Pe­trop­lus wie ei­ne Op­ti­on

SCHWEIZ Gross­bank­ak­ti­en sind vor der Be­richts­wo­che ge­sucht – Te­me­nos von Fu­si­ons­ge­sprä­chen ge­trie­ben

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN SCHWEIZ - RE­TO GY­SI VON WART­BURG

Die Schwei­zer Bör­se ver­tei­dig­te die bis­lang an­spre­chen­de Jah­res­per­for­mance und er­hielt am Frei­tag­nach­mit­tag durch die gu­ten USAr­beits­markt­da­ten (vgl. Sei­te 31) so­gar noch ei­nen Ex­tra­kick. Der Swiss Mar­ket In­dex ge­wann in der Be­richts­wo­che 2% auf 6153,31.

Die Ak­ti­en der Gross­ban­ken UBS (+4,5%) und Cre­dit Suis­se Group (+5,1%) schlos­sen weit im Plus, ob­wohl die Nach­rich­ten­la­ge eher das Ge­gen­teil er­war­ten liess. Die Wett­be­werbs­kom­mis­si­on hat ei­ne Un­ter­su­chung ge­gen die UBS und die CS ein­ge­lei­tet, und die Fin­ma hat ge­gen die UBS ein Ver­fah­ren we­gen des Han­dels­ver­lusts in London er­öff­net.

Die In­ves­to­ren blick­ten je­doch be­reits in die kom­men­de Wo­che. Am Di­ens­tag wird die UBS und am Don­ners­tag die CS den Jah­res­be-

UBS N

Ro­che GS richt vor­le­gen. Die Ana­lys­ten er­war­ten nicht viel, und die in­ter­na­tio­na­le Kon­kur­renz wie die Deut­sche Bank (vgl. Sei­te 13) hat ent­täuscht. Des­halb spe­ku­lie­ren ei­ni­ge Markt­teil­neh­mer auf ei­ne po­si­ti­ve Über­ra­schung.

Ju­li­us Bär (–1,6%) be­haup­te­ten sich vor den für Mon­tag ter­mi­nier­ten Jah­res­er­geb­nis­sen schlech­ter. Das jä­he En­de von We­ge­lin und sei­ne Im­pli­ka­tio­nen für den Pri­va­te-ban­king-stand­ort Schweiz sor­gen wei­ter­hin für Dis­kus­sio­nen. Die Kla­ge der USA (vgl. Sei­te 11) be­feu­ert sie zu­sätz­lich.

In der Be­richts­wo­che las­te­te der zu­neh­men­de Druck Ame­ri­kas am schwers­ten auf Bas­ler Kan­to­nal­bank (PS: –7,1%). Die­se Kurs­ein­bus­se mit über­durch­schnitt­lich gros­sem Han­dels­vo­lu­men ist für die sich nor­ma­ler­wei­se durch höchs­te Sta­bi­li­tät aus­zeich­nen­den Va­lo­ren aus­ser­or­dent­lich. Die An­le­ger sind ner­vös, weil auch auf

Te­me­nos N den Kon­ten der Bas­ler KB un­ver­steu­er­te Gel­der von ehe­ma­li­gen Us-ame­ri­ka­ni­schen Ubs-kun­den lie­gen. Ei­ne Kan­to­nal­bank dürf­te je­doch schwie­ri­ger zu ver­kla­gen sein als We­ge­lin.

Ro­che (Ge­nuss­schei­ne: –0,1%) re­agier­ten zwi­schen­zeit­lich mit leich­ten Ab­ga­ben auf die Ver­öf­fent­li­chung der Jah­res­zah­len und des we­nig in­spi­rie­ren­den Aus­blicks (vgl. Sei­te 9). Zu­dem sind die In­ves­to­ren in Be­zug auf die un­freund­li­che Il­lu­mi­na-über­nah­me nach wie vor skep­tisch.

Nest­lé (+0,1%) ten­dier­ten eben­falls bei­na­he un­ver­än­dert. Ge­bremst wur­den die Ti­tel des Le­bens­mit­tel­rie­sen durch die am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten schwa­chen Zah­len und den trü­ben Aus­blick des Kon­kur­ren­ten Uni­le­ver (vgl. Sei­te 15).

Swatch Group (In­ha­ber: +5,9%) und Ri­che­mont (+5,6%) pro­fi­tier­ten von den am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten star­ken Zah­len zu den Ex­por­ten der Uh­ren­bran­che, die wei­ter­hin zu den ro­bus­tes­ten Ex­port­in­dus­tri­en ge­hört. Er­freu­lich ist, dass die rea­len und die no­mi­na­len Da­ten nicht weit aus­ein­an­der­lie­gen. Das lässt dar­auf schlies­sen, dass der Wäh­rungs­ef­fekt zu ei­nem gros­sen Teil den Kun­den wei­ter­ver­rech­net wer­den konn­te und die Mar­gen gut blei­ben.

Am Frei­tag mach­ten Te­me­nos (+20,2%) auf sich auf­merk­sam, die von Über­nah­me­spe­ku­la­ti­on pro­fi­tier­ten. Der Gen­fer Her­stel­ler von Ban­ken­soft­ware und sein bri­ti­scher Kon­kur­rent Mi­sys be­stä­tig­ten, ei­ne Fu­si­on zu dis­ku­tie­ren (vgl. Sei­te 6). Am Markt wird ein Zu­sam­men­ge­hen der bei­den Un­ter­neh­men als sinn­voll er­ach­tet.

Wo­chen­ge­win­ner wa­ren je­doch Pe­trop­lus (+372%; oh­ne Kom­ma­feh­ler), die sich die­ser Ta­ge wie ei­ne Op­ti­on ver­hal­ten. Die an­fäng­lich noch spe­ku­la­ti­ve Hoff­nung auf ei­ne Ret­tung des sich in Nach­lass­stun­dung be­fin­den­den Raf­fi­ne­rie­be­trei­bers er­hielt Nah­rung: Die Golds­mith-grup­pe des deut­schen In­ves­tors Cle­mens Ved­der soll an ei­nem Kauf in­ter­es­siert sein (vgl. Sei­te 17). Ein­zel­hei­ten zu ei­nem Ge­bot sind nicht be­kannt, je­doch soll die Grup­pe be­reits Ak­ti­en von Pe­trop­lus be­sit­zen.

Die Va­lo­ren von Au­to­ne­um (+7,6%) sorg­ten am Frei­tag im Han­del für et­was Ir­ri­ta­ti­on. Nach der Pu­bli­ka­ti­on der un­spek­ta­ku­lä­ren Um­satz­zah­len ge­wan­nen sie in­tra­day bis zu 3,5%. Am Markt wur­de spe­ku­liert, ge­ziel­te Käu­fe ei­nes Kon­kur­ren­ten trie­ben den Preis. Bis zum Han­dels­schluss wur­de der frei­täg­li­che Kurs­ge­winn al­ler­dings ab­ge­ge­ben.

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