Ur­tei­len 15 Ver­schwo­re­ne über Cds-aus­lö­sung ?

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - TM

Wer ei­ne Kre­dit­ver­si­che­rung (CDS) auf grie­chi­sche Staats­an­lei­hen ge­kauft hat, möch­te wis­sen, ob sie im Fall der Um­schul­dung nun aus­ge­löst wird oder nicht. Das Ko­mi­tee, das dar­über be­fin­det, ist ein ver­schwo­re­ner Club mit ar­ka­nen Be­schluss­re­geln, zu­sam­men­ge­setzt aus Ver­tre­tern von Gross­ban­ken, die die CDS ver­kauft ha­ben und da­her kei­ner­lei In­ter­es­se ha­ben, dass ein Kre­di­tevent fest­ge­stellt wird – so weit ei­ne po­pu­lä­re Meinung.

Der De­ri­vat­händ­ler­ver­band Isda klärt auf: Ers­tens sei­en die Ex­po­sures der vier im Isda Emea De­ter­mi­na­ti­on Com­mit­tee (DC) ver­tre­te­nen In­sti­tu­te im Rah­men des Stress­tests der eu­ro­päi­schen Ban­ken­auf­sicht EBA 2011 ver­öf­fent­lich wor­den: 276 Mio. $, wo­bei kei­ne Po­si­ti­on über 100 Mio. $ be­trug. Es brau­che zu­dem zwölf der fünf­zehn Stim­men, um zu ent­schei­den, ob ein Kre­di­tevent ein­ge­tre­ten ist oder nicht. Fünf die­ser Stim­men wer­den von der Cds-käu­fer­sei­te ge­stellt. Im Fall Grie­chen­lands ha­ben zu­dem vier wei­te­re Ver­tre­ter kein si­gni­fi­kan­tes Net­to­ex­po­sure. Die Na­men der fünf­zehn «Ge­schwo­re­nen» sind öf­fent­lich, eben­so, wie sie stim­men. Kommt kei­ne Ei­ni­gung über Vor­lie­gen oder nicht ei­nes Events zu­stan­de, ent­schei­det ein ex­ter­nes Pa­nel.

Ob das Re­sul­tat der Ver­hand­lun­gen mit Grie­chen­land ei­nen De­fault dar­stellt, wer­de erst ent­schie­den, wenn das Ab­kom­men un­ter­schrie­ben ist und wenn ein Markt­teil­neh­mer das DC an­ruft. Aus­ser­dem stellt Isda klar: Die Käu­fer von CDS er­war­te­ten, dass ihr Ver­si­che­rungs­ver­trag ge­mäss den dar­in ent- hal­te­nen Be­din­gun­gen zu ei­ner Aus­zah­lung füh­re. Dar­in ste­he ein­deu­tig, dass ei­ne Um­schul­dung nur dann ei­nen Kre­di­tevent dar­stel­le, wenn sie für al­le Gläu­bi­ger der re­struk­tu­rier­ten Schul­den bin­dend sei. So­lan­ge ein­zel­ne Ob­li­ga­tio­nä­re die Wahl hät­ten, den ur­sprüng­li­chen Bond zu be­hal­ten, kön­ne da­von kaum die Re­de sein.

Gläu­bi­ger, die dem Um­schul­dungs­vor­schlag nicht zu­stimm­ten, hät­ten wei­ter An­spruch auf Rück­zah­lung und Cou­pon ge­mäss Emis­si­ons­pro­spekt. Sie blie­ben al­so durch den CDS ge­schützt, falls die­se Kon­di­tio­nen nicht ein­ge­hal­ten wür­den. Al­ter­na­tiv könn­ten sie den CDS ver­kau­fen und da­mit – da die Prei­se ge­stie­gen sind – ei­nen Ge­winn rea­li­sie­ren. Letz­te­res heis­se, dass der Markt wei­ter an den Wert von CDS glau­be.

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