Schweiz hinkt in Steu­er­fra­gen der Dy­na­mik in der EU hin­ter­her

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Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - DM,

In die Neu­re­ge­lung der grenz­über­schrei­ten­den Be­steue­rung von Ver­mö­gen in der EU scheint Dy­na­mik zu kom­men. Am Don­ners­tag trifft sich ge­mäss ei­nem Eu-spre­cher die aus Be­am­ten der Mit­glied­staa­ten be­ste­hen­de Ex­per­ten­grup­pe zur Re­form der ent­spre­chen­den Zins­richt­li­nie (EU Sa­vings Di­rec­tive). Es ge­he auch um die Fra­ge, der Kom­mis­si­on ein Man­dat zu er­tei­len, et­wa um den Gel­tungs­um­fang des Ab­kom­mens zu er­wei­tern. Dies be­trifft auch die Schweiz, die mit der EU eben­falls ein Ab­kom­men ge­schlos­sen hat. Auch könn­ten die bi­la­te­ra­len Ab­kom­men der Schweiz mit Gross­bri­tan­ni­en und Deutsch­land zur Re­ge­lung un­ver­steu­er­ter Ver­mö­gen er­neut be­leuch­tet wer­den.

Ob aus Grün­den der Ab­stim­mung auch ein mul­ti­la­te­ra­les Ab­kom­men zwi­schen Eu-län­dern und den USA im Rah­men des For­eign Ac­count Tax Com­p­li­an­ce Act (Fatca) the­ma­ti­siert wird, ist un­ge­wiss. In Paris soll es zwi­schen EU-MIT­glieds­staa­ten und den USA ei­nen Durch­bruch ge­ge­ben ha­ben. Ge­mäss in­for­mier­ten Krei­sen ist in zwei bis drei Wo­chen ei­ne öf­fent­li­che Er­klä­rung zu er­war­ten. Wür­den sol­che Ab­kom­men den au­to­ma­ti­schen In­for­ma­ti­ons­aus­tausch ent­hal­ten, oder völ­ker­recht­li­chen Sta­tus ha­ben, wür­de die Ver­hand­lungs­po­si­ti­on der Schweiz, die Au­to­ma­tis­men bis­her ab­lehnt, ge­schwächt.

Das The­ma grenz­über­schrei­ten­de Be­steue­rung hat durch die Schul­den­kri­se Bri­sanz ge­won­nen. Die Eu-kom­mis­si­on mo­niert, Län­der wie Grie­chen­land er­lit­ten durch Ka­pi­tal­flucht Steu­er­aus­fäl­le. Doch die Eu-län­der sind sich nicht eins. EUKom­mis­sar Al­gir­das Še­me­ta möch­te aber den au­to­ma­ti­schen Da­ten­aus­tausch ex­em­pla­risch fest­schrei­ben. So kri­ti­sier­te er im Ok­to­ber das Steu­er­ab­kom­men der Schweiz mit Deutsch­land. Še­me­ta rüg­te, es grei­fe in die Eu-ge­setz­ge­bung ein.

Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le (CDU) be­ton­te vo­ri­ge Wo­che da­ge­gen, die Kom­mis­si­on ha­be kei­ne Ein­wän­de mehr. Das heisst nicht viel: Deutsch­land fühlt sich we­gen der po­ten­zi­el­len Ver­jäh­rung von Steu­er­fäl­len un­ter Zeit­druck und will auf je­den Fall ein Ab­kom­men, das je­doch spä­ter auch von neu­em Eu-recht «über­schrie­ben» wer­den könn­te. Schäu­b­le setzt zu­dem die Ge­sprä­che mit den (rot-grün do­mi­nier­ten) Bun­des­län­dern «in­ten­siv» fort, die das Ab­kom­men in der Län­der­kam­mer im März zu Fall brin­gen wol­len. Auch mit der Schweiz sol­len wei­te­re Ge­sprä­che ge­führt wer­den.

Ein Spre­cher des Staats­se­kre­ta­ri­ats für in­ter­na­tio­na­le Fi­nanz­fra­gen in Bern sag­te, man ha­be kei­nen «Plan B», es wer­de wei­ter nur bi­la­te­ral ver­han­delt. Bank­kun­den soll­ten «an­onym» blei­ben kön­nen. Wür­de das Ab­kom­men mit Deutsch­land nicht ra­ti­fi­ziert, sei­en die Ga­ran­ti­en der Ban­ken hin­fäl­lig. Man war­te auch wei­ter auf ei­ne «An­fra­ge» aus Grie­chen­land. Im Herbst hat­te die Schweiz das Steu­er­ab­kom­men in At­hen als Mus­ter­bei­spiel prä­sen­tiert. In die Ge­sprä­che hat sich laut Horst Rei­chen­bach, Lei­ter Task Force Grie­chen­land, die EU ein­ge­schal­tet. Vor­an­ge­bracht hat sie dies nicht.

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