Gold­boom in Schwel­len­län­dern

Finanz und Wirtschaft - - DERIVATE - ET

Gold no­tiert um 1750 $ pro Un­ze, so hoch wie seit An­fang No­vem­ber nicht mehr. Das ed­le Me­tall gilt als Ver­si­che­rung, als Wäh­rungs­er­satz und als Port­fo­li­o­di­ver­si­fi­ka­ti­on. Ein neu­es Pa­pier des Bos­to­ner Ver­mö­gens­ver­wal­ters GMO weist dar­auf hin, dass Gold nicht nur ein Hedge ge­gen Wäh­rungs­ab­wer­tun­gen – spe­zi­ell des Dol­lars – ist, son­dern glei­cher­mas­sen ei­ne An­la­ge der Schwel­len­märk­te dar­stellt. Kon­su­men­ten in den Emer­ging Mar­kets hät­ten viel Gold ge­kauft, in ers­ter Li­nie ge­trie­ben von fi­nan­zi­el­ler Re­pres­si­on, sprich staat­lich in­du­zier­ten ne­ga­ti­ven Re­al­zin­sen.

Die his­to­risch ho­he Kor­re­la­ti­on zwi­schen In­fla­ti­on und Gold­preis ist zu­rück­ge­gan­gen, in den letz­ten zwölf Jah­ren ver­teu­er­te sich Gold um mehr als den Fak­tor fünf, wäh­rend die ef­fek­ti­ve und er­war­te­te In­fla­ti­on in ei­ner mo­de­ra­ten Band­brei­te bis 5% ver­harr­te. Ein Blick auf die Nach­fra­ge­sta­tis­tik von 2000 bis 2010 zeigt: Fast 80% des welt­weit ge­kauf­ten Gol­des oder mehr als 23 200 Ton­nen wur­den von Re­tail­kon­su­men­ten aus Schwel­len­län­dern er­wor­ben. Chi­na und In­di­en al­lein frag­ten 9000 Ton­nen nach – mehr als die ge­sam­te ent­wi­ckel­te Welt und vier mal so viel wie al­le ko­tier­ten Gold-in­dex­fonds.

Die Be­völ­ke­rung in den Schwel­len­län­dern hat we­nig In­ves­ti­ti­ons­mög­lich­kei­ten. Bank­kon­ti lie­fern ne­ga­ti­ve rea­le Ren­di­ten, der Zu­gang zu den Ak­ti­en­märk­ten ist zum Teil be­schränkt. Gold ist ei­ne «per­fek­te» Al­ter­na­ti­ve. Hält die Nach­fra­ge aus den Schwel­len­län­dern an, wird der Gold­preis in wei­te­re Hö­hen klet­tern. Er­lei­den die Län­der ei­ne har­te Lan­dung der Wirt­schaft, kann plötz­lich viel Gold auf den Markt kom­men.

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