Tro­ja­ni­sches Pferd

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Ti­meo Da­na­os et do­na fe­ren­tes – ich fürch­te die Grie­chen, selbst wenn sie Ge­schen­ke brin­gen, lau­tet ein be­rühm­ter Vers aus Ver­gils Än­eis. Ge­meint war die Angst der be­la­ger­ten Tro­ja­ner vor dem gros­sen höl­zer­nen Pferd, das ih­nen die lis­ti­gen Hel­le­nen un­ter­ge­ju­belt hat­ten. Aus des­sen Bauch kro­chen näch­tens grie­chi­sche Sol­da­ten und öff­ne­ten

die To­re der Stadt. Ih­re heu­ti­gen Nach­fah­ren ent­stei­gen im Ma­nö­ver stäh­ler­nen Hub­schrau­bern und üben ge­gen den Bö­fei (bö­ser Feind; alteid­ge­nös­si­scher Ar­mees­lang) Tür­kei. Die klam­men Grie­chen leis­ten sich ei­ne der teu­ers­ten Ar­me­en Eu­ro­pas. 2010 ga­ben sie da­für rund 7 Mrd. € aus, ge­gen 3% ih­res Brut­to­in­land­pro­dukts – et­wa das Dop­pel­te des Eu-durch­schnitts; der Schweiz war die Lan­des­ver­tei­di­gung 4,4 Mrd. Fr. oder 0,5% des BIP wert. Die Lie­fe­ran- ten von Rüs­tungs­gü­tern freut der grie­chi­sche Wehr­wil­le, et­wa die Ame­ri­ka­ner (ras­si­ger Chi­nook-he­li!), die Deut­schen und die Fran­zo­sen. Die Be­schaf­fung wird aus Kon­kurs­grün­den et­was ge­streckt, doch so­lan­ge der Na­topart­ner Tür­kei rüs­tet, nicht aus­ge­setzt. Angst hat man in At­hen ak­tu­ell je­doch we­ni­ger vor Er­do­gan & Co. als vor Da­na­er­ge­schen­ken mit Ab­sen­der EU: Ret­tungs­eu­ros plus Her­ren­rei­ter vom Fi­nanz­amt.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.