Uni­le­ver lei­det un­ter Preis­druck

EU­RO­PA

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - HTZ,

Der nie­der­län­disch-bri­ti­sche Kon­sum­gü­ter­kon­zern Uni­le­ver (Do­ve-sham­poo, Ra­ma-mar­ga­ri­ne, Knorr-sup­pen) steht vor ei­nem «schwie­ri­gen Jahr 2012». Nach wie vor ho­he und noch im­mer stei­gen­de Roh­stoff­prei­se drück­ten auf die Mar­gen, und im Le­bens­mit­tel­sek­tor sei die Nach­fra­ge in We­st­eu­ro­pa rück­läu­fig, teil­te Uni­le­ver-chef Paul Pol­man mit.

Ähn­lich wie im ver­gan­ge­nen Jahr wer­de der Ge­winn 2012 vor­aus­sicht­lich sta­gnie­ren, weil die stei­gen­den Roh­stoff­prei­se nicht in vol­lem Um­fang in Form hö­he­rer Ver­kaufs­prei­se an die Kun­den wei­ter­ge­ge­ben wer­den könn­ten. 2012 ver­bes­ser­te Uni­le­ver den Um­satz zwar um 5% auf 46,5 Mrd. €, doch der Net­to­ge­winn blieb mit 4,25 Mrd. € oder 1.46 € je Ak­tie im Jah­res­ver­gleich fast un­ver­än­dert. Der ope­ra­ti­ve Vor­steu­er­ge­winn konn­te da­zu im ab­ge­lau­fe­nen Jahr le­dig­lich um 1% auf 6,43 Mrd. € ver­bes­sert wer­den.

Pol­man wies Markt­spe­ku­la­tio­nen dar­über zu­rück, dass sich der Bran­chen­kon­kur­rent von Nest­lé und Proc­ter & Gam­ble von sei­ner Le­bens­mit­tel­spar­te tren­nen könn­te. Ih­re Per­for­mance ist we­sent­lich schwä­cher als die des Be­reichs Kör­per­pfle­ge und Wasch­mit­tel oder die der Spei­se­eis- und der Ge­trän­ke­spar­te. Aber so­gar der Ab­satz von Lip­ton-tee sta­gnier­te. Die Kos­ten in der Le­bens­mit­tel­spar­te stie­gen nach An­ga­ben von Pol­man 2011 im Jah­res­ver­gleich um 2,3 Mrd. €.

In We­st­eu­ro­pa leg­te der Uni­le­ver-um­satz 2011 nur um 2% auf 12,27 Mrd. € zu, wäh­rend er in Asi­en und Afri­ka um 5,8% auf 18,95 Mrd. € stieg und sich in Nord- und Süd­ame­ri­ka um 5,9 % auf 15,25 Mrd. € er­höh­te. Al­ler­dings schwä­che sich auch das re­la­tiv ho­he Wachs­tum in Asi­en und Süd­ame­ri­ka der­zeit et­was ab, er­klär­te er.

Die Ak­ti­en Uni­le­ver ver­lo­ren in Amsterdam am Don­ners­tag 4,3% und san­ken auf 24.77 €, konn­ten sich am Frei­tag aber um 0,68% auf 24.95 € leicht er­ho­len.

Auf Ba­sis der ak­tu­el­len Ge­winn­schät­zun­gen für 2012 sind die Ti­tel mit ei­nem KGV von 15 ähn­lich be­wer­tet wie die Kon­kur­ren­ten (Nest­lé: 16, Proc­ter & Gam­ble: 16). Wäh­rend es Uni­le­ver im vier­ten Quar­tal 2011 aber noch ge­lang, am Markt Preis­stei­ge­run­gen von durch­schnitt­lich 6,5% durch­zu­set­zen, blie­ben die Preis­er­hö­hun­gen im lau­fen­den ers­ten Quar­tal bis­her auf 1,8% be­schränkt. We­gen der ho­hen Roh­stoff­prei­se wird das den Druck auf die Mar­gen er­hö­hen und macht die Va­lo­ren für An­le­ger un­at­trak­tiv.

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