«Risk on» hilft dem Fuw-risk-porte­feuille

Die Ent­span­nung rund um die Schul­den- und Fi­nanz­kri­se gibt Ri­si­ko­an­la­gen Rü­cken­wind – Aus­rich­tung auf zy­kli­sche Ti­tel be­währt sich – Ku­del­ski wer­den ver­kauft

Finanz und Wirtschaft - - RISKPORTFOLIO - ANDRE­AS MEI­ER

Die Quar­tals­über­sicht zum Ris­kPorte­feuille der «Fi­nanz und Wirt­schaft» wird – we­gen der Um­stel­lungs­ar­bei­ten im Zu­sam­men­hang mit der Neu­ge­stal­tung die­ser Zei­tung – aus­nahms­wei­se ei­nen Mo­nat spä­ter pu­bli­ziert. Der nächs­te Zwi­schen­be­richt wird aber wie­der re­gu­lär et­wa An­fang April er­schei­nen.

Die vier Mo­na­te um­fas­sen­de Be­richts­pe­ri­ode seit En­de Sep­tem­ber zeigt ei­ne mar­kan­te Er­ho­lung des De­pot­wer­tes – wo­mit ein gu­ter Teil der Ver­lus­te wett­ge­macht wur­de, die durch den Kurs­rutsch im Au­gust ent­stan­den sind. In der Pe­ri­ode von En­de Ju­ni bis En­de Sep­tem­ber muss­te das Risk-porte­feuille ei­ne Wert­ein­bus­se von rund 30% hin­neh­men, wäh­rend der SPI in der­sel­ben Pe­ri­ode bloss 8%, der Mid- und Small-cap-in­dex 14% ein­ge­büsst hat­ten.

Rück­stand ver­klei­nert

Seit Sep­tem­ber hat das Risk-porte­feuille 20% zu­ge­legt, wäh­rend der SPI 8,1% und der Mid- und Small Cap In­dex gar nur 7,1% ge­wan­nen. Ein Teil des re­la­ti­ven Rück­schla­ges konn­te so­mit wett­ge­macht wer­den. Mit da­zu bei­ge­tra­gen hat die Um­schich­tung, die an­läss­lich der letz­ten Be­richt­er­stat­tung vor­ge­nom­men wur­de. Die da­mals neu ge­kauf­ten Ti­tel von Bobst und

Glie­de­rung Risk-porte­feuille die Auf­sto­ckung von Ar­bo­nia-fors­ter hat sich aus­be­zahlt: Bei­de Ti­tel sind (mit 29 resp. 34%) stär­ker ge­stie­gen als der Porte­feuille­durch­schnitt, wo­mit sie sei­ne Durch­schnitts­per­for­mance er­höht ha­ben. Und die da­mals ver­kauf­ten Ti­tel – Pe­trop­lus und Atel – no­tie­ren heu­te un­ter ih­rem da­ma­li­gen Wert; die Um­schich­tung hat sich al­so dop­pelt ge­lohnt.

Das Risk-porte­feuille pro­fi­tier­te vor al­lem von der all­ge­mei­nen Bör­sen­er­ho­lung seit Jah­res­be­ginn. Die pe­ri­odisch auf­fla­ckern­de Kri­sen­angst rund um die Ver­schul­dung im Eu­ro­raum hat an der Bör­se ein Ver­hal­tens­mus­ter auf­kom­men las­sen, das als Risk off, Risk on be­zeich­net wird. Die An­le­ger sind bald ri­si­ko­freu­dig, bald ri­si­ko­scheu, je nach­dem, wie be­droh­lich die Ent­wick­lung um die Schul­den­pro­ble­ma­tik und die Ban­ken­kri­se je­weils ge­ra­de ein­ge­schätzt wird. Seit An­fang Jahr ist ei­ne so­ge­nann­te Risk-on-pha­se am Lau­fen; die An­le­ger ver­hal­ten sich ri­si­ko­freu­di­ger, was sich in ver­mehr­ten Ak­ti­en­käu­fen, vor al­lem ri­si­ko­rei­che­rer Wer­te, ma­ni­fes­tiert.

Mit Wohl­wol­len nah­men die Märk­te die noch vor Weih­nach­ten statt­ge­fun­de­ne Li­qui­di­täts­sprit­ze der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank auf. Da­mit ent­spann­te sich die Re­fi­nan­zie­rungs­la­ge man­cher In­sti­tu­te, und Be­fürch­tun­gen vor neu­en Stress­sym­pto­men im Bank­sek­tor zer­streu­ten sich.

Da­zu kommt, dass vie­le Un­ter­neh­men über ei­nen leid­lich gu­ten Ge­schäfts­gang be­rich­ten kön­nen, was die eben­falls pe­ri­odisch auf­kom­men­den Re­zes­si­ons­ängs­te ab­klin­gen liess.

In den USA ist ein sach­ter Auf­schwung am Werk, in Deutsch­land zei­gen sich die wich­ti­ge Ex­port­in­dus­trie und der pri­va­te Kon­sum sta­bi­ler als er­war­tet, und in Chi­na scheint sich das Wachs­tum we­ni­ger stark ab­zu­schwä­chen als noch vor kur­zem an­ge­nom­men. Dass Ak­ti­en zwei schwie­ri­ge Jah­re hin­ter sich ha­ben, ist vor al­lem auf die Schul­den­ängs­te zu­rück­zu­füh­ren, wo­bei der Schwei­zer Ak­ti­en­markt zu­sätz­lich noch vom har­ten Fran­ken be­trof­fen war. Die Un­ter­neh­men ha­ben sich – die Fran­ken­pro­ble­ma­tik mal aus­ge­klam­mert – in die­ser Zeit mehr­heit­lich sehr gut ent­wi­ckelt; die Bi­lan­zen sind so­lid, die Ge­winn­mar­gen im his­to­ri­schen Ver­gleich hoch, und die Kri­sen­pha­se wur­de für Re­struk­tu­rie­run­gen ge­nutzt. Das lässt im Ver­lauf des Jah­res wei­te­re Avan­cen er­war­ten.

Güns­ti­ge Stahl­wer­te

In un­se­rem Porte­feuille neh­men wir ei­ne Aus­wechs­lung vor: Die Ti­tel des PAY-TVVer­schlüss­lers Ku­del­ski wer­den durch den Stahl­wert Schmolz+bi­cken­bach er­setzt. Ku­del­ski be­kommt im­mer mehr die sich än­dern­den Me­di­en­kon­sum­ge­wohn­hei­ten der Kon­su­men­ten zu spü­ren. Der tra­di­tio­nel­le Fern­seh­kon­sum wird durch In­ter­net-an­ge­bo­te im­mer mehr kon­kur­ren­ziert (nur schon zeit­lich). Das Ge­schäft mit Bezahlfernsehen wird im­mer här­ter. Zu­dem wol­len Tech­no­lo­gie­gi­gan­ten wie Goog­le und App­le auch ins Fern­seh­ge­schäft ein­drin­gen, was noch kaum ab­seh­ba­re Kon­kur­renz­ver­schie­bun­gen ge­ben könn­te. Weil die Zu­kunft von Ku­del­ski kaum ab­schätz­bar ist, wird der Ti­tel aus dem Risk-porte­feuille ver­kauft.

Der neu auf­ge­nom­me­ne Stahl­wert Schmolz+bi­cken­bach könn­te vom Markt­trend hin zu zy­kli­schen, ri­si­ko­rei­che­ren Ti­teln pro­fi­tie­ren. 2012 dürf­te der Ge­winn des auf Spe­zi­al- und Ni­schen­pro­duk­te (teils als Welt­markt­füh­rer) fo­kus­sier­ten Un­ter­neh­mens stei­gen. Das mo­de­ra­te Kurs-ge­winn-ver­hält­nis von 8 zeigt, dass noch Po­ten­zi­al be­steht, auch wenn Stahl­wer­te bran­chen- und ri­si­ko­be­dingt ge­ne­rell tie­fe KGV auf­wei­sen.

Risk-porte­feuille-ent­wick­lung seit Sep­tem­ber 2011

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