Yuan-an­la­gen in der Schweiz

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Der Off­s­hore-yuan – ab­ge­kürzt CNH für Chi­ne­se Yuan Hong Kong – ist heiss be­gehrt. Ob­li­ga­tio­nen- und De­vi­sen­an­la­gen in der chi­ne­si­schen Wäh­rung sind in Hong­kong seit 2010 im­mer wei­ter ge­wach­sen. Die­ser Markt ist off­s­hore und so­mit aus­ser­halb von «Main­land-chi­na» we­gen der dor­ti­gen In­ves­ti­ti­ons- und Um­tausch­be­schrän­kun­gen.

Wie sinn­voll sind aber Yuan-pro­duk­te für Schwei­zer Kun­den? Jiazhi Chen Sei­ler, An­la­ge­s­pe­zia­lis­tin aus dem Be­reich Asia In­vest­ment So­lu­ti­ons von Ju­li­us Bär, sieht den Boom des Yuan nicht ge­bro­chen. Die Wäh­rung wer­de wei­ter auf­wer­ten. Ei­ne drei­stu­fi­ge Ent­wick­lung sei zu be­ob­ach­ten: «Erst war der Yuan nur ei­ne Han­dels­wäh­rung, jetzt wird er zur An­la­ge­wäh­rung, und nun be­ginnt er auch als De­vi­sen­re­ser­ve in­ter­es­sant zu wer­den », zählt sie auf. So hal­ten Ja­pan und an­de­re asia­ti­sche Län­der ih­re Re­ser­ven schon teil­wei­se in Yuan-de­no­mi­nier­ten An­la­gen. «Die Re­gie­rung in Pe­king hat kein In­ter­es­se an ei­ner Ab­schwä­chung der Wäh­rung», ver­si­chert Chen Sei­ler. Ei­ne schwa­che Va­lu­ta wür­de sich durch Im­por­te in ei­ner stei­gen­den In­fla­ti­on nie­der­schla­gen. Ju­li­us Bär er­war­tet da­her ei­ne Auf­wer­tung des Yu­ans ge­gen den Dol­lar von 3 bis 6% pro Jahr.

Für Pri­vat­kun­den sei ne­ben dem Auf­wer­tungs­po­ten­zi­al auch die Di­ver­si­fi­ka­ti­on ein wich­ti­ges Ar­gu­ment. So­ge­nann­te Dim-sumBonds, in Hong­kong ge­han­del­te Yuan-an­lei­hen mit An­la­ge­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de), bie­ten in­ter­es­san­te Ren­di­ten. Die Volks­re­pu­blik Chi­na und in­ter­na­tio­na­le Un­ter­neh­men wie Mcdo­nald’s und Ca­ter­pil­lar hat­ten schon An­lei­hen in Hong­kong emit­tiert. Von hoch­ver- zins­li­chen Dim-sum-an­lei­hen mit schlech­tem oder kei­nem Ra­ting rät die Spe­zia­lis­tin da­ge­gen ab. Wem auch die In­vest­ment-gra­deAn­lei­hen zu ris­kant sind, kön­ne auf CNH-TREUhand­ein­la­gen ei­ne gu­te Ver­zin­sung er­hal­ten.

Die gröss­ten Ri­si­ken für Yuan-an­la­gen sieht Chen Sei­ler eher auf kur­ze Frist. « In die­sem Jahr wird die chi­ne­si­sche Staats­füh­rung aus­ge­tauscht. Für In­ves­to­ren könn­te dies An­lass sein, sich aus dem Markt zu­rück­zu­zie­hen und die Über­gangs­pha­se ab­zu­war­ten», ana­ly­siert die An­la­ge­ex­per­tin. Schlecht für den Yuan wä­ren auch sin­ken­de Ex­por­te Chi­nas, et­wa durch ei­ne Es­ka­lie­rung der Eu­ro­kri­se.

Für Kun­den in der Schweiz bie­tet auch Ju­li­us Bär Kon­ten, An­lei­hen, Fonds und Wäh­rungs­de­ri­va­te in CNH an. Wie die Gross­ban-

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