Ge­spannt auf Roy­al Dutch und BP

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE - HO

Die gros­sen eu­ro­päi­schen Kon­tra­hen­ten der Us-öl­kon­zer­ne ver­öf­fent­li­chen ih­re Jah­res­re­sul­ta­te dem­nächst. Am Don­ners­tag be­ginnt die nie­der­län­disch-bri­ti­sche Roy­al Dutch Shell. Ei­ne Wo­che spä­ter folgt BP. Es in­ter­es­siert vor al­lem, ob der bri­ti­sche Ener­gie­rie­se den vor ei­nem Vier­tel­jahr an­ge­kün­dig­ten «Turning Point» ge­schafft hat. Die Ak­tio­nä­re von Öl­ti­teln konn­ten sich im Vier­tel­jahr per En­de De­zem­ber über ei­ne gu­te Per­for­mance freu­en. Sie über­traf die durch­schnitt­li­che Ge­samt­markt­ent­wick­lung um fast 12%.

Das lag vor al­lem am Öl­preis, der für Brent we­gen der po­li­ti­schen Un­si­cher­hei­ten auf über 100 $ je Fass ver­harr­te. Wäh­rend sich die Pro­duk­ti­on in Li­by­en nor­ma­li­siert, ver­un­si­chern jetzt die Dro­hun­gen des Iran, die Stras­se von Hor­mus zu schlies­sen. Roy­al Dutch und BP ha­ben wich­ti­ge Kon­zes­sio­nen im Irak. Das Land ver­fügt über ho­he Re­ser­ven, die zu ent­wi­ckeln sind. Wenn die bei­den Kon­zer­ne ih­re Zie­le im Irak er­rei­chen und ei­nen po­si­ti­ven Aus­blick ge­ben, wird das ein po­si­ti­ves Si­gnal für ei­ne Ent­span­nung am Öl­markt sein.

Die bei­den gros­sen eu­ro­päi­schen Ener­gi­e­mul­tis lei­den wie die ame­ri­ka­ni­schen Ge­sell­schaf­ten un­ter den tie­fen Gas­prei­sen und den rück­läu­fi­gen Raf­fi­ne­rie­mar­gen (vgl. Text oben). Da­von ist Roy­al Dutch stär­ker be­trof­fen als BP. Als Vor­rei­ter in der Her­stel­lung von Flüs­sig­gas (Li­qui­fied Na­tu­ral Gas) mit drei Gross­pro­jek­ten in Ka­tar und Aus­tra­li­en, die in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten in Be­trieb ka­men, pro­fi­tiert Roy­al Dutch von der Ver­knüp­fung die­ser Gas­no­tie­run­gen mit dem Öl­preis. Un­si­cher ist, wie lan­ge das an­hält. Die Kon­kur­renz steigt. Un­ei­nig sind die Ana­lys­ten, ob Roy­al Dutch die Aus­schüt­tung er­hö­hen wird.

Weil der ge­plan­te Ver­kauf ar­gen­ti­ni­scher Be­tei­li­gun­gen im Wert von 7,1 Mrd. $ im De­zem­ber schei­ter­te, ist es un­wahr­schein­lich, dass BP bis En­de 2013 das Ziel von Ve­räus­se­run­gen für 45 Mrd. $ er­rei­chen wird. Bis­lang sind As­sets von rund 21 Mrd. $ ver­kauft wor­den. Wich­ti­ger ist, dass BP den Wen­de­punkt in der Pro­duk­ti­on, die 2011 um rund 10% ge­schrumpft sein dürf­te, be­le­gen kann. Bis 2017 will das Un­ter­neh­men Jahr für Jahr mehr Öl und Gas för­dern. Dank der ho­hen Ein­künf­te kann die für 2012 ge­plan­te Di­vi­den­den­er­hö­hung vor­aus­sicht­lich vor­ge­zo­gen wer­den. Bp-ak­ti­en ha­ben seit der Öl­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko 2010 rund 40% auf Roy­al Dutch ein­ge­büsst. Dar­in spie­gelt sich das Ri­si­ko, dass BP im En­de Fe­bru­ar be­gin­nen­den Mons­ter­pro­zess über das De­ba­kel zu ho­hen Stra­fen ver­ur­teilt wird.

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