Schwa­che Fi­nanz­wer­te

SCHWEIZ We­ni­ger Ri­si­ko­freu­de – Pau­ken­schlag von ABB – Ap­plaus für Va­lo­ra – Kurs­ver­lus­te in Hol­cim

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN SCHWEIZ - CO­RI­NA DRACK

Zwi­schen Hof­fen und Ban­gen schwankt der­zeit die Bör­sen­stim­mung. Am Mon­tag noch las­te­ten die Eu­ro­sor­gen schwer auf dem Ak­ti­en­markt, am Di­ens­tag hin­ge­gen fla­cker­te nach den Be­schlüs­sen am Eu-gip­fel­tref­fen vor­über­ge­hend wie­der Hoff­nung auf, be­vor schwa­che Us-da­ten ent­täusch­ten. Der Swiss Mar­ket In­dex ver­lor seit Frei­tag 1% auf 5970,5.

Die Ban­ken­wer­te lit­ten gleich dop­pelt: Un­ter der Eu­ro­kri­se so­wie un­ter dem Steu­er­streit mit den USA, der ver­gan­ge­ne Wo­che zum Ver­kauf der Bank We­ge­lin an die Raiff­ei­sen­bank ge­führt hat. CS Group (–2,4%) und UBS (–2,6%) er­lit­ten Kurs­ver­lus­te. Noch hö­he­re Ein­bus­sen ver­zeich­ne­ten EFG (–7,4%). Die im Pri­va­te Ban­king ver­an­ker­te EFG In­ter­na­tio­nal ver­äus­ser­te ih­re Toch­ter

ABB N

EFG N Swiss In­vest­ment Fonds an die Ban­ken­grup­pe Caceis.

Auch im As­se­ku­ranz­seg­ment lös­ten die An­le­ger­be­den­ken über die Ver­schul­dung der Eu­ro­län­der er­neut Ver­kaufs­or­der aus. Die Ver­si­che­rer zäh­len als Gross­an­le­ger in Staats­an­lei­hen zu den Mit­be­trof­fe­nen von Schul­den­schnit­ten. Zu­rich FS ga­ben 1,6% nach, Swiss Li­fe 2,5%. In Swiss Re (Ak­ti­en, –3%) kommt da­zu, dass die Ver­trags­er­neue­run­gen der Rück­ver­si­che­rungs­bran­che im Ja­nu­ar of­fen­bar we­nig er­gie­big aus­ge­fal­len sind (vgl. Sei­te 10).

Die Phar­ma­wer­te sind als de­fen­si­ve Wer­te je nach Ri­si­ko­nei­gung ge­fragt oder nicht. Ro­che (GS, –0,8%) ten­dier­ten et­was schwä­cher, ob­wohl es gu­te Nachrichten gab. Die Toch­ter­ge­sell­schaft Gen­en­tech hat für das Me­di­ka­ment Eri­ve­dge ( Vis­mo­de­gib) ei­ne Zu­las­sung der ame­ri­ka­ni­schen Ge­sund­heits­be­hör­de FDA

Va­lo­ra N er­hal­ten. Am Mitt­woch pu­bli­ziert Ro­che das Jah­res­re­sul­tat.

Für ei­nen Pau­ken­schlag sorg­te zu Wo­chen­be­ginn ABB (Ak­ti­en, –1,1%). Der Kon­zern über­nimmt für 3,9 Mrd. $ die im Us-nie­der­span­nungs­ge­schäft ak­ti­ve Tho­mas & Betts. Die Ak­ti­en no­tier­ten zu­nächst et­was schwä­cher an­ge­sichts des stol­zen Prei­ses, den ABB be­reit ist zu zah­len. Doch aus stra­te­gi­scher Hin­sicht über­zeugt der Schritt (vgl. Sei­te 5). Zu­dem steht die Ak­qui­si­ti­on von Ne­wa­ve kurz vor dem Ab­schluss. 95% wur­den an­ge­dient.

Va­lo­ra (+6,1%) ten­dier­ten nach An­kün­di­gung ei­ner grös­se­ren Über­nah­me kräf­tig auf­wärts. Mit der Über­nah­me von Con­ve­ni­ence Con­cept rückt die Han­dels­grup­pe auf Platz zwei vor in Eu­ro­pas Ki­o­skge­schäft. Der Schritt wur­de als klu­ger Schach­zug be­grüsst (vgl. Sei­te 9).

Die Ti­tel des Aro­men­her­stel­lers Giv­au­dan (–0,7%) schnit­ten im Bran­chen­ver­gleich schwä­cher ab. Ei­ne Gold­man-sachs-stu­die hat­te für Be­we­gung ge­sorgt. Wei­ter­hin we­nig Be­ach­tung fan­den Hol­cim (–5,6%). Der ho­he Fix­kos­ten­block des Ze­ment­her­stel­lers ge­riet in die Kri­tik von Ana­lys­ten (eben­falls Gold­man Sachs). Sie setz­ten die Ti­tel des­we­gen auf die Ver­kaufs­lis­te. Us­ter Tech­no­lo­gies (–1%) hiel- ten sich wei­ter­hin über dem An­ge­bots­preis von 38 Fr., den To­yo­ta In­dus­tries of­fe­rie­ren will. Die Ver­öf­fent­li­chung des Über­nah­me­an­ge­bots für al­le sich im Pu­bli­kum be­fin­den­den Us­ter-pa­pie­re wur­de ein zwei­tes Mal, neu auf En­de Fe­bru­ar, ver­scho­ben. Die un­ab­hän­gi­gen Vr-mit­glie­der emp­fah­len den Ak­tio­nä­ren am Di­ens­tag er­neut, vo­r­erst nichts zu un­ter­neh­men und die Stel­lung­nah­me des Ver­wal­tungs­rats ab­zu­war­ten.

Die Ak­ti­en Tor­nos (–0,8%) re­agier­ten mit Kurs­ge­win­nen auf die Um­satz- und Auf­trags­zah­len. Der Dreh­ma­schi­nen­her­stel­ler stei­ger­te den Um­satz mar­kant und über­traf da­mit die Er­war­tun­gen.

Ve­tro­pack (–1,1%) no­tier­ten am Di­ens­tag mit hö­he­ren Vo­lu­men fes­ter, nach­dem der Glas­ver­pa­ckungs­her­stel­ler das Ge­winn­ziel für das ver­gan­ge­ne Ge­schäfts­jahr er­höh­te. Die Ana­lys­ten ha­ben je­doch be­reits mit ei­nem hö­he­ren Ge­winn ge­rech­net.

Pe­trop­lus (+44%) sind zum Spiel­ball von Spe­ku­la­tio­nen ge­wor­den. Der Raf­fi­ne­rie­be­trei­ber be­fin­det sich in Nach­lass­stun­dung. Für Fan­ta­sie sorg­ten Aus­sa­gen, wo­nach es für die fran­zö­si­sche Raf­fi­ne­rie Pe­tit Cou­ron­ne Kauf­in­ter­es­sen­ten ge­be. Auch die Raf­fi­ne­rie Cres­sier soll ver­äus­sert wer­den kön­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.