Weko un­ter­sucht Li­bor

Finanz und Wirtschaft - - DERIVATE - ET

An­schul­di­gun­gen, Kla­gen und Vor­wür­fe sind am Schwei­zer Fi­nanz­platz zur­zeit an der Ta­ges­ord­nung. Quer in die­ser Land­schaft steht des­halb der Tat­be­stand ei­ner Selbst­an­zei­ge: Der eu­ro­päi­sche Re­fe­renz­zins Li­bor und sein ja­pa­ni­sches Pen­dant Ti­bor sol­len durch kar­tell­ähn­li­che Ab­spra­chen un­ter ver­schie­de­nen Ban­ken be­ein­flusst wor­den sein. Zu­dem sol­len die Markt­be­din­gun­gen für de­ri­va­ti­ve Pro­duk­te ma­ni­pu­liert wor­den sein. Li­bor und Ti­bor spie­geln das Zins­ni­veau auf dem In­ter­ban­ken­markt, und ge­mäss der Nach­rich­ten­agen­tur Bloom­berg dient der Li­bor als Re­fe­renz­satz für Fi­nanz­pro­duk­te im Um­fang von 350 Bio. $.

Die schwei­ze­ri­sche Wett­be­werbs­kom­mis­si­on ( Weko) hat auf die be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr ein­ge­gan­ge­ne Selbst­an­zei­ge re­agiert und ge­gen UBS, Cre­dit Suis­se und zehn aus­län­di­sche Ban­ken ei­ne Un­ter­su­chung ein­ge­lei­tet, un­ter an­de­rem ge­gen Deut­sche Bank, RBS, HSBC, So­cié­té Gé­né­ra­le und Mitsu­bi­shi UFJ.

Die An­schul­di­gung, dass Händ­ler den Li­bor durch Ab­spra­chen zu ih­ren Guns­ten ma­ni­pu­lie­ren, ist nicht neu. RBS, Bar­clays und HSBC wur­den be­reits im letz­ten Jahr auf­ge­for­dert, den eu­ro­päi­schen und den ame­ri­ka­ni­schen Re­gu­lie­rungs­be­hör­den Un­ter­la­gen zu ih­ren Li­bor-ge­schäf­ten zu lie­fern. In der Schweiz lau­fen Ab­klä­run­gen, ob der Li­bor zwi­schen 2006 und 2008 be­ein­flusst wur­de, schon seit län­ge­rem.

Auch der Eu­ri­bor steht im Vi­sier der Be­hör­den: Im Herbst er­hiel­ten meh­re­re eu­ro­päi­sche Ban­ken Be­such von Be­am­ten der­je­ni­gen Eu-wett­be­werbs­be­hör­de, die ein be­son­de­res Au­gen­merk auf die Re­tailFi­nanz­märk­te wirft.

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