Win­ter­zeit – Ca­brio­zeit

FAHR­BE­RICHT Der VW Golf Ca­brio­let 1.4 TSI ist ab­so­lut ganz­jah­res­taug­lich – Gu­ter An­tritt, ak­zep­ta­bler Ver­brauch – Ab 42 500 Fr.

Finanz und Wirtschaft - - AUTOMOBIL - DA­VE SCHNEI­DER

End­lich ist es rich­tig Win­ter. Nach ei­nem lan­gen, viel zu war­men Herbst kam pünkt­lich zur Weih­nachts­zeit doch noch der Schnee – zur Freu­de der Win­ter­sport­or­te, aber auch vie­ler Fans der kal­ten Jah­res­zeit. Der Win­ter ist aber auch der na­tür­li­che Feind vie­ler Ca­brio­lets: Vor al­lem äl­te­re Mo­del­le sind nicht ge­baut für den täg­li­chen Ein­satz in der Käl­te, für die Fahrt im Schnee­matsch und auf salz­nas­sen Stras­sen. Doch wie sieht das mit mo­der­nen Ca­bri­os aus? Wir ha­ben es in ei­nem Mo­dell mit klas­si­schem Stoff­ver­deck aus­pro­biert und sind mit dem neu­en VW Golf Ca­brio­let in die ver­schnei­te Berg­welt ge­fah­ren.

Als Pro­band stand uns ein 1.4 TSI in der stär­ke­ren Ver­si­on (118 kw/160 PS) mit Front­an­trieb und Sie­ben­gang-dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­be zur Ver­fü­gung. Schon nach dem ers­ten Ein­stei­gen wur­de klar, dass es sich da­bei um ein Ganz­jah­res­c­a­brio­let han­delt: Das Stoff­ver­deck ist gut ge­pols­tert und wirkt her­vor­ra­gend ver­ar­bei­tet, es sitzt satt und spannt sich fast faltenfrei über das Ge­stän­ge. Der fest­ste­hen­de Über­roll­bü­gel, der bis­lang je­des Golf-ca­brio op­tisch ge­prägt hat, wur­de im neu­es­ten Mo­dell durch ei­nen au­to­ma­tisch aus­fah­ren­den Über­schlag­schutz er- setzt: Im Fall ei­nes Über­schlags schnellt er in Mil­li­se­kun­den hoch und schützt so die Pas­sa­gie­re. Für vie­le Käu­fer wich­ti­ger: Der of­fe­ne Golf sieht da­durch deut­lich ele­gan­ter aus, auch wenn Tra­di­tio­na­lis­ten dem klo­bi­gen Bü­gel nach­trau­ern wer­den.

Coo­ler Crui­ser

Das Ver­deck öff­net und schliesst sich voll­au­to­ma­tisch auf Tas­ten­druck: Elek­tro­hy­drau­lisch be­tä­tigt, ver­schwin­det die Stoff­müt­ze in re­kord­ver­däch­ti­gen 9,5 s hin­ter den Rück­sit­zen. Dort sind die Platz­ver­hält­nis­se ver­ständ­li­cher­wei­se we­ni­ger gross­zü­gig als in der Ver­si­on mit Blech­dach, den­noch fin­den zwei Er­wach­se­ne Platz. Das Ver­deck kann üb­ri­gens auch läs­sig wäh­rend der Fahrt ge­öff­net und ge­schlos­sen wer­den, zu­min­dest bis Tem­po 30 km/h; das ist ei­ner­seits hilf­reich, wenn man vom Re­gen über­rascht wird, und an­de­rer­seits im­mer ei­ne gu­te Show.

Wir pa­cken al­so das Wo­che­n­end­ge­päck ein, was dank des gut zu­gäng­li­chen Kof­fer­raums mit ei­nem Fas­sungs­ver­mö­gen von im­mer­hin 250 l bei ge­öff­ne­tem Ver­deck pro­blem­los geht, und fah­ren los in Rich­tung Ber­ge. Trotz ei­si­ger Tem­pe­ra­tu­ren, tief hän­gen­der Wol­ken und rei­hen­wei­se kopf­schüt­teln­der Pas­san­ten crui­sen wir mit ge­öff­ne­tem Dach. Wie er­war­tet ist dies auch in die­sen Be­din­gun­gen sehr gut mög­lich: Die Wind­strö­me wer­den fast voll­stän­dig um den Fahr­gast­raum her­um­ge­lei­tet, zu­min­dest mit mon­tier­tem Wind­schott und hoch­ge­fah­re­nen Sei­ten­schei­ben, ge­gen die Käl­te hilft gu­te Klei­dung. Doch na­tür­lich sind auch die Sitz­hei­zung und die war­me Luft aus den Dü­sen herz­lich will­kom­men.

Spä­ter auf der Au­to­bahn wird das Ver­deck dann ge­schlos­sen – man soll es schliess­lich nicht über­trei­ben. Das wie er­wähnt präch­tig ver­ar­bei­te­te Stoff­dach iso­liert aus­ge­zeich­net, so­wohl ge­gen Käl­te als auch ge­gen Lärm. VW be­ti­telt den neu­en Golf als ei­nes der lei­ses­ten Ca­brio­lets – wir kön­nen das zwar nicht nach­prü­fen, doch rein sub­jek­tiv wirkt die Schall­iso­la­ti­on aus­ge­zeich­net.

Tol­ler An­triebs­strang

Der di­rekt ein­sprit­zen­de 1,4-l-vier­zy­lin­der-tur­bo­ben­zi­ner ist ei­ne wah­re Pracht. Schon oft ha­ben wir an die­ser Stel­le die Tsi-ag­gre­ga­te von VW ge­lobt, die aus we­nig Hu­b­raum ei­ne tol­le Kraft­ent­fal­tung ge­ne­rie­ren; auch im Golf Ca­brio­let macht sich die­se Mo­to­ren­fa­mi­lie äus­serst gut. Der ker­nig klin­gen­de Vier­zy­lin­der nimmt Gas­be­feh­le wil­lig an und setzt sie un­mit­tel­bar in Vor­trieb um, auch dank des blitz- schnell und ruck­frei schal­ten­den Dop­pel­kupp­lungs­ge­trie­bes, das wir im­mer wie­der gern emp­feh­len.

Der 1,4-L-TSI ist in zwei Leis­tungs­stu­fen er­hält­lich, wir fuh­ren die stär­ke­re Ver­si­on mit 118 kw/160 PS. Wich­ti­ger als die­se Leis­tungs­da­ten ist hin­ge­gen das Dreh­mo­ment: Der Vier­zy­lin­der bringt schon bei 1500 Um­dre­hun­gen, al­so fast aus dem Stand sein ma­xi­ma­les Dreh­mo­ment von 240 Nm auf die Kur­bel­wel­le und hält es bis 4500 U/min kon­stant – das ist die Cha­rak­te­ris­tik ei­nes mo­der­nen Die­sel­mo­tors, kom­bi­niert mit der Sprit­zig­keit und der Dreh­freu­de ei­nes Ben­zi­ners. Wir ver­brauch­ten knapp 7,5 l/100 km.

Spass macht auch das Kur­ven­fah­ren im Golf Ca­brio­let: Der durch­zugs­star­ke Mo­tor, aber auch das aus­ge­wo­gen ab­ge­stimm­te Fahr­werk und die prä­zi­se Len­kung – al­les At­tri­bu­te, die man in­zwi­schen von VW er­war­ten darf – er­zeu­gen ein run­des, har­mo­ni­sches Fahr­ver­hal­ten, das her­vor­ra­gend zur Fahr­zeug­cha­rak­te­ris­tik passt. Und schliess­lich lässt es sich im Golf Ca­brio­let auch äus­serst ge­die­gen crui­sen – auch im Win­ter, wenn die Pas­san­ten ver­wun­dert den Kopf schüt­teln.

Der VW Golf Ca­brio­let 1.4 TSI kos­tet ab 42 500 Fr. Un­ser Test­wa­gen mit Per­for­mance-pa­ket, Na­vi­ga­ti­ons­sys­tem und wei­te­ren Op­tio­nen war mit 49 950 Fr. an­ge­schrie­ben. Mehr Po­wer: Der op­tisch und tech­nisch zu­ge­legt.

in un­ter 10 s im Heck ver­schwin­den. Auf den cha­rak­te­ris­ti­schen, fest ste­hen­den Über­roll­bü­gel wur­de erst­mals ver­zich­tet.

neue Por­sche Boxs­ter hat

Das neue Golf-ca­brio lässt sein straff sit­zen­des Stoff­dach

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