zu­vor über­nom­me­ne bra­si­lia­ni­sche In­vest­ment­bank Pac­tu­al für ei­nen Spott­preis an de­ren ur­sprüng­li­chen Be­sit­zer ver­kauft hat­te.

Kurz dar­auf leg­te der bra­si­lia­ni­sche Ak­ti­en­markt das bes­te Bör­sen­jahr sei­ner Ge­schich­te hin. Wäh­rend aus BTG Pac­tu­al die am schnells­ten wach­sen­de In­vest­ment­bank des Lan­des ge­wor­den ist, war­tet die UBS noch im­mer dar­auf, ei­ne vol­le Li­zenz für das In­vest­ment Ban­king zu be­kom­men. Zu die­sem Zweck ha­ben die Schwei­zer im April 2010 den lo­ka­len Bro­ker Link In­ve­sti­men­tos er­wor­ben. Die bra­si­lia­ni­sche Zen­tral­bank hat den De­al aber noch nicht ab­ge­seg­net.

Die Kon­kur­renz macht der­weil vor, wie man in Bra­si­li­en Geld ver­dient: Das In­vest­ment Ban­king von Cre­dit Suis­se (CS) hält dort seit Jah­ren ei­nen Spit­zen­platz im Ge­schäft mit Bör­sen­gän­gen, Über­nah­men und Fu­sio­nen. Die er­folg­rei­che Zu­sam­men­ar­beit mit lo­ka­len Part­nern ha­ben die CS zur Num­mer zwei un­ter den In­vest­ment­ban­ken im Land wer­den las­sen – noch vor BTG Pac­tu­al, der eins­ti­gen Ubs-toch­ter. Ban­ker in São Pau­lo be­zwei­feln, dass die UBS in Bra­si­li­en noch in die­ser De­ka­de in die Rie­ge der zehn gröss­ten In­vest­ment­ban­ken auf­steigt. We­gen des gros­sen An­drangs auf dem boo­men­den bra­si­lia­ni­schen Markt ist die Zen­tral­bank bei der Li­zenz­er­tei­lung wäh­le­risch ge­wor­den.

«Brot und Ar­beit» for­dert die­se In­schrift bei ei­ner staat­li­chen Ar­beits­ver­mitt­lungs­stel­le in Ma­la­ga im Sü­den Spa­ni­ens.

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