No­ten­stein kappt das Dol­lar­ge­schäft mit Dritt­ban­ken

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - JB

Die aus der ge­schei­ter­ten Bank We­ge­lin her­vor­ge­gan­ge­ne No­ten­stein Pri­vat­bank treibt es in ih­rer Not mit der Ab­sti­nenz im Ame­ri­ka­ge­schäft auf die Spit­ze: «Ab so­fort» führt sie für Dritt­ban­ken kei­ne Zah­lungs­ver­kehrst­rans­ak­tio­nen in Dol­lar mehr durch. «Das be­trifft den Kun­den­wie auch den In­ter­ban­ken­zah­lungs­ver­kehr», er­klär­te das St. Gal­ler Bank­haus in ei­nem Schrei­ben vom 30. Ja­nu­ar, das «Fi­nanz und Wirt­schaft» vor­liegt. Of­fen­bar ver­sucht No­ten­stein, jeg­li­che Pro­vo­ka­tio­nen der ame­ri­ka­ni­schen Jus­tiz zu ver­mei­den. Die von Ex-we­ge­lin-teil­ha­ber Adri­an Kün­zi ge­führ­te Bank geht da­bei ex­trem weit, was zeigt, wie ex­po­niert sie im Steu­er­streit der Schweiz mit den USA im­mer noch ist. Für an­de­re Ban­ken wie UBS und Cre­dit Suis­se ge­hö­ren Doll­ar­trans­ak­tio­nen für Dritt­ban­ken nach wie vor zum An­ge­bot, ob­schon auch die bei­den Gross­ban­ken un­ter der arg­wöh­ni­schen Be­ob­ach­tung durch die Us-be­hör­den ste­hen.

Als der ge­schäfts­füh­ren­de We­ge­linTeil­ha­ber Kon­rad Humm­ler vor Wo­chen­frist über­ra­schend das Hand­tuch warf und das ge­sam­te Nicht-us-ge­schäft in Form der No­ten­stein Pri­vat­bank an die Raiffeisen-grup­pe ver­kauf­te, tauch­te so­fort die Fra­ge nach ei­nem all­fäl­li­gen Durch­griff der Us-jus­tiz auf das We­ge­lin-über­bleib­sel No­ten­stein auf. Man ha­be zwar kei­ne fes­ten Ga­ran­ti­en er­hal­ten, sei aber zu­ver­sicht­lich, dass die Ame­ri­ka­ner dem – um die Us-kund­schaft be­rei­nig­ten – Nach­fol­geinsti­tut kei­nen Pro­zess man­chen wür­den, hiess es so­gleich. Doch mitt­ler­wei­le ha­ben die Us-be­hör­den nicht nur ge­gen ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter, son­dern auch ge­gen die Bank We­ge­lin selbst Straf­kla­ge er­ho­ben (vgl. Sei­te 11). Da­mit ver­schärft sich aber­mals der Druck.

Dass No­ten­stein, die un­ter der Hau­be von Raiffeisen um ih­re Exis­tenz kämpft, auf den Dol­lar­zah­lungs­ver­kehr für Dritt­ban­ken ver­zich­tet, ist nach­voll­zieh­bar. Denn wer ge­nau die Kun­den ei­ner an­de­ren Bank sind, die über No­ten­stein ih­re Ge­schäf­te ma­chen, ist bei sol­chen Trans­ak­tio­nen un­be­kannt. Es könn­te fa­tal sein, wür­de der Na­me No­ten­stein im Zu­sam­men­hang mit ver­däch­ti­gen Trans­ak­tio­nen in den USA ak­ten­kun­dig. Auf An­fra­ge be­stä­tigt No­ten­stein in­des, dass sie für ih­re Pri­vat­kund­schaft wei­ter­hin Doll­ar­trans­ak­tio­nen durch­führt. Die ei­ge­nen Kun­den auch noch zu ver­grau­len, kann sich die be­dräng­te Bank nicht leis­ten.

Für Kraft­werks­koh­le ist Xstra­ta Markt­füh­rer. Wenn die Fu­si­on mit Glencore klappt, rü­cken wei­te­re ho­he Am­bi­tio­nen ins Blick­feld.

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