Mehr Stel­len als er­war­tet

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - STM

Mit so gu­ten Ar­beits­markt­da­ten ha­ben nur die gröss­ten Op­ti­mis­ten ge­rech­net. Die Us-wirt­schaft hat im Ja­nu­ar aus­ser­halb der Land­wirt­schaft 243 000 neue Stel­len ge­schaf­fen – so vie­le wie seit dem Früh­jahr 2011 nie mehr. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te ist seit An­fang Jahr von 8,5 auf 8,3% zu­rück­ge­gan­gen. Da­mit lie­gen die Zah­len weit über den Er­war­tun­gen: Öko­no­men ha­ben im Durch­schnitt 145 000 neue Ar­beits­plät­ze und ei­ne sta­gnie­ren­de Ar­beits­lo­sen­quo­te pro­gnos­ti­ziert. Vie­le Un­ter­neh­men hät­ten für das Weih­nachts­ge­schäft tem­po­rär Stel­len ge­schaf­fen, die im Ja­nu­ar weg­ge­fal­len sei­en, so die weit­ver­brei­te­te Meinung.

Mit den Ja­nu­ar­zah­len pu­bli­ziert das Ar­beits­mi­nis­te­ri­um je­weils auch die re­vi­dier­ten Da­ten des Vor­jah­res. Dem­nach wur­den in je­dem Mo­nat mehr neue Stel­len ge­schaf­fen als bis­her an­ge­nom­men.

Dass der Ar­beits­markt Fort­schrit­te macht, hat sich be­reits frü­her in der Wo­che ab­ge­zeich­net: Die am Mitt­woch prä­sen­tier­te Er­he­bung des Per­so­nal­dienst­leis­ters ADP hat ei­ne Bes­se­rung an­ge­kün­digt. Und die Erst­an­trä­ge auf Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung sind ge­gen­über der Vor­wo­che um 12 000 auf 367 000 ge­sun­ken – wo­bei Wer­te un­ter 400 000 auf ei­nen Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit hin­deu­ten.

Die Rich­tung stimmt. Mehr nicht. Von ei­nem ge­sun­den Ar­beits­markt oder ei­ner Nor­ma­li­sie­rung zu spre­chen, ist deut­lich ver­früht. So ist et­wa die Zahl der Ame­ri­ka­ner, die die Stel­len­su­che auf­ge­ge­ben ha­ben, un­ver­än­dert hoch: 1,1 Mio. Men­schen – und da­mit et­wa gleich vie­le wie vor ei­nem Jahr. Sie wer­den in der ak­tu­el­len Ar­beits­lo­sen­ra­te nicht be­rück­sich­tigt. Ge­nau­so we­nig wie die 1,7 Mio. Per­so­nen, die aus dem Ar­beits­le­ben aus­ge­schie­den sind und sich lie­ber wei­ter­bil­den oder um An­ge­hö­ri­ge küm­mern. Dank der er­freu­li­chen Da­ten könn­ten sie neue Hoff­nung schöp­fen und auf den Ar­beits­markt zu­rück­keh­ren – und da­mit auch in die Sta­tis­tik. Die Ar­beits­lo­sen­ra­te wür­de da­durch stei­gen. Ein meist un­be­ach­te­tes Pro­blem sind die vie­len An­ge­stell­ten, die un­frei­wil­lig nur Teil­zeit ar­bei­ten. Ge­mäss Ar­beits­mi­nis­te­ri­um wa­ren im Ja­nu­ar 8,2 Mio. Ame­ri­ka­ner da­von be­trof­fen.

Be­ängs­ti­gend hoch ist die Ar­beits­lo­sig­keit wei­ter­hin un­ter Schwar­zen (13,6%) und Ju­gend­li­chen (23,2%). An­lass zur Sor­ge gibt zu­dem, dass im­mer noch 43% der Ar­beits­lo­sen seit ei­nem hal­ben Jahr oder län­ger oh­ne Stel­le und da­mit lang­zeit­ar­beits­los sind.

Po­si­tiv zu er­wäh­nen ist da­ge­gen, dass die öf­fent­li­che Ver­wal­tung er­neut Stel­len ab­ge­baut hat – al­les an­de­re wä­re an­ge­sichts der im­men­sen Staats­schul­den kaum nach­hal­tig. Be­son­ders vie­le neue Ver­dienst­mög­lich­kei­ten sind in den Sek­to­ren Ge­sund­heit und Un­ter­hal­tung so­wie in der In­dus­trie ent­stan­den.

Der Ar­beits­markt ist auf dem rich­ti­gen Weg – aber noch lan­ge nicht am Ziel. Der Re­zes­si­on sind in Ame­ri­ka 9 Mio. Stel­len zum Op­fer ge­fal­len – nur ein Bruch­teil da­von wur­de seit­dem neu ge­schaf­fen.

Us-ar­beits­markt

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