Die Gren­ze der SNB hält

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - JR

Seit dem 12. Ja­nu­ar be­wegt sich die eu­ro­päi­sche Ge­mein­schafts­wäh­rung un­ter 1.21 Fr./€ – und da­mit sehr sehr na­he an der von der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB) ge­setz­ten Un­ter­gren­ze von 1.20 Fr./€. Am Mitt­woch wur­de auf 1,20319 Fr./€ der tiefs­te Stand seit ver­gan­ge­nem Sep­tem­ber er­reicht.

Wes­halb hat der Auf­wer­tungs­druck auf den Fran­ken be­zie­hungs­wei­se der Ab­wer­tungs­druck auf den Eu­ro so sehr zu­ge­nom­men? An der Li­mi­te scheint nie­mand zu zwei­feln: Die er­war­te­te Schwan­kungs­brei­te (im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät) des Wech­sel­kur­ses, die an­hand der Markt­prei­se von Call- und Put-op­tio­nen er­rech­net wird, hat sich in den ver­gan­ge­nen Ta­gen kaum ver­än­dert. Auf Sicht von ei­nem Mo­nat be­trug die im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät an­nua­li­siert rund 5%, auf ein Jahr 9%. Auch die his­to­ri­sche Vo­la­ti­li­tät ist nach wie vor tief: Die Schwan­kungs­brei­te über zehn Ta­ge be­trägt 1,5%, je­ne über fünf­zig Ta­ge 3,8%.

Schuld könn­te der Eu­ro sein. Hy­po­s­wiss or­tet näm­lich ein Un­gleich­ge­wicht im Fu­tures-markt. Als In­di­ka­tor dient die Zahl of­fe­ner Kon­trak­te nicht­kom­mer­zi­el­ler In­ves­to­ren in den Eu­ro-dol­lar-fu­tures der Chi­ca­go Mer­can­ti­le Ex­ch­an­ge (CME). Der­zeit sei­en 171 000 Short-kon­trak­te mehr of­fen als Long-kon­trak­te. Short-po­si­tio­nen pro­fi­tie­ren von ei­nem schwä­che­ren Eu­ro, Long-po­si­tio­nen setz­ten auf ei­nen stei­gen­den Eu­ro. Der­zeit sind die Nettopositionen zu­las­ten des Eu­ros auf ei­nem Re­kord­hoch. Und so­lan­ge der Schwä­che­trend der Ein­heits­wäh­rung an­hal­te, ver­dien­ten An­le­ger Geld. Stei­ge der Eu­ro zum Dol­lar, wür­den die Short-po­si­tio­nen rasch auf­ge­löst wer­den, wie dies 2010 be­reits der Fall ge­we­sen sei. Da­durch hält Hy­po­s­wiss ei­ne tech­ni­sche Ge­gen­be­we­gung zu­guns­ten des Eu­ros für mög­lich. Das wür­de sich auch auf Fran­ken-eu­ro wir­ken, No­tie­run­gen deut­lich über 1.20 Fr./€ wä­ren das Re­sul­tat.

Für das vier­te Quar­tal 2011 rap­por­tiert die SNB ei­nen De­vi­sen­be­stand von 257,5 Mrd. Fr. ( Vor­quar­tal: 305,3 Mrd.; Vor­jah­res­quar­tal 203,8 Mrd.) Hier­von wer­den 57% in Eu­ro ge­hal­ten, ge­folgt von Dol­lar (23%), Yen (8%), ka­na­di­schen Dol­lar (4%) und Pfund (4%). Die SNB hat­te An­fang Sep­tem­ber 2011 den Min­dest­kurs des Fran­kens pro Eu­ro fest­ge­legt. Die Bi­lanz­da­ten ge­ben je­doch kei­nen Auf­schluss, ob die­se Li­mi­te rein ver­bal durch­ge­setzt wer­den konn­te oder mit Ak­tio­nen am De­vi­sen­markt ver­bun­den war – die Bi­lanz­be­we­gun­gen wer­den nicht kom­men­tiert.

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