Unicre­dit mel­det Er­folg

ITA­LI­EN

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - GD

Gross war die Er­leich­te­rung, als die En­de letz­ter Wo­che ab­ge­schlos­se­ne – mit ei­nem ho­hen Ra­batt ver­se­he­ne – Ka­pi­tal­er­hö­hung der Unicre­dit von 7,5 Mrd. € er­folg­rei­cher ab­lief als zu­letzt er­war­tet. Ein wich­ti­ger Schritt, um das har­te Kern­ka­pi­tal (Co­re Tier 1) der Bank in die Si­cher­heits­zo­ne zu brin­gen. Ge­zeich­net wur­den 99,8% des An­ge­bots. Be­son­de­re Zu­ver­sicht kann die ita­lie­ni­sche Gross­bank dar­aus zie­hen, dass die Ban­ken­stif­tun­gen trotz ei­ge­ner Li­qui­di­täts­pro­ble­me über­wie­gend bei der Stan­ge blie­ben, wo­mit ih­re Be­tei­li­gung nur von 14 auf 12% sank.

Be­mer­kens­wert ist, dass nicht nur die meis­ten ara­bi­schen Staats­fonds ihr En­ga­ge­ment in Unicre­dit be­stä­tig­ten, dar­un­ter vor al­lem der Abu-dha­bi-fonds Aa­bar, der den Ver­zicht von Cen­tral Bank of Ly­bia aus­glich, son­dern auch west­li­che In­sti­tu­tio­nel­le so­wie ei­ni­ge ita­lie­ni­sche Gross­un­ter­neh­men dem Auf­ruf zur Zeich­nung folg­ten. Da­zu zäh­len in ers­ter Li­nie die Lu­xus­un­ter­neh­men Tod’s und Lu­xot­ti­ca. Die Grup­pe der Un­ter­neh­mer dürf­te ver­su­chen, Ein­fluss zu ge­win­nen.

Ge­wichts­ver­schie­bung

Un­ter dem Strich ist nach der Ka­pi­tal­ope­ra­ti­on der An­teil der so­ge­nann­ten «stra­te­gi­schen» Ak­tio­nä­re, zu de­nen auch der deut­sche Fi­nanz­kon­zern Al­li­anz mit un­ver­än­dert 2,04% ge­hört, von bis­her 38 auf 33% ge­sun­ken. Die In­sti­tu­tio­nel­len kom­men auf 42% (bis­her 40). Zu den wich­ti­ge­ren Ak­tio­nä­ren ge­hö­ren der Us-fonds Ca­pi­tal Re­se­arch mit 5,4% (2,5) und der Abu-dha­bi-fonds Aa­bar mit 5% (6).

Da­mit hat die Zu­sam­men­set­zung des Ak­tio­na­ri­ats ent­ge­gen den an­fäng­li­chen Be­fürch­tun­gen kei­nen we­sent­li­chen Wan­del er­fah­ren. Den­noch wer­den die Ge­wich­te in den nächs­ten Mo­na­ten so­wohl mit Blick auf die Stra­te­gie als auch in Be­zug auf Kon­trol­le an­ders ver­teilt wer­den. Die ers­ten Ge­sprä­che mit den Haupt­ak­tio­nä­ren sind da­zu be­reits auf­ge­nom­men wor­den. An­geb­lich be­fürch­ten die Stif­tun­gen, ge­gen­über Pri­vat­in­ves­to­ren an Ge­wicht zu ver­lie­ren. Ergebnisse sind erst in ei­ni­gen Mo­na­ten zu er­war­ten, da vie­le Man­da­te im April er­neu­ert wer­den müs­sen, dar­un­ter auch die vom Uni­creditPrä­si­den­ten Die­ter Rampl und von CEO Fe­de­ri­co Ghiz­zo­ni.

Wei­ter­hin «pan­eu­ro­pä­isch»

Ge­mäss Ghiz­zo­ni wird Unicre­dit an der Stra­te­gie der «pan­eu­ro­päi­schen Gross­bank» fest­hal­ten, auch wenn nicht aus­ge­schlos­sen sei, dass in Ein­zel­fäl­len an­de­re Ak­zen­te ge­setzt wer­den könn­ten. Wo, wird noch nicht ge­sagt. So viel ist aber be­kannt, dass vom Fi­li­al­netz 43% auf Ita­li­en, 21 auf Deutsch­land und 19 auf Mit­tel-ost­Eu­ro­pa ent­fal­len, wei­te­re 9% be­fin­den sich in Os­ter­reich und 8 in Po­len. Um die Po­si­ti­on «pan­eu­ro­päi­sche» Bank voll zu er­fül­len, will Unicre­dit nicht nur die Ka­pi­ta­li­sie­rung ver­bes­sern, son­dern zu­sätz­lich mit kol­la­te­ra­len Mass­nah­men (bei­spiels­wei­se mit ei­nem mas­si­ven Pro­gramm von Co­ve­r­ed Bonds) Li­qui­di­tät schaf­fen.

Am Markt scheint dies nicht schlecht an­zu­kom­men. Die Ak­ti­en Unicre­dit er­hol­ten sich im­mer­hin von ei­nem Schwä­che­an­fall und no­tier­ten am Di­ens­tag­nach­mit­tag mit 3.70 € kaum ver­än­dert zum Frei­tag.

Unicre­dit

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