Von Roll de­fi­niert die Stra­te­gie neu

SCHWEIZ Sie­ben Pro­jek­te vom Ver­wal­tungs­rat ver­ab­schie­det – Ent­spre­chen­de Kos­ten noch nicht ab­ge­seg­net – Wind­ener­gie lei­det – Ak­ti­en wie­der in­ter­es­sant

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE - BEAT D. HEBEISEN

Der Von-roll-ver­wal­tungs­rat hat am 12. De­zem­ber 2011 wich­ti­ge Ent­schei­de zur Stra­te­gie des Un­ter­neh­mens ver­ab­schie­det. Da­durch wer­den in der Aus­rich­tung des Ener­gie­tech­nik­zu­lie­fe­rers neue Schwer­punk­te ge­setzt. Das im letz­ten Herbst ge­schaf­fe­ne Ope­ra­ti­ons Coun­cil (vgl. Kas­ten) hat im Vor­feld un­ter­schied­lichs­te Vor­ha­ben aus­ge­ar­bei­tet. Da­von wur­den sie­ben dem Ver­wal­tungs­rat un­ter­brei­tet. Al­le Vor­schlä­ge er­hiel­ten den Se­gen des Gre­mi­ums. Weil ei­ni­ge die­ser vor­ge­leg­ten Pro­jek­te grös­se­re In­ves­ti­tio­nen nach sich zie­hen, muss der Ver­wal­tungs­rat an der nächs­ten Sit­zung noch den Kos­ten­rah­men ab­seg­nen. Das ist der Grund, war­um die Ver­ant­wort­li­chen bis­her nicht in­for­mier­ten.

Zu den De­tails der ein­zel­nen Pro­jek­te gibt CEO Mat­thi­as Op­per­mann nur va­ge Hin­wei­se. Ge­si­chert ist, dass Von Roll im Kern­ge­schäft ver­mehrt in­ves­tie­ren wird. Ge­plant sind grös­se­re Aus­ga­ben am Stand­ort Brei­ten­bach. Drin­gend nö­tig ist of­fen­bar die Er­neue­rung des Ma­schi­nen­parks. Er wur­de vom CEO als teil­wei­se «sehr alt» be­zeich­net (vgl. FUW Nr. 88 vom 5. No­vem­ber 2011).

Was­ser ist Kern­ge­schäft

Auch ei­ne neue Trans­for­ma­to­ren­fa­brik ist ge­plant. Ur­sprüng­lich soll­te sie in den USA ge­baut wer­den. Dann war Asi­en oder Russ­land ein The­ma. Jetzt steht auch ei­ne zwei­te Fa­b­rik in Is­ra­el wie­der zur Dis­kus­si­on, ob­wohl Op­per­mann ei­ne Aus­wei­tung der Pro­duk­ti­on in die­sem Land noch vor kur­zem als po­li­tisch eher un­ge­schickt be­zeich­ne­te.

Im Wett­be­werb gut po­si­tio­niert ist Von Roll mit den Mi­ca-bän­dern. Dank dem Ein­satz von Glim­mer eig­nen sie sich ide­al für den elek­tri­schen und ther­mi­schen Schutz von Mo­to­ren und Ge­ne­ra­tor­spu­len. Jetzt wird ge­prüft, ob der Roh­stoff Glim­mer in ei­ner ei­ge­nen Pro­duk­ti­on ge­won­nen wer­den soll. Die Kos­ten für ein sol­ches Un­ter­fan­gen sind nicht be­kannt.

Die In­te­gra­ti­on von Was­ser in die neue Spar­te Von Roll Tech­no­lo­gies ist ein Zei­chen, dass Von Roll in die­sem Seg­ment Am­bi­tio­nen hat. Für Op­per­mann zählt Was­ser zum Kern­ge­schäft. Mit­tel­fris­tig wird für die­sen Be­reich ei­ne Stra­te­gie ent­wi­ckelt. So­lar bleibt da­ge­gen wei­ter­hin ein Sor­gen­kind. Die Er­war­tun­gen wur­den vom da­ma­li­gen CEO Tho­mas Limberger zu hoch an­ge­setzt. Noch heu­te ist So­lar ein Ven­tur­e­pro­jekt mit ei­nem Aus­fall­ri­si­ko von 100%.

Zum ope­ra­ti­ven Ge­schäft und den Aus­sich­ten will sich das Un­ter­neh­men bis zur Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz vom 20. März nicht äus­sern. Der Zah­len­kranz wird nicht be­rau­schend sein.

Wei­ter­hin seit­wärts

Der Be­reich Com­po­si­tes be­wegt sich seit­wärts. In­su­la­ti­on ent­wi­ckelt sich et­was bes­ser. Die Flau­te in der Nach­fra­ge nach Wind­ener­gie trifft Von Roll. Das Un­ter­neh­men lie­fert für die Wind­tur­bi­nen klei­ne Trans­for­ma­to­ren. Sie wer­den di­rekt in den Turm der An­la­ge ein­ge­baut. Ein ver­gleich­ba­res Pro­dukt ist im Markt nicht ver­füg­bar. Trotz sol­cher In­no­va­tio­nen wird die ope­ra­ti­ve Seit­wärts­be­we­gung vor­aus­sicht­lich bis Mitte Jahr an­hal­ten.

«Fi­nanz und Wirt­schaft» re­du­ziert die Ge­winn­schät­zung 2012 dar­um von 29 auf 22 Mio. Fr. Nicht be­rück­sich­tigt sind da Son­der­kos­ten ei­ner er­war­te­ten Stand­ort­kon­zen­tra­ti­on. Mit­tel­fris­tig sind stei­gen­de Mar­gen und ein hö­he­rer Ge­winn je Ak­tie ab­seh­bar. Nach ei­nem Kurs­rück­gang um über 70% in den letz­ten zwei­ein­halb Jah­ren rückt der Zeit­punkt nä­her, wo ein En­ga­ge­ment ge­nau­er ge­prüft wer­den soll­te.

Von Roll ver­kauft Glim­mer­bän­der die der Kun­de für die Stromi­so­lie­rung nutzt.

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