Mo­dell­be­trieb

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - FH

Es gibt zwei Zah­len, de­ren Ent­wick­lung je­der Ame­ri­ka­ner gut im Au­ge be­hält: Das ei­ge­ne Kör­per­ge­wicht und den Fi­co Sco­re. Letz­te­rer hat sich in den USA als wich­tigs­ter In­di­ka­tor für die Kre­dit­wür­dig­keit von Pri­vat­per­so­nen eta­bliert. Auf sei­ner Ba­sis wer­den Hy­po­the­kar- und Miet­zin­se fest­ge­setzt und Kre­dit­kar­ten­an­trä­ge be­wil­ligt oder zu­rück­ge­wie­sen.

Die Hö­he des Fi­co Sco­re, der je­weils zwi­schen 300 und 850 liegt, wird durch ver­schie­de­ne Fak­to­ren be­ein­flusst. Da­zu zäh­len der Ver­schul­dungs­grad, die Pünkt­lich­keit beim Be­zah­len von Rech­nun­gen so­wie die Län­ge der ei­ge­nen Kre­dit­his­to­rie. Wer­te un­ter 620 wer­den be­reits als un­ge­nü­gend ein­ge­stuft und kön­nen ver­hin­dern, dass ein Dar­le­hen ge­währt wird.

Wi­der die Sub­jek­ti­vi­tät

Die Kenn­zahl geht auf den Ma­the­ma­ti­ker Wil­li­am Fair und den In­ge­nieur Earl Isaac zu­rück. Als in den USA der Fünf­zi­ger­jah­re erst­mals Kre­dit­kar­ten auf­tauch­ten, wa­ren die Kon­di­tio­nen von der sub­jek­ti­ven Beur­tei­lung lo­ka­ler Ana­lys­ten ab­hän­gig. Das führ­te so­wohl zu feh­ler­haf­ten als auch dis­kri­mi­nie­ren­den Ent­schei­den. Fair und Isaac woll­ten die­sem Miss­stand mit ma­the­ma­ti­schen Mo­del­len be­geg­nen. 1956 grün­de­ten sie ge­mein­sam ein Jo­int Ven­ture, das spä­ter in Fair, Isaac and Com­pa­ny um­be­nannt wur­de.

Nach De­ka­den ste­ti­gen Wachs­tums ist Fair Isaac (NY­SE: FI­CO, 36.50 $ am Mon­tag, 1,3 Mrd. $ Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung) zu ei­nem füh­ren­den An­bie­ter com­pu­ter­ge­stütz­ter Ana­ly­se- und Pro­gno­se­werk­zeu­ge her­an­ge­reift. Die Kun­den­ba­sis ist breit: Sie um­fasst zwei Drit­tel der hun­dert gröss­ten Ban­ken der Welt so­wie über drei­hun­dert Ver­si­che­run­gen. Auch Kran­ken­kas­sen, Tele­com­kon­zer­ne oder De­tail­händ­ler grei­fen auf Fair Isaac zu­rück.

Er­freu­li­che Quar­tals­zah­len

Den wich­tigs­ten Um­satz­bei­trag lie­fert die Spar­te Ap­pli­ka­tio­nen: Soft­ware wird spe­zi­fi­schen Bran­chen­pro­ble­men an­ge­passt und er­mög­licht et­wa das Auf­de­cken von Kre­dit­kar­ten­be­trü­ge­rei­en. Die höchs­ten Ge­winn­mar­gen er­zielt Fair Isaac al­ler­dings im Seg­ment Sco­res. Hier sind al­le Lö­sun­gen un­ter­ge­bracht, die auf der be­kann­ten Fi­co-kenn­zahl ba­sie­ren.

Ver­gan­ge­ne Wo­che hat Fair Isaac die Quar­tals­zah­len vor­ge­legt. Im Ver­gleich zum Vor­jahr er­höh­te sich der Um­satz um 9% auf 170 Mio. $. Der Rein­ge­winn ver­dop­pel­te sich gleich­zei­tig auf 30 Mio. $ oder 81 Cent pro Ak­tie. «Wir kom­men auf un­se­rem Wachs­tums­pfad gut vor­an und ha­ben in al­len Spar­ten ei­ne Um­satz­stei­ge­rung er­zielt», er­klär­te das Ma­nage­ment.

Für das Fis­kal­jahr 2012, das im Sep­tem­ber en­det, wird dem Kon­zern ein Ge­winn pro Va­lor von 2.45 $ pro­gnos­ti­ziert. Dar­aus be­rech­net sich ein statt­li­ches Kurs­Ge­winn-ver­hält­nis von 15, das an­ge­sichts der Ex­pan­si­ons­ra­ten noch nicht zu hoch ist. Al­ler­dings ist Fair Isaac auf ei­ne wei­te­re Ge­sun­dung des Us-kon­sum­kre­dit­markts an­ge­wie­sen. Zu den Ri­si­ken zählt aus­ser­dem, dass die drei Kre­dit­bü­ros Equi­fax, Ex­pe­ri­an und Trans­uni­on un­ter dem Na­men Van­ta­ge­s­core ein ei­ge­nes Ra­ting­sys­tem lan­ciert ha­ben. Zwar bleibt Fi­co wei­ter­hin der In­dus­trie­stan­dard. Die Kon­kur­renz dürf­te die Mar­gen al­ler­dings lang­fris­tig un­ter Druck brin­gen.

Fair Isaac

Kurz no­tiert Schweiz Us­ter Tech­no­lo­gies: Die for­mel­le Über­nah­me­of­fer­te von To­yo­ta In­dus­tries muss er­neut ver­scho­ben wer­den. Neu soll sie En­de Fe­bru­ar vor­lie­gen. To­yo­ta, lang­jäh­ri­ger Gross­ak­tio­när von Us­ter (28,5%), hat ei­ne Of­fer­te von 38 Fr. pro Ak­tie in Aus­sicht ge­stellt (die vom Us­ter-vr als un­ge­nü­gend ab­ge­lehnt wird), muss da­zu aber die Zu­stim­mung ei­ner chi­ne­si­schen Re­gu­lie­rungs­be­hör­de ab­war­ten, die bis jetzt nicht ein­ge­trof­fen ist. To­yo­ta hält an der Über­nah­me­ab­sicht aber fest. Tor­nos mit so­li­dem Auf­trags­ein­gang: Der Werk­zeug­ma­schi­nen­her­stel­ler hat 2011 den Um­satz um 69,3% auf 271,1 Mio. Fr. er­höht. Der Auf­trags­ein­gang nahm 28,7% auf 276,3 Mio. Fr. zu, wo­bei sich im zwei­ten Halb­jahr ei­ne Ab­schwä­chung be­merk­bar mach­te. Die Zkb-ana­lys­ten zi­tie­ren Tor­nos-cfo Paul Hä­ring, der an­gibt, der schwä­che­re Be­stel­lungs­trend ge­gen En­de Jahr spieg­le den tat­säch­li­chen Ge­schäfts­gang un­ge­nü­gend. Ein Gross­auf­trag aus Asi­en ha­be sich ins Jahr 2012 ver­scho­ben. Er­mu­ti­gen­de Gold­su­che in der Sur­sel­va: In der Um­ge­bung von Di­sen­tis im Kan­ton Grau­bün­den gibt es Gold. Das zeigt ei­ne Er­kun­dungs­mis­si­on, die 2011 von der Swiss­gold Ex­plo­ra­ti­on durch­ge­führt wur­de. Die­se ist ei­ne Toch­ter­ge­sell­schaft der ka­na­di­schen NV Gold. Ins­ge­samt wur­den an der Ober­flä­che 86 Erd- und Gesteins­pro­ben ge­nom­men. 72 Pro­ben ent­hiel­ten Gold, 48 da­von mehr als 1 Gramm Gold pro Ton­ne und 7 mehr als 10 Gramm Gold pro Ton­ne. Die Fun­de die­nen zur Fest­le­gung von Ex­plo­ra­ti­ons­boh­run­gen. My­riad lan­ciert Über­nah­me­of­fer­te: Han­dy­soft­ware­her­stel­ler My­riad hat am Di­ens­tag ein Über­nah­me­an­ge­bot für Syn­chro­ni­ca ein­ge­reicht. Die Of­fer­te für das im Mo­bi­le Mes­sa­ging tä­ti­ge bri­ti­sche Un­ter­neh­men hat ei­nen Wert von 20,6 Mio. £ (30 Mio. Fr.). Be­reits am 4. Ja­nu­ar hat­te man in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung die Ak­qui­si­ti­on an­ge­kün­digt. Ei­nen Tag spä­ter muss­te My­riad al­ler­dings klar­stel­len, sich erst in Vor­ver­hand­lun­gen zu be­fin­den. Der ge­bo­te­ne Preis von 13 Pence pro Syn­chro­ni­ca-va­lor ent­spricht ei­ner Prä­mie von rund 90% ge­gen­über dem Schluss­kurs vom 3. Ja­nu­ar. Der Kauf soll über die Emis­si­on neu­er Ak­ti­en fi­nan­ziert wer­den. Um die Ka­pi­tal­er­hö­hung zu aut­ho­ri­sie­ren, wird am 23. Fe­bru­ar ei­ne aus­ser­or­dent­li­che Ak­tio­närs­ver­samm­lung ab­ge­hal­ten. Kar­dex ist zu­ver­sicht­lich: Der La­ger­lo­gis­ti­ker hat 2011 ge­mäss ei­ner Mit­tei­lung vom Di­ens­tag nach Bör­sen­schluss den Auf­trags­ein­gang im Vor­jah­res­ver­gleich von 391 Mio. € um 23% auf 480 Mio. € er­höht. Be­rei­nigt um Ak­qui­si­tio­nen be­trägt das Plus 15%. Für den Um­satz lau­ten die Stei­ge­rungs­ra­ten 29% (auf 459 Mio. €) und 23%. Der Auf­trags­be­stand er­reich­te per Jah­res­en­de mit 149 Mio. € eben­falls ein hö­he­res Ni­veau als im Vor­jahr (130). Die Aus­sich­ten für 2012 sei­en «in al­len Ge­schäfts­be­rei­chen der Grup­pe gut», heisst es wei­ter. Nach der Ka­pi­tal­er­hö­hung im Sep­tem­ber sei die Net­to­ver­schul­dung der Kar­dex-grup­pe zum Jah­res­en­de auf rund 15 Mio. € ge­sun­ken. Das Un­ter­neh­men wird am 29. März den voll­stän­di­gen Ge­schäfts­be­richt pu­bli­zie­ren.

Kurz no­tiert Aus­land Face­book strebt an den Ak­ti­en­markt: Und wie­der bro­delt es hef­tig in der Ge­rüch­te­kü­che. Ge­mäss In­si­der­quel­len steht das so­zia­le Netz­werk – das in­zwi­schen über 800 Mio. Nut­zer zählt – kurz da­vor, der Us-bör­sen­auf­sicht SEC die für ei­ne Pu­bli­kums­öff­nung not­wen­di­gen Pa­pie­re ein­zu­rei­chen. Be­reits am Mitt­woch kön­ne es so­weit sein. Über den Bör­sen­gang sol­len bis zu 10 Mrd. $ auf­ge­nom­men wer­den. Da­mit wür­de Face­book mit ei­ner Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung zwi­schen 75 und 100 Mrd. $ be­wer­tet. Wer beim pres­ti­ge­träch­ti­gen IPO (In­iti­al Pu­b­lic Of­fe­ring) die Fe­der­füh­rung über­neh­men darf, ist noch nicht be­kannt. Die gröss­ten Chan­cen wer­den zur­zeit Mor­gan St­an­ley zu­ge­schrie­ben. Bis­lang galt Kon­kur­rent Gold­man Sachs als viel­ver­spre­chends­ter Kan­di­dat. Rei­che Ern­te für Arm Hol­dings: Die Po­pu­la­ri­tät von Smart­pho­nes und Ta­blet-rech­nern ist un­ge­bro­chen. Da­von pro­fi­tiert auch der bri­ti­sche Chip­de­si­gner Arm Hol­dings: Die zen­tra­len Pro­zes­so­ren der meis­ten Mo­del­le – dar­un­ter auch App­les ipho­ne und ipad – ba­sie­ren auf der Ar­chi­tek­tur der Bri­ten. Arm Hol­dings wird für je­des ver­kauf­te Ex­em­plar mit Li­zenz­ge­büh­ren ent­schä­digt. Im vier­ten Quar­tal 2011 stieg der Kon­zern­um­satz ge­gen­über dem Vor­jahr um 21% auf 138 Mio. £ und schlug da­mit die Er­war­tun­gen des Mark­tes klar. Der Rein­ge­winn klet­ter­te 11% auf 33 Mio. £. Im lau­fen­den Quar­tal dürf­te der Um­satz laut Ma­nage­ment rund 200 Mio. £ er­rei­chen, was in et­wa den Pro­gno­sen der Ana­lys­ten ent­spricht. Die Ak­ti­en avan­cier­ten am Di­ens­tag rund 5%. To­shi­ba lei­det: Das ja­pa­ni­sche In­dus­trie­kon­glo­me­rat hat am Di­ens­tag die Ge­winn­pro­gno­sen um ein Drit­tel ge­senkt. Neu er­war­tet es für das im März en­den­de Ge­schäfts­jahr 2012 ei­nen Über­schuss von 200 Mrd. Yen (2,4 Mrd. Fr.). Ana­lys­ten wa­ren bis­her von 275 Mrd. Yen aus­ge­gan­gen. Grund sei ne­ben der schwa­chen Welt­wirt­schaft auch die star­ke Heim­wäh­rung. Sor­gen­kind bleibt das Tv-ge­schäft, wo die Ab­satz­pro­gno­se für 2012 von 18 auf 15 Mio. Sets zu­rück­ge­nom­men wur­de. Santan­der: Die gröss­te Bank Spa­ni­ens und der Eu­ro­zo­ne weist für 2011 ei­nen Ge­winn von 5,35 Mrd. € aus. Der Rück­gang von 35% ist die Fol­ge von Rück­stel­lun­gen in Hö­he von 3,2 Mrd. €, da­von al­lein 1,8 Mrd. für Wert­ver­lus­te auf Im­mo­bi­li­en. Auf der an­de­ren Sei­te brach­ten Er­lö­se aus Ver­käu­fen von Be­tei­li­gun­gen 1,5 Mrd. € ein. Der or­dent­li­che Ge­winn glitt 14% auf 7 Mrd. € zu­rück. Santan­der nahm mit den Rück­stel­lun­gen neue Vor­ga­ben vor­weg, die die Re­gie­rung zur Bi­lan­zie­rung von Im­mo­bi­li­en­ver­lus­ten dem­nächst prä­sen­tie­ren will. Ge­mäss Vr-prä­si­dent Emi­lio Bo­tín hat die Bank auch die Vor­ga­be der eu­ro­päi­schen Ban­ken­auf­sicht EBA er­füllt; sie schreibt 9% Kern­ka­pi­tal per Mitte 2012 vor. Das Ziel für 2012 lau­te, ein Kern­ka­pi­tal von 10% zu er­rei­chen und gleich­zei­tig die Aus­schüt­tung an die Ak­tio­nä­re bei­zu­be­hal­ten, sag­te Bo­tín.

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