LVMH ist dank Asi­en-boom in Form

FRANK­REICH Lu­xus­gü­ter­her­stel­ler er­höht Di­vi­den­de – Le­der­wa­ren bril­lie­ren – Uh­ren noch nicht top

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - WOLF­GANG GAM­MA

Der Lu­xus­gü­ter­her­stel­ler LVMH hat mit Um­satz- und Ge­winn 2011 die Markt­er­war­tun­gen ge­trof­fen. Trieb­fe­der war wie in den Vor­jah­ren Asi­en. Die Aus­sich­ten auf ein er­neut gu­tes Ab­schnei­den in die­ser Markt­re­gi­on stim­men zu­ver­sicht­lich. Zu­dem wird die im März er­wor­be­ne Bul­ga­ri erst­mals für zwölf Mo­na­te kon­so­li­diert. Das or­ga­ni­sche Wachs­tum der Spar­te Uh­ren und Schmuck (+23%) lag 2011 un­ter dem von Ri­che­mont und Swatch Group. Wie im Vor­jahr er­hal­ten die Ak­tio­nä­re ei­ne um 24% er­höh­te Di­vi­den­de.

Re­kord für Lou­is Vuit­ton

Der Um­satz stieg im Vor­jah­res­ver­gleich 16% auf 23,7 Mrd. €, or­ga­nisch schau­te ein Plus von 14% her­aus. Mo­de und Le­der­wa­ren, die wich­tigs­te Spar­te, wuchs dank ei­nes Re­kord­jahrs für Lou­is Vuit­ton et­was ra­scher. Et­was mehr als ein Drit­tel der Um­sat­zes ent­fällt auf das Seg­ment, vom Be­triebs­ge­winn sind es da­ge­gen fast 60%. 20% mehr setz­te die De­tail­han­dels­spar­te ab. Auch hier war Asi­en der Tur­bo, vor al­lem Hong­kong und Ma­cao. Ge­mäch­li­cher, aber im­mer noch knapp zwei­stel­lig war das Wachs­tums­tem­po für Wein und Spi­ri­tuo­sen, der zweit­wich­tigs­te Er­trags­brin­ger, so­wie für Par­füms und Kos­me­tik.

Im Ge­schäft mit Uh­ren er­reich­te der Um­satz 1,95 Mrd. €, was bei­na­he ei­ner Ver­dop­pe­lung ent­spricht, die in der Bul­ga­ri-in­te­gra­ti­on ih­re Ur­sa­che hat. Mar­ken wie TAG Heu­er und Hu­blot ver­zeich­ne­ten in al­len Markt­re­gio­nen ei­ne re­ge Nach­fra­ge. Auf die Pro­fi­ta­bi­li­tät hat­te der Zu­kauf von Bul­ga­ri je­doch we­nig Ein­fluss, die ope­ra­ti­ve Mar­ge nahm im Seg­ment von 13 auf 13,6% zu. Po­ten­zi­al zur Mar­gen­stei­ge­rung ist vor­han­den. Kon­zern­weit ge­lang LVMH ei­ne Mar­gen­aus­wei­tung von 21,2 auf 22,2%, was den Ebit erst­mals in der Un­ter­neh­mens­ge­schich­te über 5 Mrd. € hiev­te (5,26 Mrd.). Zum Ver­gleich: Ri­che­mont kam im ers­ten Halb­jahr 2011/12 (per En­de Sep­tem­ber) auf 25,5 re­spek­ti­ve 6% Ebit-mar­ge für Uh­ren und 33,9% für Schmuck. Swatch Group dürf­te mit gut 26% Um­satz­wachs­tum zu kon­stan­ten Wech­sel­kur­sen im Kern­ge­schäft Uh­ren auf mehr als 22% Be­triebs­mar­ge im Ge­schäfts­jahr 2011 kom­men. LVMH LVMH

Der Über­schuss von LVMH nahm be­rei­nigt um Ein­mal­ef­fek­te 34% auf 3,07 Mrd. € zu. No­mi­nell nahm der Ge­winn 1% zu. Der Ge­winn je Ak­tie er­reich­te 6.25 €. Dar­aus will das Un­ter­neh­men ei­ne Di­vi­den­de von 2.60 € aus­schüt­ten, was leicht über den Markt­er­war­tun­gen liegt. Die Di­vi­den­den­ren­di­te be­trägt 2,1%.

Teu­rer als Ch-kon­kur­renz

LVMH sieht sich gut ge­rüs­tet, um das Wachs­tum in die­sem Jahr auf­recht­zu­er­hal­ten. Im Ja­nu­ar ha­be sich der Trend aus dem vier­ten Quar­tal fort­ge­setzt. Die­ses war mit 12% Um­satz­wachs­tum al­ler­dings schwä­cher als im Ge­samt­jahr. Ei­ne ab­ge­schwäch­te Dy­na­mik er­war­ten auch Ri­che­mont und Swatch Group, was mit Blick auf die Re­kord­wer­te 2011 nicht über­rascht. Asi­en wird wei­ter­hin der An­triebs­mo­tor sein.

Was die Er­trags­ent­wick­lung be­trifft, dürf­ten das Le­der­wa­ren­ge­schäft und der Spi­ri­tuo­sen­be­reich ih­re Mar­gen zu­min­dest hal­ten kön­nen. Ob die Bul­ga­ri-kon­so­li­die­rung Fort­schrit­te in der Uh­ren­di­vi­si­on bringt oder so­gar bremst, ist schwie­rig ab­zu­schät­zen. Um 10% Ge­winn­wachs­tum zu er­rei­chen, muss dort die Er­trags­kraft ge­stei­gert wer­den. Dann wer­den 6.85 € Ge­winn je Ak­tie rea­lis­tisch. Mit ei­nem Kurs-ge­winn-ver­hält­nis 19 für 2012 sind die Va­lo­ren teu­rer als Ri­che­mont (16) und Swatch Group (17). Kurz­fris­tig sub­stan­zi­el­le Kurs­ge­win­ne zu er­war­ten, wä­re ein Feh­ler.

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