Con­tra­ri­an-chan­cen in Ban­ken

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT - AL­FONS COR­TÉS

Ver­schie­de­ne Prak­ti­ker ha­ben sich in­ten­siv mit Con­tra­ri­an-ge­sichts­punk­ten aus­ein­an­der­ge­setzt. Es be­steht mehr Ei­nig­keit dar­über, was nicht geht, als dar­über, was funk­tio­niert. So sind sich al­le ei­nig, dass das War­ten auf kla­re volks­wirt­schaft­li­che Per­spek­ti­ven das pu­re Ge­gen­teil von Con­tra­ri­an-an­le­gen dar­stellt, weil Ak­ti­en­märk­te der Kon­junk­tur stets um meh­re­re Mo­na­te vor­aus­ei­len. Ab­ge­lehnt wer­den auch in­tui­ti­ve Con­tra­ri­an-po­si­tio­nie­run­gen oder et­was hoch­nä­si­ge Aus­sa­gen, man müs­se sich stets ge­gen die Mehr­heit rich­ten. Das kann, liegt ein star­ker Trend vor, de­sas­trös sein.

Im We­sent­li­chen ver­blei­ben drei Schu­len: die, die nur nach fun­da­men­ta­len Kri­te­ri­en ent­schei­det, die rei­nen Tech­ni­ker und schliess­lich als drit­te die, die ei­ne Kom­bi­na­ti­on tech­ni­scher und fun­da­men­ta­ler Da­ten vor­sieht.

Ich ha­be mich auf ei­ne er­wei­ter­te tech­ni­sche Ana­ly­se fest­ge­legt, die in Form der auf mei­ner Web­site auf­ge­schal­te­ten Con­tra­ri­an-re­geln nach­ge­le­sen wer­den kann. Der Grund ist, dass Con­tra­ri­an-si­tua­tio­nen des­halb ent­ste­hen, weil die künf­ti­ge Be­deu­tung be­kann­ter, be­son­ders pro­mi­nen­ter The­men über­trie­ben wird, wäh­rend an­de­re, auch wirk­sa­me Va­ria­blen völ­lig aus­ge­blen­det wer­den. Da­durch ent­ste­hen Kur­se, die sich von jeg­li­cher wirt­schaft­li­cher Ver­bin­dung ab­kop­peln. Sie müs­sen al­ler­dings an­hand der be­kann­ten Da­ten zu­nächst nicht ein­mal tief er­schei­nen, wie z. B. in kras­ser Wei­se im März 2003 in Stahl- und Mi­nen­ak­ti­en zu be­ob­ach­ten war, die re­la­tiv und no­mi­nell zu­leg­ten, be­vor das Kür­zel Bric kre­iert und da­mit die Er­klä­rung für die Stär­ke die­ser Sek­to­ren nach­ge­lie­fert wur­de.

Meine Er­war­tung ist, dass es im Fi­nanz­sek­tor ähn­lich kommt. Seit dem 5. Ok­to­ber 2011 ha­be ich wie­der­holt auf die At­trak­ti­vi­tät von Ver­si­che­rungs­ti­teln auf­merk­sam ge­macht, seit dem 14. De­zem­ber auf die von Bank­ak­ti­en. Heu­te le­ge ich ein wei­te­res Bri­kett nach: Für mich sind nun auch Bank­va­lo­ren aus dem Eu­ro­raum kau­fens­wert. Der Grund liegt dar­in, dass mitt­ler­wei­le auch die­ser Raum die zehn Con­tra­ri­an-re­geln er­füllt. Mei­ner auf über vier Jahr­zehn­te Er­fah­rung be­ru­hen­den Meinung nach ver­gibt man gros­se Kurs­chan­cen, wenn man war­tet, bis die fun­da­men­ta­len Grün­de für hö­he­re Kur­se be­kannt sind.

Er­öff­net sich ei­ne Con­tra­ri­an-chan­ce, muss man han­deln, und gleich­zei­tig müs­sen zwin­gend die Kri­te­ri­en de­fi­niert wer­den, die für ei­nen Ab­bruch der Übung mit Ge­winn oder Ver­lust füh­ren. Sie zu be­nen­nen, wür­de den zur Ver­fü­gung ste­hen­den Raum spren­gen. Es wird aber ei­ne Ko­lum­ne ge­ben, wenn es da­zu kom­men soll­te, dass ich meine Meinung re­vi­die­ren muss, der Eu­ro­raum bie­te at­trak­ti­ve Chan­cen für Bank­ak­ti­en.

Sto­xx Ban­ken Die Meinung des Au­tors muss nicht mit der der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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