Zur Kas­se bit­te

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - MR

«Lis­ti­ges Berg­volk, nährt sich von Raub und We­ge­la­ge­rei» – der­glei­chen soll in bos­haf­ten Le­xi­ka un­ter dem Stich­wort «Schwei­zer, die» ver­merkt sein. Ei­gen­tüm­lich, dass die doch so zu­grif­fig ge­ar­te­ten Eid­ge­nos­sen just das Geld ver­schmä­hen, das man ih­nen schen­ken will. Das Par­la­ment hat im ver­gan­ge­nen Herbst 870 Mio. Fr. be­reit­ge­stellt, als «Pa­ket zur Ab­fe­de­rung der Fran­ken­stär­ke». Bern, so will es schei­nen, muss die Mit­tel bis­wei­len ge­ra­de­zu auf­drän­gen. So hat das Bun­des­amt für Ver­kehr, das aus die­sem Käs­se­li 28,5 Mio. Fr. dem al­pen­que­ren­den kom­bi­nier­ten Ver­kehr zu ver­tei­len hat, «die be­trof­fe­nen Ei­sen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men ein­ge­la­den, ent­spre­chen­de Ge­su­che zu stel­len». Der Bun­des­ni­ko­laus droht den Kin­der­chen mit der Peit­sche, da­mit sie für die un­ge­lieb­ten Erd­nüss­chen an­ste­hen.

Nichts tun ist kei­ne Op­ti­on. So lässt sich in der Po­li­tik je­der Un­fug recht­fer­ti­gen. Die na­he­zu lü­cken­lo­se Er­fah­rungs­re­sis­tenz der Schwei­zer Exe­ku­ti­ve und Le­gis­la­ti­ve fällt nicht nur, doch ge­ra­de dann auf, wenn wie­der mal die bei den Ge­wähl­ten al­ler Stu­fen be­lieb­ten, doch in der Pra­xis völ­lig wir­kungs­lo­sen, ja schäd­li­chen «Kon­junk­tur­pa­ke­te ge­schnürt» wer­den.

Vul­gär-keyne­sia­ner und Soft-mar­xis­ten glau­ben wahr­schein­lich ernst­haft an den Se­gen um­ver­tei­len­der Fein­steue­rung. Da­ge­gen ist kein Rot­kraut ge­wach­sen. Letzt­lich übler ist es, dass vie­le Bür­ger­li­che (die an­geb­lich die Mehr­heit in den Rä­ten stel­len) in lich­ten Mo­men­ten wohl er­ken­nen, dass sie mit hys­te­ri­schem In­ter­ven­tio­nis­mus die­ser Art bloss das Geld an­de­rer Leu­te ver­schleu­dern. Weil man ja nicht nichts tun kann. Bes­ser wär’s, sie tä­ten das Rich­ti­ge: zum Bei­spiel die Mehr­wert­steu­er auf ei­nen Satz ver­ein­fa­chen. Das wä­re wirk­lich lis­tig (ge­we­sen).

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