Wie Oba­ma den Us-häu­ser­markt be­le­ben will

Neu­es Pro­gramm soll Re­fi­nan­zie­run­gen för­dern – So wür­den die Zin­sen für vie­le Haus­be­sit­zer sin­ken – Re­pu­bli­ka­ner op­po­nie­ren

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - PDT,

Ba­rack Oba­mas Plan ist am­bi­tio­niert: Der Us-prä­si­dent will dem dau­erma­ro­den Häu­ser­markt neu­es Le­ben ein­hau­chen. Vor­ge­se­hen sind staat­li­che Bürg­schaf­ten, die ei­ne Um­schul­dung von Pro­blem­kre­di­ten er­mög­li­chen sol­len. Nach Darstel­lung des Weis­sen Hau­ses wür­den bis zu 3,5 Mio. Schuld­ner vom Pro­gramm pro­fi­tie­ren. Der Plan zielt spe­zi­ell auf die Haus­be­sit­zer ab, die ih­re Zin­sen zwar stets be­zahlt ha­ben, de­ren Hy­po­thek aber so­ge­nannt un­ter Was­ser ist – al­so über dem Wert der Im­mo­bi­lie liegt.

Oba­mas Ziel ist es, dass Kre­dit­neh­mer mit gu­ter Bo­ni­tät ih­re Hy­po­thek re­fi­n­an- zie­ren kön­nen und so in den Ge­nuss der tie­fen Zin­sen kom­men. Für die neu aus­ge­han­del­ten Im­mo­bi­li­en­dar­le­hen sol­len ein­heit­li­che Stan­dards gel­ten. Zu­dem ist vor­ge­se­hen, die in Sub­pri­me-kre­di­ten ent­hal­te­nen pro­gres­si­ven Zin­sen zu eli­mi­nie­ren und ex­zes­si­ve Ge­büh­ren zu strei­chen. Ei­ne neue Ban­ken­steu­er für In­sti­tu­te mit ei­ner Bi­lanz­sum­me von über 50 Mrd. $ soll das Pro­gramm fi­nan­zie­ren. Ver­wal­tet wür­de es von der FHA in Zu­sam­men­ar­beit mit den Pri­vat­ban­ken.

Laut Oba­ma wer­de das Stüt­zungs­pro­gramm für den Häu­ser­markt bei Kre­dit­neh­mern zu jähr­li­chen Ein­spa­run­gen von durch­schnitt­lich 3000 $ füh­ren. Für die Ei­gen­heim­be­sit­zer wä­re es ein wich­ti­ger An­reiz, ih­re Ver­bind­lich­kei­ten wei­ter pünkt­lich zu be­die­nen.

Die re­pu­bli­ka­ni­sche Op­po­si­ti­on hat ih­ren Wi­der­stand be­reits an­ge­kün­digt. Das Weis­se Haus ver­weist hin­ge­gen dar­auf, wie drin­gend not­wen­dig die Er­ho­lung am Häu­ser­markt ist. Nur so kön­ne sich die Us-kon­junk­tur be­schleu­ni­gen. So sieht es auch Bob Niel­sen, Chef der na­tio­na­len Haus­bau­er­ver­ei­ni­gung: «Der Prä­si­dent hat er­kannt, wel­che zen­tra­le Be­deu­tung dem Im­mo­bi­li­en­sek­tor bei der wirt­schaft­li­chen Er­ho­lung zu­kommt.» Niel­sen for- der­te die Ban­ken auf, ih­re Stan­dards bei der Ver­ga­be von Hy­po­the­ken zu lo­ckern. John Bo­eh­ner, der re­pu­bli­ka­ni­sche Mehr­heits­chef im Re­prä­sen­tan­ten­haus, sieht in Oba­mas Plan al­ler­dings kein Pa­tent­re­zept zur Über­win­dung der Kri­se. «Die bis­he­ri­gen Pro­gram­me des Prä­si­den­ten sind wir­kungs­los ver­pufft. Es gibt kei­nen Grund, zu glau­ben, dass es dies­mal an­ders sein könn­te.» Vie­le Öko­no­men lo­ben zwar den Plan als brauch­ba­ren An­satz, um ei­ner neu­en Wel­le von Zwangs­pfän­dun­gen ei­nen Rie­gel zu­schie­ben. Po­li­tisch dürf­te die Ge­set­zes­vor­la­ge im Kon­gress aber chan­cen­los blei­ben.

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