Mit Kraft ins Wo­che­n­en­de

ÜBER­SICHT Us-ar­beits­markt­da­ten feu­ern Ral­ly an – Ent­span­nung um Ita­li­en

Finanz und Wirtschaft - - KUNSTMARKT - MARK DITT­LI

Das Bes­te kommt meist zum Schluss. Das galt auch für die ab­ge­lau­fe­ne Wo­che an den Fi­nanz­märk­ten: Am Frei­tag – wie im­mer am ers­ten Frei­tag je­des Mo­nats – pu­bli­zier­te das U.S. Bu­reau of La­bor Sta­tis­tics den Ar­beits­markt­be­richt der ame­ri­ka­ni­schen Volks­wirt­schaft. Dem­nach wur­den im Ja­nu­ar in der welt­gröss­ten Volks­wirt­schaft 243 000 neue Stel­len (aus­ser­halb des Agrar­sek­tors) ge­schaf­fen, und die Ar­beits­lo­sen­ra­te fiel mit 8,3% auf den nied­rigs­ten Stand seit Fe­bru­ar 2009. Bei nä­he­rer Be­trach­tung weist der Be­richt zwar ei­ni­ge Schwä­chen auf (vgl. Sei­te 31), aber die Schlag­zei­le ge­nüg­te, um der Ri­si­ko-ral­ly neu­en Schub zu ver­lei­hen.

Der Dow Jo­nes In­dus­tri­al stieg am Frei­tag 1,2% und no­tier­te drei St­un­den vor Han­dels­schluss auf dem höchs­ten Stand seit Mai 2008. Im Wo­chen­ver­lauf hat er gut 2% zu­ge­legt. Der S&P 500 ge­wann 2% auf 1342, was dem höchs­ten Stand seit Ju­li 2011 ent­spricht. Wei­te­re er­freu­li­che Ma­kro­da­ten aus den USA: Der Ism-in­dex des Di­enst­leis­tungs­sek­tors stieg im Ja­nu­ar kräf­ti­ger als er­war­tet auf 56,8, nach 53 im De­zem­ber. Die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Tre­a­su­ry No­tes nahm im Nach­gang des Ar­beits­markt­be­richts am Frei­tag um 11 Ba­sis­punk­te auf 1,94% zu (un­ver­än­dert im Wo­chen­ver­gleich). Die eu­ro­päi­schen Märk­te nah­men die Vor­la­ge aus New York zum An­lass, mit kräf­ti­gen Avan­cen ins Wo­che­n­en­de zu ge­hen. Der Eu­ro Sto­xx 50 ge­wann im Wo­chen­ver­lauf 3,2%, der Dax 3,9%, der re­la­tiv de­fen­si­ve SMI leg­te da­ge­gen «nur» 2% zu. Wie­der­um wa­ren es die Ban­ken, die die gröss­ten Kurs­sprün­ge ver­zeich­ne­ten. Cre­dit Suis­se bei-

LTRO funk­tio­niert

Ar­beits­lo­sen­ra­te USA spiels­wei­se avan­cier­ten seit Frei­tag der Vor­wo­che 5,1%. Für wei­te­re Zu­ver­sicht an der Ma­kro­front sorg­te auch die Mel­dung, wo­nach der Mar­kit-ein­kaufs­ma­na­ger­index der Eu­ro­zo­ne im Ja­nu­ar auf ein Fünf­mo­nats­hoch von 50,4 ge­stie­gen ist, nach 48,3 im De­zem­ber.

Erst­mals sind kla­re In­di­zi­en zu se­hen, dass die eu­ro­päi­schen Ban­ken die über die Ltro-ak­ti­on (Lon­ger Term Re­fi­nan­cing Ope­ra­ti­on) von der EZB er­hal­te­ne Drei­jah­res­li­qui­di­tät so ein­set­zen wie von Ma­rio Draghi er­hofft: Ge­mäss Da­ten der EZB ha­ben bei­spiels­wei­se die spa­ni­schen Ban­ken ih­re Be­stän­de an spa­ni­schen Staats­an­lei­hen im De­zem­ber um rund 24 Mrd. € er­höht. Im Ja­nu­ar dürf­te das Spiel erst rich­tig los­ge­gan­gen sein – kein Wun­der, sind die Ren­di­ten zehn­jäh­ri­ger spa­ni­scher Staats­an­lei­hen wei­ter auf 4,98% (per Frei­tag) ge­sun­ken. Di­to in Ita­li­en: Die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger ita­lie­ni­scher Bonds ging im Wo­chen­ver­lauf sat­te 24 Bp auf 5,68% zu­rück.

Als Ri­si­ko im Au­ge be­hal­ten müs­sen In­ves­to­ren Grie­chen­land: Die Ver­hand­lun­gen zur Schul­den­re­struk­tu­rie­rung kom­men nicht vor­wärts. Am Frei­tag kur­sier­te an den Märk­ten das Ge­rücht, Pre­mier Pa­pa­de­mos wer­de über das Wo­che­n­en­de zu­rück­tre­ten. Et­was ent­spannt hat sich die La­ge um Por­tu­gal: Die Ren­di­te fünf­jäh­ri­ger Staats­an­lei­hen sank seit An­fang Wo­che 220 Bp auf 16,62%.

Der Eu­ro kleb­te im Wo­chen­ver­lauf na­he der von der SNB pos­tu­lier­ten Un­ter­gren­ze von 1.20 Fr./€. Di­rek­to­ri­ums­mit­glied Tho­mas Jor­dan ver­si­cher­te am Frei­tag in der «Fi­nan­ci­al Ti­mes», die Gren­ze wer­de be­din­gungs­los ver­tei­digt. Das Si­gnal wird am For­ex-markt an­ge­kom­men sein.

Fan­ta­sie in In­di­en

In Asi­en hat sich der chi­ne­si­sche Ak­ti­en­markt nach ein­wö­chi­ger Pau­se (Chi­ne­se New Ye­ar) ver­hal­ten zu­rück­ge­mel­det. Der Shang­hai Com­po­si­te leg­te im Wo­chen­ver­lauf nur 0,5% zu. Der HangS­eng in Hong­kong ge­wann 1,2%. Am meis­ten Fan­ta­sie weckt in Asi­en der in­di­sche Ak­ti­en­markt, weil die Er­war­tun­gen stei­gen, die Re­ser­ve Bank of In­dia könn­te bald – als ei­ne der letz­ten Zen­tral­ban­ken in den Emer­ging Mar­kets – die Zin­sen lo­ckern. Die In­fla­ti­ons­ra­te in In­di­en ist im De­zem­ber auf 7,5% ge­sun­ken, nach 9,7% in Ok­to­ber. Der Leit­in­dex Sen­sex in Mum­bai ge­wann 2,2%.

Die Edel­me­tal­le Gold, Sil­ber, Pla­tin und Pal­la­di­um schlos­sen die Wo­che trotz Ab­ga­ben am Frei­tag im Plus. Die In­dus­trie­me­tal­le büss­ten hin­ge­gen an Ter­rain ein. Am Öl­markt ver­teu­er­te sich Brent um 1,2% auf 112.92 $ – ver­ant­wort­lich da­für ist der an­hal­ten­de Kon­flikt mit dem Iran.

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