Swiss­com lässt Ge­rä­te spre­chen

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Tele­com­kon­zern Swiss­com setzt auf die ver­netz­te Ge­sell­schaft als Ein­kom­mens­quel­le und zielt da­bei nicht nur auf die Kon­su­men­ten ab, son­dern auch auf elek­tro­ni­sche Ge­rä­te. Die so­ge­nann­te Ma­chi­ne-to-ma­chi­ne-kom­mu­ni­ka­ti­on (M2M) gilt als wachs­tums­star­ker Markt. In der Schweiz wer­den nach Ein­schät­zung des Ex-mo­no­po­lis­ten lang­fris­tig mehr als 100 Mio. Ma­schi­nen wie Na­vi­ga­ti­ons­ge­rä­te, Fahr­zeu­ge, Strom­zäh­ler oder Me­di­zinSys­te­me In­for­ma­tio­nen via Mo­bil­funk­netz über­tra­gen. Die­sen Markt geht Swiss­com nun ge­mein­sam mit dem schwe­di­schen Netz­werk­aus­rüs­ter Erics­son an.

Die M2m-kom­mu­ni­ka­ti­on ist für den Tele­com­sek­tor glo­bal von ho­her Re­le­vanz und die Mar­gen hö­her als im her­kömm­li­chen Mo­bil­funk­ge­schäft, wo Sub­ven­tio­nen für Han­dys an­fal­len. Auch für Erics­son ist das M2m-ge­schäft ei­nes von meh­re­ren stra­te­gi­schen Wachs­tums­fel­dern. Die Bran­che er­war­tet, dass im Jahr 2020 deut­lich mehr Ge­rä­te als Men­schen mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren. Erics­son schätzt, dass die Zahl In­ter­net-ver­bun­de­ner Ma­schi­nen dann auf 50 Mrd. steigt. Mo­bi­le Breit­band­abon­ne­men­te dürf­ten bis 2016 die 5-Mrd.-schwel­le er­rei­chen.

Zu­sam­men­ar­beit be­fris­tet

Als ei­ner der ers­ten Kun­den auf Erics­sons De­vice Con­nec­tion Plat­form will Swiss­com ab Som­mer 2012 vor al­lem Ge­schäfts­kun­den Lö­sun­gen an­bie­ten. Ers­te Feld­ver­su­che be­gin­nen im Fe­bru­ar. Die Ge­büh­ren, die Swiss­com für die Be­nüt­zung der Platt­form an Erics­son ent­rich­tet, hän­gen vom Wachs­tum ab. Auch wenn ei­ne lang­fris­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit an­ge­strebt wird – der Ver­trag ist vo­r­erst auf drei Jah­re be­fris­tet, wie Ro­land Staubli, Head of In­ter­na­tio­nal Part­nerships & Stra­te­gic Pro­jects bei Swiss­com Cor­po­ra­te Bu­si­ness, vor den Me­di­en er­klär­te. Die Part­ner ken­nen sich gut: Mit Erics­son ver­bin­det Swiss­com ei­ne lang­jäh­ri­ge Zu­sam­men­ar­beit, der Kon­zern ist stra­te­gi­scher Part­ner für den Netz­aus­bau des Markt­füh­rers. Erics­son ist auch für die klei­ne­ren Schwei­zer An­bie­ter Sun­ri­se und Oran­ge tä­tig.

Wie ge­nau Ge­schäfts­mo­del­le in der M2m-kom­mu­ni­ka­ti­on aus­se­hen wer­den, zeich­net sich der­zeit erst ab. Da­her ist das En­ga­ge­ment von Swiss­com als Test­bal­lon zu wer­ten. Das Un­ter­neh­men star­tet mit ei­nem klei­nen Kom­pe­tenz­zen­trum und we­ni­gen Mit­ar­bei­tern. Die neue M2M-AB­tei­lung im Kon­zern lei­tet der Vor­arl­ber­ger Ger­hard Sched­ler. Er be­schäf­tig­te sich fast zwan­zig Jah­re lang mit dem The­ma Ra­dio­fre­quenz-iden­ti­fi­ka­ti­on (RFID), zu­letzt als Chef von Iden­tec So­lu­ti­ons.

Ge­schäfts­mo­del­le im Fluss

Auf Rfid-lö­sun­gen hat­te auch Swiss­com in der Ver­gan­gen­heit ge­setzt und 2005 die Swiss­com Au­to-id Ser­vices ge­grün­det. Das Start-up bot vor al­lem Lo­gis­tik­lö­sun­gen für Ge­schäfts­kun­den wie Mi­gros und Post an. We­gen feh­len­der Ska­len­ef­fek­te ver­kauf­te der Tele­com­kon­zern das Ge­schäft im Fe­bru­ar 2011 an die fin­ni­sche Vi­lant Sys­tems und hält nur noch ei­ne Min­der­heits­be­tei­li­gung. Nun folgt ein neu­er An­lauf mit an­de­ren Vor­zei­chen.

Das ak­tu­el­le Pro­jekt von Swiss­com im M2m-ge­schäft ist brei­ter auf­ge­stellt. Zu­dem ist Erics­son als Bran­chen­pri­mus un­ter den Mo­bil­funk­aus­rüs­tern ein Vor­zei­ge­part­ner. Als Lang­fristan­la­ge sind die Ak­ti­en Erics­son kau­fens­wert, bei Swiss­com ist die er­war­te­te Di­vi­den­den­ren­di­te von rund 6% ein Pro-ar­gu­ment. Erics­son ERICS­SON TEL.CL ©B©

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