Re­gu­la­ti­on in ETF

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - AST/WUE

Ko­tier­te Fonds (Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds, ETF) bil­den ei­nen In­dex ab. Das klingt sim­pel, in der Pra­xis ist die ef­fi­zi­en­te Re­pli­ka­ti­on ei­nes Ba­sis­werts aber deut­lich kom­ple­xer als es auf den ers­ten Blick scheint (vgl. FUW vom Sams­tag). ETF wen­den Swaps – Tausch­ge­schäf­te – an und be­trei­ben Wert­pa­pier­lei­he. Die­se Tat­sa­chen sties­sen in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten bei den Re­gu­la­to­ren auf Un­be­ha­gen.

Nun ver­öf­fent­lich­te die eu­ro­päi­sche Fi­nanz­markt­auf­sicht Es­ma am Mon­tag ein Kon­sul­ta­ti­ons­pa­pier zu ETF und gibt da­mit die Mar­sch­rich­tung für die künf­ti­ge Re­gu­la­ti­on in ETF und an­de­ren UcitsFonds vor. Vor­weg: Die Es­ma plant kaum Ein­schnit­te für Eu­ro­pas Fonds­bran­che.

Wert­pa­pier­lei­he im Fo­kus

Hin­wei­se im Pro­dukt­na­men, ob es sich um ei­nen phy­sisch oder syn­the­tisch re­pli­zier­ten ETF han­delt, for­dert die Es­ma nicht. Le­dig­lich das Kür­zel «ETF» soll im Na­men ent­hal­ten sein. Etf-an­bie­ter wie is­ha­res (Blackrock) be­män­gel­ten die Na­mens­ge­bung. Der Bran­chen­füh­rer for­der­te im Ok­to­ber 2011 ein ein­heit­li­ches Klas­si­fi­zie­rungs­mo­dell in ETF und ähn­li­chen In­stru­men­ten wie ETP.

Die Re­gu­la­to­ren se­hen vor al­lem Hand­lungs­be­darf bei der Wert­pa­pier­lei­he (Se­cu­ri­ties Len­ding). ETF, aber auch klas­si­sche An­la­ge­fonds, kön­nen Wert­schrif­ten ent­lei­hen. Im Ge­gen­zug wird der Ver­lei­her mit ei­ner Ge­bühr ent­lohnt. Der­zeit kön­nen Wert­pa­pie­re aus den Port­fo­li­os der Fonds be­lie­big ver­lie­hen wer­den. Wird der Ent­lei­her zah­lungs­un­fä­hig, könn­te es für den Fonds schwie­rig oder gar un­mög­lich wer­den, an sei­ne Pa­pie­re her­an­zu­kom­men. Die­se Ri­si­ken wer­den ge­senkt, in­dem das Ge­schäft mit Pfand be­si­chert wird. We­gen des Aus­fall­ri­si­kos sei­en Gren­zen für Se­cu­ri­ties Len­ding an­ge­mes­sen, so die Es­ma. Es könn­ten Ober­gren­zen ge­schaf­fen wer­den, wel­cher An­teil des Fonds­ver­mö­gens und wel­che Men­ge Wert­pa­pie­re an ei­ne ein­zel­ne Ge­gen­par­tei ver­lie­hen wer­den darf. Da­mit lies­sen sich Klum­pen­ri­si­ken in Ge­gen­par­tei­en ver­mei­den. Über­dies sol­le der Er­trag aus dem Se­cu­ri­ties Len­ding künf­tig den Fonds um­fas­send gut­ge­schrie­ben wer­den. Bis an­hin kön­nen Ge­win­ne aus Leih­ge­schäf­ten auch in die Kas­sen der Emit­ten­ten flies­sen.

Bes­se­re Do­ku­men­ta­ti­on

Bei syn­the­ti­schen ETF wünscht die Es­ma prä­zi­se­re Vor­ga­ben, wie sich das Pfand zu­sam­men­set­zen muss. Gut di­ver­si­fi­zier­te und li­qui­de Porte­feuilles sei­en an­zu­stre­ben. SWAP-ETF wur­den in der Ver­gan­gen­heit kri­ti­siert, da das Fonds­ver­mö­gen des ETF mit dem Ba­sis­wert meist we­nig ge­mein hat – die Kor­re­la­ti­on ist ge­ring. An­der­seits sei­en die Wert­schrif­ten des Fonds­ver­mö­gens teils il­li­qui­de. Da­durch kön­nen Sys­tem­ri­si­ken ent­ste­hen. Die Do­ku­men­ta­ti­ons­pflicht soll eben­falls ver­schärft wer­den: Etf-an­bie­ter sol­len Swap- und Wert­pa­pier­leih­ge­schäf­te aus­wei­sen und auf mög­li­che Ri­si­ken hin­wei­sen. Eu­ro­pas Fonds-dach­ver­band Efa­ma kri­ti­sier­te die Vor­schlä­ge als ein­sei­tig, weil die Es­ma nur Pro­duk­te be­rück­sich­ti­ge, die un­ter die Ucits-richt­li­ni­en fie­len.

Noch ist aber nichts in St­ein ge­meis­selt. Die An­bie­ter ha­ben bis En­de März Zeit, zu den Es­ma-vor­schlä­gen Stel­lung zu neh­men. Die Mar­sch­rich­tung ist aber klar. Die Be­hör­de wird wohl im ge­nann­ten Rah­men die Etf-re­gu­lie­rung ver­schär­fen. Die An­bie­ter kä­men mit ei­nem blau­en Au­ge da­von. Denn die ge­plan­ten Ein­grif­fe der Es­ma fie­len lasch aus.

An­la­gen in eu­ro­päi­schen ETF

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