Was die CS in den Kar­ten hält

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG - JB

Hät­te es ei­nes zu­sätz­li­chen Be­legs be­durft, wä­re er er­bracht: Das in­ter­na­tio­na­le Bank­ge­schäft läuft schlecht – so­wohl im In­vest­ment Ban­king als in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung. Der Ab­schluss 2011 der UBS (vgl. Haupt­text) be­stä­tigt den Trend, der sich schon in den Zah­len der Us-kon­kur­renz und der Deut­schen Bank nie­der­ge­schla­gen hat­te. Fragt sich, wie wohl die Cre­dit Suis­se (CS) ab­ge­schnit­ten hat, die am Don­ners­tag das Er­geb­nis vor­legt.

Die Ana­lys­ten er­war­ten von der CS gut 3 Mrd. Fr. Ge­winn, was ei­nem Rück­gang von 40% ent­sprä­che. Im Qu­er­ver­gleich zur UBS, de­ren Kon­zern­re­sul­tat 44% ab­nahm, wä­re das – in An­be­tracht des mi­se­ra­blen Markt­um­felds – ei­ne re­spek­ta­ble Leis­tung. Soll­te die CS zu­sätz­lich (wie er­hofft) Neu­geld im Um­fang von net­to 46 Mrd. Fr. an­ge­zo­gen und zu­dem die Ef­fi­zi­enz in der Ver­mö­gens­ver­wal­tung ge­stei­gert ha­ben, könn­te sie im Kon­zern­seg­ment Pri­va­te Ban­king recht gu­te Kar­ten ha­ben. Im Wealth Ma­nage­ment, wie die Ein­heit der UBS heisst, zeig­ten sich – vor al­lem im letz­ten Quar­tal – je­den­falls ei­ni­ge Schwie­rig­kei­ten, so­dass Po­ten­zi­al für ei­ne an­ge­neh­me Über­ra­schung durch die CS vor­han­den ist.

Was das In­vest­ment Ban­king an­geht, ha­ben CS und UBS an­ge­stamm­ter­wei­se ei­ne sehr so­li­de Po­si­ti­on im Ak­ti­en­han­del. Um­ge­kehrt sind die zwei Häu­ser im Han­del mit fest­ver­zins­li­chen Wert­schrif­ten tra­di­tio- nell we­ni­ger ak­tiv als die ame­ri­ka­ni­schen Wett­be­wer­ber. Al­ler­dings hat die CS hier dann doch ei­ni­ges mehr zu ver­lie­ren, weil sie in der Teil­spar­te struk­tu­rier­te Fi­xed-in­co­me-pro­duk­te ei­ne füh­ren­de Markt­stel­lung hält (oder zu­min­dest bis­lang hielt). Am Don­ners­tag wird mehr zu er­fah­ren sein über den lau­fen­den stra­te­gi­schen Um­bau der CS im In­vest­ment Ban­king. Er soll da­zu füh­ren, dass der Kon­zern künf­tig we­ni­ger Ka­pi­tal für die ein­ge­gan­ge­nen Ri­si­ken un­ter­le­gen muss.

An­ders als für vie­le In­sti­tu­te mit Do­mi­zil in der Eu­ro­zo­ne ist die Staats­schul­den­kri­se für die Schwei­zer Gross­ban­ken eher ein Ne­ben­schau­platz. Da­ge­gen gibt die Ka­pi­tal­aus­stat­tung mit Blick auf die stren­ger wer­den­den Ei­gen­mit­tel­an­for­de­run­gen durch Ba­sel III zu re­den. Der neue UBSKon­zern­chef Ser­gio Er­mot­ti trat am Di­ens­tag sehr selbst­be­wusst auf, als er den Ab­bau der ri­si­ko­ge­wich­te­ten Ak­ti­ven kom­men­tier­te und dar­leg­te, dass die Bank im Ver­hält­nis zu die­sen Ak­ti­ven aus­neh­mend ro­bust mit Ei­gen­mit­teln be­stückt ist.

Im Ur­teil vie­ler Fi­nanz­ana­lys­ten ist die CS in die­ser Hin­sicht et­was im Hin­ter­tref­fen. Kon­zern­chef Bra­dy Dou­gan be­tont zwar stets, «sei­ne» Bank sei in der An­pas­sung an die neu­en Ka­pi­tal­an­for­de­run­gen der Kon­kur­renz vor­aus. Doch wird er er­neut Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten müs­sen, da­mit der Markt ihm die Be­haup­tung auch ab­nimmt.

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