Aus­te­ri­tät setzt Med­tech zu

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Die Aus­te­ri­täts­mass­nah­men von In­dus­trie­staa­ten schla­gen auf die Rech­nun­gen der An­bie­ter von Me­di­zi­nal­tech­nik­pro­duk­ten durch. Be­son­ders be­trof­fen sind die Her­stel­ler kost­spie­li­ger Ge­rä­te für die me­di­zi­ni­sche Bild­ge­bung wie Com­pu­ter- und Ma­gnet­re­so­nanz­to­mo­gra­fen. Die drei füh­ren­den Pro­du­zen­ten, Ge­ne­ral Electric (GE), Sie­mens und Phi­lips (vgl. oben­ste­hen­den Ar­ti­kel), be­ka­men im zu­rück­lie­gen­den vier­ten Quar­tal ei­ne deut­li­che Wachs­tums­ver­lang­sa­mung zu spü­ren.

Wäh­rend der Um­satz der Me­di­zi­nal­tech­nik­spar­te von Phi­lips im Ge­samt­jahr wäh­rungs­be­rei­nigt noch 5% stieg, be­schränk­te sich der Zu­wachs im letz­ten Jah­res­vier­tel 2011 auf 3%. Den Nie­der­län­dern mach­te die stei­gen­de Ten­denz von Spi­tä­lern in Eu­ro­pa zu schaf­fen, die Aus­lie­fe­rung be­reits be­stell­ter Ge­rä­te zu ver­zö­gern.

Der ame­ri­ka­ni­sche In­dus­trie­rie­se GE er­litt so­wohl in Eu­ro­pa als auch in den USA deut­li­che Rück­schlä­ge im Ver­kauf von Me­di­zi­nal­tech­nik­pro­duk­ten. Ge­gen­über dem Vor­jah­res­quar­tal nahm der Er­lös 7 bzw. 2% ab. Die ma­ge­re 1%-ige Zu­nah­me des Ge­samt­um­sat­zes im Be­reich He­alt­hca­re war ein­zig der Dy­na­mik in Schwel­len­län­dern zu ver­dan­ken, wo 16% hö­he­re Ein­nah­men er­wirt­schaf­tet wur­den. Sie­mens He­alt­hca­re sta­gnier­te im De­zem­ber­quar­tal, wo­für eben­falls das schwa­che Ge­schäft in Eu­ro­pa und den USA der Grund war.

Weil die Spar­an­stren­gun­gen der meis­ten In­dus­trie­län­der erst all­mäh­lich grei­fen, dro­hen den Lie­fe­ran­ten von hoch­wer­ti­gen Me­di­zi­nal­tech­nik­pro­duk­ten mög­li­cher­wei­se noch här­te­re Zei­ten. John Wil­kin­son, der Chef des eu­ro­päi­schen Med­tech-bran­chen­ver­bands Eu­co­med, schlägt Alarm. Nicht nur wür­den Be­stel­lun­gen von eu­ro­päi­schen Spi­tä­lern hin­aus­ge­scho­ben, be­klag­te er im No­vem­ber in ei­nem In­ter­view. Be­droh­lich vor al­lem für klei­ne­re An­bie­ter sei auch die schlech­te Zah­lungs­mo­ral. Eu­co­med be­zif­fert den Um­fang of­fe­ner Rech­nun­gen für Me­di­zi­nal­tech­nik­pro­duk­te al­lein in Grie­chen­land, Spa­ni­en und Ita­li­en auf 11 Mrd. €. Auch die Phar­ma­bran­che hat in Sü­d­eu­ro­pa ein Pro­blem: Bay­er-ceo Ma­ri­jn Dek­kers sprach im De­zem­ber von ei­nem sub­stan­zi­el­len drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag, den das Un­ter­neh­men bis­her nicht ein­trei­ben konn­te.

Ein Se­gen für die gros­sen Me­di­zi­nal­tech­ni­k­an­bie­ter ist, dass das Ge­schäft in Chi­na nach wie vor rund läuft. GE, Sie­mens und Phi­lips ha­ben dort schon vor Jah­ren Fuss ge­fasst und ha­ben we­nig Kon­kur­renz zu fürch­ten. Die meis­ten Spi­tä­ler set­zen nach wie vor lie­ber auf westliches Know­how als Ge­rä­te lo­ka­ler An­bie­ter wie Min­dray zu be­rück­sich­ti­gen. Ge­mäss Pro­gno­sen der Us-fi­nanz­grup­pe Ci­ti­group wird der chi­ne­si­sche Me­di­zi­nal­tech­nik-markt im lau­fen­den Jahr 17% wach­sen.

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